Du hast gerade einen frischen Kratzer im Parkett entdeckt und denkst: Panik. Ich habe das genau so erlebt — mitten im Sonntagskaffee. Wenn es nur eine schnelle, günstige Lösung sein soll, lohnt sich ein Test mit Zahnpasta.
Warum du das jetzt lesen musst: Dieser Trick kann kleine, oberflächliche Kratzer unsichtbar machen — in 2 Minuten. Aber er funktioniert nicht immer, und falsch angewandt kann er den Lack mattieren.
Warum das oft klappt — und wann es versagt
Ich habe bemerkt, dass viele Kratzer nur die Versiegelung betreffen. Zahnpasta ist ein mildes Schleifmittel; bei feinen Schäden schabt sie glatte Kanten ab und füllt den optischen Schatten auf.
Aber es gibt Limits. Tiefe Kratzer, echte Holzfaserschäden oder geölte Böden reagieren anders. Vorher testen! An einer unauffälligen Stelle.
Kurze Checkliste: Wann probieren?
- Feiner, oberflächlicher Kratzer auf lackiertem Parkett: Ja, probieren.
- Tiefe Einkerbungen oder offenes Holz: Nein — Profi oder Lackstift.
- Geöltes Parkett: Vorsicht — Zahnpasta kann den Ölglanz verändern.
- Weißliche oder bunte Gelzahnpasta: Nicht ideal; besser klassische weiße Pasten.

Der 2‑Minuten‑Trick: Schritt für Schritt
In meiner Praxis mit kleinen Reparaturen hat diese Methode oft funktioniert. Folge exakt den Schritten, sonst ärgerst du dich hinterher.
- Reinigen: Staub und Schmutz mit weichem Tuch entfernen.
- Test: Auf einer unsichtbaren Stelle 30 Sekunden reiben, abwarten, anschauen.
- Auftragen: Eine erbsengroße Menge weiße, nicht-gel Zahnpasta auf ein weiches Tuch geben.
- Reiben: Mit leichtem Druck in kreisenden Bewegungen 30–60 Sekunden bearbeiten.
- Abwischen: Mit feuchtem Tuch Rückstände entfernen, trocken nachpolieren.
- Finish: Bei Bedarf Möbelpolitur oder Parkettreiniger auftragen, um den Glanz wiederherzustellen.
Wichtig: Nicht schrubben wie bei hartnäckigem Schmutz. Zu viel Druck kann den Lack dünner machen.
Warum manche Pasten besser sind
Die Unterschiede sind simpel: Weiße Pasten enthalten feine Putzkörper und keine Farbpigmente. Gelpasten haben oft Gelbildner, die kleben. Abrasive Aufheller („Whitening“) sind zu grob.
- Empfehlung: Normale weiße Zahnpasta (Praktisch, DM oder Rossmann, 1–3 €).
- Vermeiden: Schmirgelnde Whitening-Produkte.
- Alternative: Möbelpolitur mit Mikrofasertuch für leichtere Kratzer.
Wenn es nicht hilft: Profi-Alternativen
Manchmal hilft nur Nachbessern.

- Touch‑Up‑Stifte (Parkettstifte): Für Farbanpassung, günstig im Baumarkt (OBI, Hornbach).
- Wachs‑Sticks: Füllen kleine Rillen, gut für dunklere Böden.
- Schleifen & neu lackieren: Für tiefe Schäden — ab 50–100 € pro m², je nach Region und Parketttyp.
Ein Tipp aus meinem Werkzeugkoffer
Wenn der Kratzer leicht sichtbar bleibt: Reibe eine Walnuss (ja, wirklich) längs über die Stelle. Das Öl färbt und kaschiert Holzfasern. Klingt seltsam, wirkt oft besser als grobe Hausmittel.
Schnelle Fehler, die viele machen
- Direkt mit der aggressiven Zahnpasta loslegen.
- Zu fest reiben — matte Stellen entstehen.
- Keinen Unterschied zwischen lackiertem und geöltem Parkett beachten.
- Kein Schutz (Politur) nach dem Reinigen auftragen.
Parkett in Deutschland leidet im Winter öfter: trockene Heizungsluft macht Kratzer sichtbarer. Vorsicht bei Haustieren und harten Schuhen — Vorbeugen ist oft günstiger als Reparieren.
Fazit
Der Zahnpasta‑Trick ist kein Allheilmittel, aber ein schneller, billiger Versuch wert — wenn du richtig vorgehst. Ich habe in vielen Fällen feine Kratzer unsichtbar gemacht, aber auch gelernt: Testen, sanft bleiben, und bei Unsicherheit zum Profi gehen.
Hast du es schon mal ausprobiert — mit Zahnpasta oder einer Walnuss? Was hat bei deinem Parkett am besten geholfen? Schreib’s in die Kommentare.
