Mechaniker verraten: Der häufigste Fehler beim Ölwechsel

Mechaniker verraten: Der häufigste Fehler beim Ölwechsel
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Du denkst, Ölwechsel ist eine Routine, die man schnell nebenbei machen kann? Ich habe in der Werkstatt zu oft Autos gesehen, die genau deshalb Probleme haben. Der falsche Ölauftrag (Viscosity/Specs) ist der Fehler, der am häufigsten übersehen wird — und er kann langfristig richtig teuer werden. Lies das jetzt, bevor Du das nächste Mal selbst Hand anlegst oder zum Billiganbieter fährst.

Warum das hier so oft schiefgeht

In meiner Praxis fällt mir immer wieder dasselbe Muster auf: Leute oder Werkstätten wählen ein Öl nach Preis, nicht nach Spezifikation. Du willst sparen — und am Ende zahlt der Motor.

  • Falsche Viskosität: Zu dickes oder zu dünnes Öl verändert den Druck und die Schmierung.
  • Falscher Öltyp (z. B. kein Longlife-Öl bei VW‑Modellen): Das kann die Serviceintervalle und DPF / Turbolader beeinträchtigen.
  • Unkenntnis der Herstellervorgaben: Das Handbuch liegt im Handschuhfach — nutze es.

Stell Dir das so vor

Öl funktioniert wie ein Filterkaffee: Wenn Du das falsche Papier nimmst, läuft es anders durch und schmeckt (bzw. schmiert) nicht richtig. Bei Motoren ist das Ergebnis jedoch nicht nur ein schlechter Geschmack, sondern erhöhter Verschleiß.

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Die typischen Missverständnisse — kurz und knapp

  • „5W-30 ist immer okay“ — Falsch. Nicht alle 5W‑30 sind gleich; es gibt verschiedene Spezifikationen (z. B. ACEA, Herstellerfreigaben).
  • „Billiger Markenwechsel ist dasselbe wie Markenöl“ — Nicht immer. Additive und Qualität variieren.
  • „Wenn der Serviceintervall blinkt, ist nur die Meldung wichtig“ — Der Öltyp, der vorher genutzt wurde, entscheidet oft über das Intervall.

Was ich konkret anders mache (und Du auch sofort kannst)

In meiner Werkstatt folge ich einer einfachen Priorität: Erst die Vorgaben des Herstellers, dann alles andere.

  • Ich prüfe das Fahrzeughandbuch oder die Fahrgestellnummer (VIN) vor dem Kauf des Öls.
  • Bei Modellen mit DPF/Longlife nutze ich nur freigegebene Longlife-Öle (z. B. VW 504/507).
  • Ich kontrolliere nach dem Wechsel den Ölstand richtig — nicht sofort, sondern nach Warmfahren und 5 Minuten Stillstand.

Praktischer Life-Hack: Richtig prüfen nach dem Ölwechsel (Schritt-für-Schritt)

  • 1) Motor kurz laufen lassen (30–60 Sekunden), dann ausstellen.
  • 2) 5 Minuten warten, damit das Öl zurückläuft.
  • 3) Auto auf ebener Fläche abstellen.
  • 4) Ölpeilstab herausziehen, abwischen, wieder komplett einstecken und erneut ablesen.
  • 5) Bei Unsicherheit lieber minimal nachfüllen — Überfüllung ist gefährlicher als ein halber Liter zu wenig.

Was viele falsch machen — und wie Du es vermeidest

Ein Fehler, den ich oft sehe: Ölfilter werden nicht vorbefüllt oder lose Handfest angezogen. Das führt beim Start zu Luft in der Ölversorgung oder zu Lecks. Kleine Nachlässigkeiten, große Folgen.

  • Immer neuen Ölfilter montieren und, wo möglich, vorbefüllen.
  • Dichtring der Ablassschraube ersetzen und Drehmoment beachten (Herstellerangabe).
  • Nach dem Wechsel auf Dichtheit prüfen — 5 Minuten laufen lassen und schauen, ob irgendwo Öl austritt.

Regionale Tipps für Deutschland

Ich habe Kunden aus Berlin bis Bayern: Die Probleme sind ähnlich, aber ein paar deutsche Realitäten helfen bei der Entscheidung.

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  • Günstige Kettenwerkstätten wie ATU sind praktisch, aber frage aktiv nach Freigaben (VW 504/507 etc.).
  • Entsorge Altöl umweltgerecht: Wertstoffhof oder Tankstellen wie Aral nehmen es kostenfrei an — das ist kein Grauzonen-Müll.
  • Im Winter kann ein etwas dünneres Startöl (niedrigere Winterviskosität) sinnvoll sein; schau in die Herstellerempfehlung.

Wie viel kostet die richtige Entscheidung?

Ein realistischer Überblick für Deutschland:

  • DIY: Öl + Filter ~ 30–70 € (je nach Ölqualität, synthetisch teurer)
  • Werkstatt: 70–150 € (inkl. Entsorgung und Material)
  • Wichtig: Spare nicht an der falschen Stelle. Falsches Öl kann bei einem Motorschaden mehrere Tausend Euro kosten.

Ein letzter praktischer Tipp

Wenn Du unsicher bist: fotografiere den alten Öl-Sticker, das Serviceheft oder die Ölspezifikation und zeige es dem Mechaniker. In meiner Erfahrung sparen klare Fotos Missverständnisse — und oft auch Geld.

Und jetzt für die Aktion: Wenn Du das nächste Mal einen Ölwechsel planst, öffne das Handschuhfach, schau nach der Freigabe und vergleiche vor dem Kauf — das dauert 2 Minuten und kann Deinem Motor Jahre schenken.

Zum Schluss: Welche Erfahrungen hast Du mit Ölwechseln gemacht — selbst Hand angelegt oder lieber in die Werkstatt? Teile Deine Story unten.