Fliesen sehen matt, verkratzt oder mit schwarzen Schuhspuren aus — und du willst das schnell weg haben. Ich habe bemerkt, dass viele Leute zuerst teure Reiniger kaufen, obwohl eine Tube Zahnpasta oft genügt. Lies weiter, wenn du heute noch ein sichtbares Ergebnis willst, ohne den Profi zu rufen.
Warum das tatsächlich funktioniert
Zahnpasta enthält feine Schleifpartikel und Tenside. In meiner Praxis wirkt sie oft wie sehr feines Schmirgelpapier für kleine Schäden — ohne die Oberfläche sofort zu ruinieren.
Kurz gesagt: Zahnpasta reinigt, poliert und löst leichte Ablagerungen. Teste zuerst an einer unauffälligen Stelle, bevor du großflächig schrubbst.
Was Zahnpasta kann — und was nicht
- Entfernt Schuh- und Gummispuren auf glasierten Fliesen.
- Blendet feine Kratzer auf Keramikoberflächen aus.
- Frischt verfärbten Fugenmörtel bei kleinen Flächen auf.
- Keine Wunder bei starkem Kalk (hier helfen Entkalker) oder bei Naturstein wie Marmor.
- Für großflächige Reinigung ist spezialisierter Fliesenreiniger oft einfacher.

3 praktische Anwendungen (mit Schritt-für-Schritt)
1) Schuhspuren und Gummistreifen entfernen
Material: weiße, nicht-gelartige Zahnpasta, weiches Mikrofasertuch, Wasser.
- Fläche trocken abwischen.
- Eine erbsengroße Paste auf das Tuch geben.
- In kreisenden Bewegungen leicht reiben (10–20 Sekunden).
- Mit feuchtem Tuch nachwischen und trocken polieren.
2) Verfärbte Fugen schnell auffrischen
Material: Zahnpasta + alte Zahnbürste, Handschuhe, lauwarmes Wasser.
- Zahnpasta direkt auf die Fugenzone geben.
- Mit der Bürste schrubben (nicht zu stark bei porösem Mörtel).
- Gründlich abspülen und trocknen lassen.
Bei stark verschmutzten Fugen ist das nur ein Kurztest — professionelles Fugenweiß oder ein Backpulver-Paste kann besser sein.
3) Kleine Kratzer polieren
Material: sehr feine Zahnpasta, weiches Baumwolltuch.
- Eine minimale Menge Paste auftragen.
- Sanft in Richtung des Kratzers reiben, nicht dagegen.
- Rest abnehmen und Glanz prüfen.
Werkzeug-Check: Was du im Schrank haben solltest
- Weiße Zahnpasta (keine farbigen Gelpasten).
- Mikrofasertücher, alte Zahnbürste.
- Gummihandschuhe, Eimer mit Wasser.
- Im Zweifel: Testpanel (verdeckte Fliese).
Wann du die Finger davon lassen solltest
- Nicht auf Marmor oder echtem Naturstein — Zahnpasta kann empfindliche Oberflächen mattieren.
- Bei starken Kalkablagerungen hilft Essig oder ein Entkalker mehr.
- Großflächiger Schmutz: lieber Fliesenreiniger aus Obi, Bauhaus, Hornbach oder Drogerie (DM, Rossmann).
- Farbige Gel-Pasten können Farbrückstände hinterlassen — immer weiße Paste nutzen.

Preis- und Alltagsrealität in Deutschland
In Deutschland zahlst du für eine Tube Zahnpasta meist 1–3 € (Aldi, Lidl, DM). Ein spezieller Fliesenreiniger kostet oft 4–10 €; für kleine Notfälle ist Zahnpasta also preiswert und schnell zur Hand.
Übrigens: In Regionen mit sehr hartem Wasser (vielerorts in Deutschland ein Thema wegen Kalk) helfen Zahnpasta-Tricks weniger — da brauchst du Entkalker oder Zitronensäure.
Und jetzt das Beste: ein Mini-Hack, den wenig Leute kennen
Für matte Glasfliesen oder Duschwände mische einen Teelöffel Zahnpasta mit einem Teelöffel Backpulver. Trage die Mischung punktuell auf, lasse 2–3 Minuten einwirken und poliere dann mit einem feuchten Tuch. Das Ergebnis ist oft glatter als mit Zahnpasta allein — aber immer erst testen.
Ich habe diesen Weg oft vor Gästeankünften genutzt — funktioniert schnell und kostet fast nichts. Aber: bei großem Schmutz ist das nur Kurzfristpflege, kein Ersatz für gründliche Reinigung.
Zum Schluss: Probier es an einer unauffälligen Stelle — und sag mir, welcher Trick bei dir am besten funktioniert hat. Hast du eigene Zahnpasta-Hacks für Zuhause?
