Du kennst das: Frisch geputzte Scheiben — und trotzdem ziehen sich Streifen durchs Glas. Ich habe das selbst satt gesehen, besonders nach regnerischen Tagen in Berlin oder wenn der Frühling den Pollen vor die Tür bringt.
In meiner Praxis mit vielen Haushalten habe ich einen simplen, oft übersehenen Trick wiederbelebt: Zeitungspapier statt Papiertücher. Lies weiter — das spart Geld, Zeit und hinterlässt Fenster, die wirklich klar sind.
Warum Papiertücher oft versagen
Papiertücher mögen praktisch sein, aber sie fusseln. Viele Einweg-Tücher zerfasern beim Putzen, nehmen Wasser anders auf und trocknen ungleichmäßig — das macht Streifen wahrscheinlicher.
- Papiertücher sind perforiert und reissen unregelmässig.
- Billige Küchenrollen saugen zu schnell oder zu wenig.
- Fenster in Städten wie Hamburg oder München sammeln mehr Feuchtigkeit und Salz — das braucht anderes Handling.
Warum Zeitungspapier besser ist
Ich habe es mehrfach getestet: Altpapier nimmt Feuchtigkeit – und hinterlässt weniger Fussel als Küchenrolle. Die raue Oberfläche poliert glasähnlich, und die Tinte wirkt wie ein sehr mildes Poliermittel.
Vergleich: Zeitung ist wie ein alter Schuh, der sich anpasst — Küchenrolle ist eher wie ein Papierbecher: praktisch, aber nicht gemacht fürs Polieren.

Worauf du achten musst
- Keine glänzenden Werbebeilagen oder Hochglanzmagazine verwenden — die schmieren.
- Alte, trockene Zeitung ist ideal. Frei aus dem Altpapier oder die letzte Ausgabe vom Kiosk.
- Bei beschichteten oder empfindlichen Gläsern zuerst an einer Ecke testen.
Was du brauchst (lokal & günstig)
Kein teurer Spezialreiniger. In Deutschland reicht meist, was sowieso im Haushalt ist — bei Rewe oder Edeka findest du alles.
- Alte Tageszeitung (kein Hochglanz)
- Warmem Wasser + ein paar Tropfen Spülmittel (z. B. Pril)
- Sprühflasche oder Eimer
- Gummilippe für grobe Verschmutzung (optional)
Schritt-für-Schritt: Fenster streifenfrei mit Zeitung
Ich mache das so — einfache Schritte, die jeder sofort umsetzt:
- Groben Schmutz zuerst mit Wasser abspülen oder mit einem nassen Lappen entfernen.
- Warmwasser und 2–3 Tropfen Spülmittel in eine Sprühflasche geben.
- Fenster einsprühen — nicht zu nass, sonst tropft alles runter.
- Zeitung grob zusammenrollen oder falten und das Glas in kreisenden Bewegungen abwischen.
- Zum Schluss mit einer trockenen, sauberen Zeitung von oben nach unten polieren.
By the way: Wenn du in einer Altbauwohnung mit vielen Sprossen arbeitest, benutze kleinere Zeitungstücke — das geht schneller.
Geheimtipp, den viele übersehen
Statt immer neue Lagen zu reißen, falte die Zeitung so, dass du eine saubere Fläche hast — das funktioniert wie ein mehrfach verwendbares Wischtuch. Testen, nicht raten: probiere zuerst eine Ecke.
Häufige Fehler — und wie du sie vermeidest
- Zu viel Reinigungsmittel: Hinterlässt Seifenfilm → weniger Mittel ist besser.
- Trockenwischen in direkter Sonne: Glas trocknet zu schnell → streifenfrei bleibt so aus.
- Glanzprospekte verwenden: Hinterlassen Schmierflecken.

Mein Praxis-Test: Stadtwohnung vs. Landhaus
Ich habe die Methode in einer Berliner Altbauwohnung und in einem Ferienhaus auf dem Land ausprobiert. Beide Male: klarere Scheiben, weniger Nachpolieren.
Stadt: nach Regentagen mit Straßenstaub war die Kombination aus warmem Spülwasser + Zeitung besonders effektiv.
Land: bei Pollen half das kurze Abspülen vor dem eigentlichen Putzen, sonst verteilt man den Schleim nur übers Fenster.
Wann du lieber etwas anderes nimmst
- Bei stark beschichteten oder getönten Scheiben zuerst Herstellerhinweise prüfen.
- Bei sehr großen Scheiben (z. B. Wintergarten) ist eine Gummilippe + Abzieher effizienter.
Fazit
Der Zeitungstrick ist kein Nostalgie-Gag — es ist ein praktischer, günstiger Weg zu streifenfreien Fenstern. Du brauchst keine teuren Tücher, nur ein bisschen Geschick und die richtige Vorbereitung.
Und jetzt interessiert mich: Hast du diesen Trick schon probiert — oder schwörst du weiter auf Mikrofasertücher? Teile deinen besten Fenster-Hack unten.
