Feuchte Matratzen sind kein Luxusproblem — sie riechen, sie schaden der Gesundheit und sie ruinieren teuere Matratzen. Viele haben den Tipp gehört: Zeitungspapier unter die Matratze legen. Ich habe das ausprobiert, mit Freunden verglichen und im Alltag von Hotels beobachtet. Warum das jetzt wichtig ist? Weil es im deutschen Klima (wechselhaft, feuchte Sommer, kalte Winter mit Kondenswasser) eine schnelle Notlösung geben kann — aber auch Fallstricke hat.
Warum Hotels manchmal Zeitung verwenden
Ich habe in kleinen Pensionen und Budget-Hotels gesehen, wie man auf altbekannte Tricks zurückgreift. Das funktioniert aus drei Gründen:
- Zeitung saugt kurzfristig Feuchtigkeit wie ein Billig-Schwamm.
- Sie ist billig und sofort verfügbar — ideal für spontane Flecken oder Tropfen.
- Bei Bettenlager-Ausfällen hilft sie, Feuchtstellen zu isolieren, bis professionell gelüftet oder getrocknet wird.
Aber: Es ist kein Profi-Ersatz
Zeitungspapier saugt Feuchtigkeit — aber es trocknet nicht nachhaltig und kann andere Probleme erzeugen. Hotels nutzen häufiger professionelle Trockner oder Entfeuchter; die Zeitung ist meist nur Zwischenlösung.
Was viele übersehen
In meiner Praxis habe ich drei typische Fehler beobachtet, die du vermeiden solltest:

- Direkten Kontakt zwischen Druckerschwärze und Matratzenbezug — das gibt hässliche Flecken.
- Keine regelmäßige Kontrolle — nasse Zeitung wird selbst zum Schimmelherd.
- Feuergefahr: Papier in der Nähe von Heizquellen ist riskant.
Wie das Wetter in Deutschland eine Rolle spielt
Im Sommer können NRW oder Hamburg feucht sein; in Wintermonaten trocknet die Luft durch Heizung, aber Fensterkondensat bleibt ein Thema. Das heißt: kurzfristig hilft Papier, langfristig brauchst du Luftzirkulation oder Entfeuchtung.
Praktischer Hack: Wenn du Zeitung als Notlösung nutzt — so machst du es richtig
Ich habe den Ablauf getestet — das funktioniert besser als wildes Stopfen:
- Schritt 1: Matratze anheben und lüften — mindestens 30 Minuten Tageslicht, wenn möglich auf den Lattenrost stellen.
- Schritt 2: Lege eine dünne Baumwollschicht (altes T-Shirt oder Bettlaken) auf die Stelle — das schützt vor Druckerschwärze.
- Schritt 3: Fülle zerknüllte Zeitungspapierlagen locker auf die feuchte Stelle; nicht pressen.
- Schritt 4: Kontrolliere alle 6–8 Stunden und wechsle die Papierlage, sobald sie feucht ist.
- Schritt 5: Wenn nach 24–48 Stunden noch Feuchtigkeit da ist, kaufe einen kleinen Raum-Entfeuchter oder Silicagel-Pakete (z. B. bei DM, Rossmann oder Obi) — das ist günstiger als eine neue Matratze.
Kontrolliere regelmäßig — das ist der Punkt, den viele ignorieren und später Schimmel finden.

Alternative Lösungen, die besser funktionieren
Wenn du in Deutschland lebst, sind diese Optionen preiswert und effektiv:
- Stündiges Lüften nach dem Aufstehen (Stoßlüften) — gratis und effektiv.
- Feuchtigkeitsabsorber (Chemische oder elektrische Entfeuchter) — ab ~5–15 € im Drogeriemarkt.
- Atmungsaktive Matratzenschoner oder -auflagen (Kaltschaummatratzen mögen Luft) — Investition lohnt sich.
Kurzer Vergleich: Zeitung vs. Silicagel
Zeitung funktioniert wie ein lokaler Schwamm, aber Silicagel ist wie ein Mini-Entfeuchter: die Aufnahme ist längerfristig, es muss nicht so oft gewechselt werden und es hinterlässt keine Tinte.
Risiken kurz und knapp
- Fleckgefahr durch Druckerschwärze.
- Schimmelbildung, wenn Papier zu lange bleibt.
- Erhöhte Brandgefahr bei Heizkörpernähe.
Mein Fazit — kurz und ehrlich
Der Zeitungstrick ist ein praktischer Notfall-Kniff, den ich selbst öfter als Sofortmaßnahme empfohlen habe. Er kann akute Feuchtigkeit auffangen, ist billig und sofort umsetzbar. Aber: er ersetzt keine dauerhafte Lösung. Wenn du in einem feuchten Kellerwohnzimmer in Berlin oder einer Altbauwohnung in München lebst, brauchst du Lüften, einen Entfeuchter oder besser noch eine atmungsaktive Matratze.
Und jetzt du: Hast du den Zeitungstrick schon ausprobiert — und ist es bei dir hilfreich gewesen oder ging es schief? Schreib deine Erfahrung in die Kommentare.
