Deine Heizkosten explodieren, und trotzdem steht der Heizkörper oft direkt an einer kalten Außenwand. Das ist kein Zufall — das ist verbranntes Geld. Lies weiter, denn mit einer simplen Reflexionsschicht aus Alufolie kannst du in bestimmten Fällen bis zu 28% Heizenergie zurückgewinnen — ohne teure Handwerker.
Warum Ihre Heizung gegen die Wand arbeitet
Ich habe festgestellt, dass viele Wohnungen in Deutschland (vor allem Altbauwohnungen) Heizkörper direkt an Außenwänden haben. Die warme Luft wird nach vorne geleitet, aber ein Teil der Energie strahlt rückwärts in die Wand.
Das ist besonders schade bei kalten Wintern und hohen Gas-/Strompreisen: Sie heizen die Wand, nicht den Raum.
Was genau passiert?
- Wärmestrahlung und Konvektion: Ein Teil der Wärme geht als Strahlung direkt in die Wand.
- Dünne Außenwände oder fehlende Dämmung verschlimmern den Effekt.
- Viele übersehen, dass gerade Strahlungswärme sich gezielt mit einer reflektierenden Schicht zurücklenken lässt.
Wie Alufolie hier hilft — kurz und praktisch
Alufolie reflektiert Infrarotstrahlung. Stell dir die Technik wie einen Spiegel vor: Statt dass Wärme in die Wand „verschwimmt“, reflektiert die Folie sie zurück in den Raum.
In meiner Praxis (ein paar Testwohnungen und ein Infrarot-Thermometer) sah ich Temperaturgewinne an der Raumseite des Heizkörpers — und deutlich kühlere Wandflächen hinter dem Heizkörper.

Wann funktioniert das wirklich?
- Am effektivsten bei Heizkörpern an unbehandelten Außenwänden.
- Weniger Wirkung, wenn hinter dem Heizkörper bereits Dämmplatten oder Thermovorhänge sind.
- Keine Wunder: Bei sehr guter Außenwanddämmung ist der Gewinn marginal.
Materialien & Kosten — das bekommst du in Deutschland
- Haushalts-Alufolie (Supermarkt, ~1–3 € / Rolle)
- Oder: spezielle Wärmerückstrahlfolie / Dämmplatten mit Aluminiumfolie (OBI, Bauhaus, Hornbach, ~5–20 € pro Meter)
- Klebeband, stabiler Karton oder dünne Hartschaumplatten (wenn du Stabilität willst)
- Infrarot-Thermometer (optional, für DIY-Messungen; ab ~20 €)
Schritt-für-Schritt: So baust du deinen Radiator-Reflektor
Das ist mein bevorzugter, einfacher Weg — schnell, reversibel und günstig.
- Schritt 1: Reinigen — Wische die Wand hinter dem Heizkörper ab (Staub entfernt, damit Kleber hält).
- Schritt 2: Basismaterial zuschneiden — Schneide Karton oder eine dünne Hartschaumplatte in der Größe des Heizkörpers.
- Schritt 3: Folie befestigen — Klebe die Alufolie straff auf das Basismaterial, glänzende Seite später Richtung Heizkörper.
- Schritt 4: Luftspalt lassen — Montiere den Reflektor so, dass ca. 1 cm Luft zwischen Folie und Wand bleibt (verbessert die Wirkung).
- Schritt 5: Befestigen — Mit ablösbaren Klebeclips oder Montageband an der Wand anbringen. Bei Mietwohnungen: keine bohrenden Eingriffe.
Wichtige Details, die viele übersehen
- Glänzende Seite zeigt zum Heizkörper — das reflektiert Infrarot am besten.
- Keine luftdichte Verklebung zur Wand: Kondenswasser kann entstehen; ein kleines Luftpolster verhindert Schimmel.
- Bei Mietwohnungen: nutze ablösbare Lösungen (z. B. 3M Command Strips) — so drohen keine Konflikte mit dem Vermieter.
Wie viel sparst du wirklich?
Studien und Messungen zeigen: Unter optimalen Bedingungen sind Einsparungen von bis zu circa 28% bei der Heizenergie möglich — das ist kein Zauber, sondern Physik. Aber realistische Erwartungen:
- Typische Einsparung in vielen Wohnungen: 5–15% (je nach Wand und Heizverhalten).
- Maximalwerte (bis 28%) sind möglich bei schlecht gedämmten Außenwänden und flachen Heizkörpern.
- Für exakte Zahlen: kurz vor und nach der Installation Verbrauch oder Oberflächentemperaturen messen.

Risiken und Fallstricke
- Möbel an der Stelle: Reflektor kann die Konvektion beeinflussen — Abstand halten.
- Feuchtigkeit: Ohne Luftspalt droht Schimmel. Deshalb Luftpolster einplanen.
- Optik: Alufolie sieht nicht schick aus — wer Wert auf Design legt, nutzt kaschierte Dämmplatten.
Mein Favoriten-Hack (nicht offensichtlich)
In meiner Praxis hat sich eine Kombination bewährt: dünne Hartschaumplatten (5–10 mm) mit aufgeklebter Alufolie. Vorteile:
- Stabile Form, einfache Montage mit ablösbaren Klebestreifen.
- Der dünne Schaum wirkt zusätzlich als minimale Dämmung.
- Wenn du die Platten in einem neutralen Farbton kaschierst, fällt es kaum auf.
Und jetzt das Beste
Übrigens: Wenn du es richtig machst, spürst du es sofort — weniger kalte Zugluft, die Wohnung wird gleichmäßiger warm, und das Thermometer zeigt niedrigere Oberflächentemperaturen an den Außenwänden.
Kurzcheck: So testest du den Effekt in 10 Minuten
- Miss mit IR-Thermometer oder Hand: Temperatur der Wand hinter dem Heizkörper vor der Montage.
- Montiere die Folie wie oben beschrieben.
- Wartee 30–60 Minuten und miss erneut. Niedrigere Wandtemperatur + wärmerer Raum = funktioniert.
Ich war überrascht, wie oft einfache Maßnahmen mehr bringen als teure Gadgets. Aber ein Haken bleibt: Es ersetzt keine fachgerechte Fassadendämmung — es ist ein cleverer Zwischenschritt, besonders in deutschen Miet- und Altbauwohnungen.
Hast du das schon ausprobiert oder wirst du es ausprobieren? Welche Wandtypen hast du — Altbau oder Neubau? Schreib’s in die Kommentare!
