Was Elektrotechniker über Ihre Steckdosenleiste NICHT sagen dürfen

Was Elektrotechniker über Ihre Steckdosenleiste NICHT sagen dürfen
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Deine Steckdosenleiste riecht manchmal leicht nach Plastik? Oder die Lampe flackert, sobald Du den Wasserkocher anschaltest? Das sind keine Kleinigkeiten — das ist ein Warnsignal. Viele unterschätzen, wie schnell eine billige Leiste zum Brandrisiko wird, besonders bei den steigenden Strompreisen und dem Einsatz von Home-Office-Geräten.

Warum Deine Leiste öfter ausfällt, als Du denkst

Ich habe bemerkt, dass Verbraucher in Deutschland oft die gleiche Fehlerquelle übersehen: die Kombination aus Mehrfachsteckdose + starke Geräte + lange Nutzungsdauer. In meiner Praxis—bei Tests und Gesprächen mit Elektrikern—tritt das gleiche Muster auf.

Steckdosenleisten sind nicht für Dauerbetrieb mit hoher Last gebaut. Sie sind kein Ersatz für eine fest installierte Steckdose.

Das passiert im Inneren (ohne dass Du es riechst)

  • Kontakte lockern sich durch Erwärmung — höhere Übergangswiderstände = mehr Wärme.
  • Innere Bauteile wie Überspannungsschutz (MOV) altern—nach einem Blitzsturm ist die Schutzwirkung geringer.
  • Billige Produkte haben dünnere Leiter und sparen an Isolation: das ist ein Zeit-Bomben-Prinzip.

7 Dinge, die Elektrotechniker nicht laut sagen — aber Du wissen solltest

  • LED- oder Reset-LEDs sind kein Freifahrtschein. Grüne Leuchte heißt nicht, dass der Überspannungsschutz noch intakt ist.
  • Herstellerangaben gelten oft für ideale Bedingungen — in Wohnzimmern mit Teppich und abgedeckten Leisten steigen Risiken.
  • Daisy-Chaining (Steckdosenleisten an Steckdosenleisten) ist wie mehrere Verlängerungen hintereinander — das erhöht Verlust und Hitze.
  • Heizgeräte, Wasserkocher, und Föhne sind Tabu auf einer Mehrfachsteckdose.
  • Kinder-Schutzklappen sind gut, aber bei manchen Billigmodellen nur dünner Kunststoff — kein echter Schutz.
  • Überspannungsschutz verschleißt. Nach einem Blitz oder mehreren starken Überspannungen ist er oft wirkungslos.
  • Wenn die Leiste beim Anfassen warm wird oder braune Verfärbungen hat — sofort ersetzen.

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Wie Du schnell checkst, ob Deine Leiste gefährlich ist

Ich habe einfache Tests gemacht, die Du zuhause ohne Schraubendreher durchführen kannst. Keine Öffnung der Leiste, kein Basteln an der Hausinstallation.

  • Visuelle Kontrolle: Risse, Schmelzspuren, Verfärbungen oder verschobene Steckkontakte.
  • Geruchstest: Plastikgeruch ist kein Nebengeräusch, sondern Warnsignal.
  • Lasttest mit Messgerät:
    • Besorge ein einfaches Energie-Messgerät (Conrad, Amazon, MediaMarkt, ~10–20 €).
    • Stecke das Messgerät zwischen die Steckdose und ein Gerät (z. B. Laptop-Netzteil) und notiere Watt/Amperes.
    • Rechne: Summe aller Geräte darf die Ampere-/Watt-Angabe der Leiste nicht überschreiten (aufgedruckt: z. B. 16 A / 3680 W bei 230 V).
  • Temperaturkontrolle: Nach 10–15 Minuten Belastung die Leiste anfassen. Warm ist okay; heiß ist gefährlich. Alternativ ein Infrarot-Thermometer nutzen (~20–50 €).

Konkrete Life-Hack: So schützt Du Dein Home-Office in 5 Minuten

Viele arbeiten in Deutschland derzeit von Zuhause — ich habe das getestet und diese praktische Routine für Dich:

  1. Trenne Heizgeräte und Kaffeekocher von der Mehrfachsteckdose.
  2. Stecke die wichtigsten Geräte (Laptop, Monitor, Router) in eine separate, geprüfte Überspannungsschutzleiste mit VDE/TÜV-Siegel. Preis: ca. 20–40 € in OBI/Hornbach/MediaMarkt.
  3. Nutze ein Energie-Messgerät für 24 Stunden: Du siehst Spitzenlasten und kannst sie reduzieren.
  4. Verlege die Leiste so, dass Luft zirkulieren kann — nicht unter Teppich oder Couch.
  5. Wenn die Sicherung öfter rausgeht: Ruf einen Elektriker. Keine Kompromisse bei der Hausinstallation (FI-Schutzschalter prüfen lassen).

Was man in deutschen Haushalten oft falsch macht

Bei Freunden und Bekannten sehe ich wiederkehrende Fehler:

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  • Mehrfachsteckdosen als permanente Lösung für zu wenige feste Steckdosen.
  • Billig-Importe ohne Prüfsiegel gekauft, weil sie „schön“ und günstig sind.
  • Ungeduld: Nach einem Reset- oder Überspannungsereignis bleibt die Leiste im Betrieb—ohne zu wissen, ob der Schutz noch greift.

Metapher, damit es klickt

Eine Steckdosenleiste ist wie ein Regenschirm: Er schützt vor leichtem Regen, aber wenn ein Sturm kommt, kann er reißen. Überspannungsschutz ist der Stoff — nach einem großen Gewitter ist er oft durch.

Wann Du sofort handeln musst — rote Flaggen

  • Geruch nach verbranntem Plastik.
  • Sichtbare Schmelzspuren oder braune Ränder.
  • Starkes Flackern oder wiederholtes Auslösen der Sicherung.
  • Leiste wird sehr heiß beim Berühren.

By the way: Wenn Du in einer Altbauwohnung in Berlin oder einer Neubau-WG in München lebst — die gleiche Regel gilt. Investiere lieber 20–40 € in eine geprüfte Leiste als im Notfall tausende Euro Schaden zu riskieren.

Kurzcheck-Liste zum Ausdrucken

  • Prüfzeichen vorhanden? (VDE/TÜV)
  • Keine Heizgeräte anschließen
  • Keine Kettenbildung von Leisten
  • Regelmäßig Sicht- und Geruchstest
  • Bei Zweifeln: Elektriker rufen

Zum Schluss: Überspannungsschutz ist kein Dauer-Abo — er altert. Tausche Leisten nach 3–5 Jahren, bei sichtbaren Schäden sofort.

Hast Du schon einmal eine Steckdosenleiste ersetzt, weil sie warm wurde oder geraucht hat? Erzähl kurz, was passiert ist — welche Leiste, wo gekauft, und ob der Schaden geblieben ist.