Dein Laminat hat wieder diese fiesen, sichtbaren Kratzer — genau jetzt, bevor die Schwiegermutter kommt oder Du die Wohnung neu einrichten willst. Ich habe das selbst ausprobiert: Manchmal reicht eine Tube aus dem Drogeriemarkt, manchmal macht es alles schlimmer.
Warum Du das jetzt lesen solltest: Es geht um billige Soforthilfe, die in deutschen Haushalten (vor allem nach Winter mit Streusalz und Schuhschmutz) oft das Erste ist, das man probiert. Ich erkläre genau, wie Du es richtig machst — und wann Du besser den Profi oder den Baumarkt ansteuerst.
Warum Zahnpasta bei Kratzern funktioniert — und warum nicht
Viele haben Zahnpasta auf Kratzer im Kopf, weil sie leicht abrasiv wirkt und Oberflächen aufrauen kann. Bei winzigen, oberflächlichen Kratzern kann das die Sichtbarkeit reduzieren.
- Zahnpasta poliert die oberste Schicht; sie füllt nichts auf, sondern glättet die Kante.
- Nur weiße, nicht-gelige Zahnpasta verwenden — Gel enthält oft Farbstoffe.
- Tiefere Kratzer oder fehlende Nutzschicht bleiben sichtbar; da hilft nur ein Reparatur-Kit.
Ein Vergleich, den Du verstehst
Stell Dir vor, Laminat ist wie eine glasierte Tasse: ein feiner Kratzer stört weniger, wenn die Glasur wieder leicht geglättet wird. Zahnpasta ist dabei wie feiner Schleifstaub — nützlich, aber nicht für alles.

So geht’s: Der 2‑Euro‑Trick, Schritt für Schritt
Ich habe das mehrfach getestet — in der Mietwohnung und bei Freunden. Folge dieser Reihenfolge, dann bleibt es meistens beim gewünschten Ergebnis.
- Reinigen: Wisch den Bereich mit warmem Wasser und mildem Reinigungsmittel. Keine Seifenreste!
- Testen: Probiere die Zahnpasta an einer unauffälligen Ecke (z. B. unter dem Schrank). Immer zuerst testen.
- Auftragen: Ein erbsengroßer Klecks weiße (non-gel) Zahnpasta auf ein weiches Tuch.
- Sanft polieren: Kreisende Bewegungen, geringer Druck, 20–30 Sekunden pro Stelle.
- Abwischen: Feuchtes Tuch, dann trocken polieren mit Mikrofaser.
- Nachcremen (optional): Bei verbliebener Matte: ganz wenig Möbelpolitur oder ein Tropfen Olivenöl einreiben, auspolieren.
Kurz und knapp: Materialien
- weiße Zahnpasta (keine Gelpaste)
- weiches Baumwolltuch oder Mikrofasertuch
- feuchtes Tuch zum Abwischen
- optional: Laminatreparaturstift oder Möbelpolitur (Baumarkt, ca. 5–15 €)
Wann Du es bleiben lassen solltest
Ich sah zu viele missglückte Versuche — schiefer Glanz, weißliche Ränder oder ein größerer Farbunterschied. Zahnpasta hilft nicht bei:
- tiefe Kratzer, die die Dekorschicht durchbrechen
- Kratzer entlang der Fuge oder an Kanten
- bereits geschädigter Versiegelung (Wasser dringt ein)
Wenn Du unsicher bist, lohnt sich ein Kurzbesuch bei OBI, Hornbach oder Bauhaus — dort gibt es spezielle Reparatursets und Farbstifte für Laminat, meist zwischen 5 und 20 €.

Fehler, die Du vermeiden musst
- Nicht mit grobem Druck arbeiten — das verschlimmert die Kratzer.
- Keine Scheuermilch oder grobe Zahnpasta benutzen.
- Keine aggressive Chemie danach verwenden (z. B. scharfe Reiniger).
Mini‑Lifehack: Wenn der Fleck heller bleibt
Manchmal bleibt nach dem Polieren ein heller Streifen. Dann hilft ein kleiner Trick, den ich aus einer Berliner WG gelernt habe:
- Ein Tropfen Olivenöl auf ein Tuch, sehr dünn einreiben.
- 5 Minuten einwirken lassen, dann mit sauberem Tuch polieren.
- Das Öl zieht in die Kante ein und gleicht den Farbton leicht an.
Das funktioniert nicht bei tiefen Beschädigungen, aber oft bei kleinen Schrammen nach Winter und Straßenschmutz.
Was ich aus meinen Tests gelernt habe
Der 2‑Euro‑Trick ist kein Zauber, aber ein schneller, günstiger Versuch wert — vor allem wenn Du kurz vor Gästen stehst oder eine schnelle optische Aufbesserung brauchst. Für den Wert Deiner Wohnung beim Verkauf oder bei sehr sichtbaren Schäden investiere lieber in ein Reparaturset oder ruf einen Profi.
Und jetzt Du: Hast Du Zahnpasta schon mal auf Laminat probiert — mit Glück oder mit Katastrophe? Schreib’s unten, ich bin neugierig auf Deine Erfahrungen.
