WD-40 auf den Winterstiefeln? Warum Handwerker das immer tun

WD-40 auf den Winterstiefeln? Warum Handwerker das immer tun
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Nasse, salzverkrustete Stiefel nach einem Morgen auf der Baustelle nerven — und kosten. Wenn du diesen Winter nicht dauernd neue Schuhe kaufen willst, solltest du wissen, warum viele Handwerker zur Dose WD‑40 greifen.

Ich habe das selbst beobachtet: Auf der Baustelle in München sprühen Kollegen das Zeug früh auf Metallösen und Reißverschlüsse. Lies weiter — es ist praktisch, aber nicht ohne Tücken.

Warum Handwerker WD‑40 lieben

Kurz: Es wirkt schnell, ist billig und jeder hat es im Werkzeugkasten. In meiner Praxis auf der Baustelle sah ich diese Gründe immer wieder:

  • Verdrängt Wasser in Sekunden: Nach Schneematsch perlt Feuchtigkeit von Metallteilen meist ab.
  • Schützt Metall vor Streusalz-Korrosion — besonders Ösen, Haken und Reißverschlüsse.
  • Erleichtert das Schnüren: feuchte oder gefrorene Schnürsenkel rutschen besser durch die Ösen.
  • Schnelle Notlösung: kostet in Baumärkten wie Hornbach oder Bauhaus nur ein paar Euro; man hat es griffbereit.

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Die versteckte Gefahr — was viele übersehen

Jetzt die Kehrseite: WD‑40 ist kein Wundermittel für Leder. Ich bemerkte an meinen eigenen Lederstiefeln, dass das Leder streifig und trocken wirkt, wenn man zu oft sprüht.

  • Kann Leder entfetten und auf Dauer spröde machen.
  • Manche Kunststoffteile und Gummis können angegriffen werden — die Sohle wird nicht besser, nur kurzfristig rutschiger oder weicher.
  • Auf Fliesen in der Wohnung ergibt sich eine kleine Rutschfalle — vorsichtig beim Betreten.
  • Geruch: Wochenlang Ölgeruch möglich, besonders in geschlossenen Autos.

Welche Teile du bedenkenlos behandeln kannst

  • Metallösen, Haken und Reißverschlüsse: meist unproblematisch und nützlich.
  • Stahlkappen bei Arbeitsschuhen: guter Rostschutz.
  • Auf die Sohle nur sparsam — teste, ob die Mischung auf nassem Untergrund rutschiger wird.

So machst du’s richtig: Schritt-für-Schritt

Wenn du WD‑40 verwenden willst, mach es so — ich hab’s mehrfach getestet und das ist die pragmatischste Methode:

  • 1. Reinige zuerst Salz & Schmutz mit einer Bürste oder einem feuchten Lappen.
  • 2. Sprüh einen kleinen Testbereich an der Innenseite der Ferse oder unter einer Öse und warte 24 Stunden.
  • 3. Wenn kein Verfärben oder Versprödung: Sprühe sehr gezielt auf Metallteile, nicht großflächig aufs Leder.
  • 4. Überschuss mit Küchenpapier abwischen — niemals tropfnass lassen.
  • 5. Später (am besten am Abend) Leder mit Lederbalsam oder Fett nachbehandeln — das stellt Fettgehalt und Geschmeidigkeit wieder her.

Alltags-Hacks aus der Werkstatt

Ein paar Praxis-Tricks, die ich auf Baustellen und aus dem Schuherlebnis in Deutschland gesammelt habe:

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  • Salz entfernen: Mische 1 Teil weißen Essig mit 2 Teilen Wasser, tupfe die Stelle, dann gründlich trockenreiben und pflegen.
  • Wenn du keinen Lederbalsam hast: Bienenwachs oder ein Tropfen Schuhcreme schützt kurzfristig.
  • Für Gore‑Tex/Outdoor‑Stiefel: Verwende statt WD‑40 besser ein Silikon‑Spray oder Imprägnierspray (Marken wie Nikwax oder Grangers gibt’s bei Decathlon oder Globetrotter).
  • Verhindere Geruch: Zeitungspapier in die Stiefel stopfen und über Nacht trocknen lassen — funktioniert in jedem Münchner Altbau‑Heizkörperzimmer.

Wenn du nichts anderes hast — kurz und ehrlich

Übrigens: WD‑40 ist eine super Kurzzeitlösung für Metalldteile und nasse Ösen. Für Leder ist es jedoch keine Dauerpflege. Behandle es wie Kaugummi am Ärmel: praktisch, aber nicht elegant.

Fazit — kurz und ehrlich

WD‑40 kann dir den Morgen retten: weniger festgefrorene Schnürsenkel, geschützte Ösen und weniger Rost. Aber zu häufiges Aufsprühen zerstört das Leder auf lange Sicht.

Hast du WD‑40 schon an deinen Stiefeln ausprobiert — und wenn ja: hat es geholfen oder Schaden angerichtet? Schreib deine Erfahrung in die Kommentare.