Du öffnest das Mehlglas und siehst winzige Fäden oder kleine Motten — das Grauen in der Vorratskammer. Das ist nicht nur eklig, das kann auch ganze Backpläne zerstören. Lies jetzt weiter: Ich zeige, wie ein einfaches Lorbeerblatt seit Generationen hilft und welche Schritte wirklich wirken.
Warum Großmutter oft Recht hatte
Ich bemerkte das erste Mal den Effekt vor Jahren, als ein Paket Mehl aus dem Schrank unangenehm roch — nach einem Lorbeerblatt, das dort lag. Nachdem ich das Mehl umgefüllt hatte, blieben größere Probleme aus.
Lorbeer enthält ätherische Öle wie Cineol und Linalool, die viele Vorratsschädlinge irritieren. Das ist kein Hexenwerk, sondern ein einfacher Geruchsschutz.
Welche Schädlinge werden tatsächlich beeinflusst?
- Mehlmotte (häufigster Haus‑Schädling in deutschen Küchen)
- Mehlkäfer und Kornkäfer
- Kleiner Reiskäfer (in Getreideresten)
Was Lorbeer nicht kann — und warum du vorsichtig sein musst
Viele überbewerten das Blatt. Wenn die Küche schon voll von Eiern ist, hilft Lorbeer allein nicht mehr. Ich habe das lehrreich gelernt: ein Blatt ist eher Prävention als Therapie.

- Bei starker Befall brauchst Du Gefrierbehandlung, Fallen oder Austausch des Produkts.
- Zuviel Lorbeer in offenem Mehl kann leichte Aromaspuren hinterlassen — bei Kuchen merkbar.
- Frische Blätter verfaulen — immer getrocknete verwenden.
Praktischer Life‑Hack: So benutzt Du Lorbeer richtig
In meiner Praxis mit Vorräten hat sich eine Kombination aus Lorbeer und sinnvoller Lagerung bewährt. Hier die Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung, die Du sofort umsetzen kannst.
Schritt für Schritt
- Neue Packung Mehl beim Einkauf kurz kontrollieren — supermärkte wie Edeka, Rewe, Aldi oder Lidl sind nicht automatisch frei von Eiern.
- Frisches Mehl 48–72 Stunden im Gefrierfach bei −18 °C lassen, wenn möglich (tötet Larven und Eier).
- Mehl in luftdichte Glasbehälter (1–2 kg pro Glas) umfüllen — Schraubgläser von IKEA oder DM sind ideal.
- Je Glas 1 Lorbeerblatt dazulegen. Bei 5 kg in einem Sack: 3–4 Blätter pro geschlossenen Sack.
- Blätter alle 2–3 Monate erneuern; befallene Packungen sofort entsorgen und Glas heiß auswaschen.
Ein einfacher Tipp, den viele übersehen: Packe Lorbeerblätter in ein kleines Baumwollsäckchen oder in Küchenpapier, statt sie lose ins Mehl zu geben — so vermeidest Du Aromaspuren und kannst das Blatt leicht tauschen.
Weitere Maßnahmen, die wirklich helfen
- Regelmäßig Schränke ausmisten und auswischen (warme Seifenlauge, dann trocknen).
- Pheromonfallen gegen Mehlmotten in der Vorratskammer aufstellen (gibt’s bei Amazon, Rossmann).
- Backzutaten datieren und FIFO-Prinzip: älteres zuerst verwenden.
- Große Getreidevorräte in kühlen, trockenen Räumen aufbewahren — deutsche Sommer können warm und feucht werden, das fördert Schädlingsentwicklung.
Vergleich: Lorbeer ist wie ein Duft‑Zaun
Stell Dir vor, Lorbeer ist ein kleines Duft‑Schild, das Motten irritiert — wie ein Mückenspray für die Vorratskammer. Es verhindert oft den ersten, unsichtbaren Befall. Aber wenn die Untermieter schon eingezogen sind, hilft nur rigoroses Ausmisten.

Fehler, die ich selbst gemacht habe — und wie Du sie vermeidest
- Fehler: Zu viele Blätter direkt ins Mehl legen → Ergebnis: Brot schmeckte minimal anders. Lösung: Säckchen verwenden.
- Fehler: Nur auf Lorbeer vertrauen, bei sichtbaren Motten nichts weiter tun. Lösung: Kombination aus Gefrieren, Fallen und Reinigung.
- Fehler: Trockenblätter länger als ein Jahr aufbewahren. Lösung: Alle 6–12 Monate erneuern.
By the way: Lorbeerblätter kosten in Deutschland meist zwischen 0,60 € und 2,50 € pro Packung — ein günstiger Schutz im Vergleich zu dem Ärger, den Motten machen.
Kurzer Check, bevor Du loslegst
- Ist das Mehl frisch? (Geruch/Verklumpungen prüfen)
- Gläser luftdicht verschlossen?
- Gefrierbehandlung möglich?
- Hast Du Pheromonfallen zur Hand?
Fazit
Lorbeerblatt im Mehl ist kein Wundermittel, aber ein einfacher, kostengünstiger Präventivtrick, den viele unterschätzen. In Kombination mit guter Lagerung, Gefrierbehandlung und Fallen sparst Du Zeit, Geld und Nerven.
Hast Du Lorbeer schon mal gegen Vorratsschädlinge ausprobiert — und wenn ja, mit welchem Ergebnis? Teile Deine Erfahrung unten.
