Denkst du, ein Schuss Öl im Spülbecken ist harmlos? Viele unterschätzen, wie schnell sich Fett in Rohren Sammlung anlegt — und dann beginnt der Ärger. Ich habe bemerkt, dass ein einziger Haushalt oft die Verstopfung auslöst, die am Ende alle Nachbarn trifft.
Warum du das jetzt lesen solltest: Wenn du heute Abend Bratfett in die Spüle kippst, könnte das morgen eine teure Rohr-OP in deiner Wohnung oder im Hausflur bedeuten. In meiner Praxis als Handwerker sehe ich das jede Woche.
Warum Speiseöl Rohre und Kanalisation kaputtmacht
Öl und Fett verhalten sich nicht wie Wasser. Sie kleben an Rohrwänden, verbinden sich mit Waschmittelrückständen, Haaren und Essensresten — und bilden feste, gummiartige Ablagerungen.
- Öl verfestigt sich bei kühlerem Wetter – im Winter passiert das schneller als im Sommer.
- Fette reagieren mit Seife und mineralischen Rückständen: Das Ergebnis ist ein harter Belag, fast wie Kerzenwachs.
- Diese Ablagerungen verengen den Querschnitt der Rohre, wodurch das Wasser langsamer abläuft und Bakterien wachsen.
Die 7 Abflüsse, in die du niemals Speiseöl kippen darfst
1. Küchenspüle mit Müllzerkleinerer (Disposer)
Viele denken, der Zerkleinerer löst das Problem. Ich kann dir aus Erfahrung sagen: der Disposer verteilt Fett im Rohrnetz und verstopft die Rohre tiefer.
2. Normale Küchenspüle
Auch ohne Disposer bleibt das Fett an den Rohrwänden haften. Ein Löffel Öl heute, ein Rest Pommesfett morgen — und bald fließt kaum noch Wasser ab.

3. Toilette
Toiletten sind nur für menschliche Ausscheidungen und Toilettenpapier gebaut. Öl schwimmt, bindet Toilettenpapier und sorgt für langsame Abflüsse oder Rückstau.
4. Bodenabläufe im Keller oder Waschküche
Besonders in älteren Mehrfamilienhäusern sammeln sich hier Ablagerungen. Wenn der Kellerabfluss vollläuft, steht die ganze Wohnung schnell im Wasser.
5. Geschirrspüler
Fette aus Tellern landen direkt in der Hausleitung und verschlechtern die Funktion der Technik — und im Ernstfall zahlst du die Reparatur.
6. Regenrinnen und Straßenabläufe
Außenabläufe führen in das städtische Kanalsystem. Dort verstopft Fett Leitungen und belastet Kläranlagen — in Deutschland nicht nur ein Ärgernis, sondern eine kommunale Aufgabe.
7. Gemeinschaftsleitungen in Mehrfamilienhäusern
Was du in dein Rohr kippst, kann den Nachbarn treffen. Eine Verstopfung in Gemeinschaftsleitungen führt schnell zu Ärger, hohen Kosten und Diskussionen mit der Hausverwaltung.
Was du stattdessen tun solltest — praktische Tricks, die wirklich funktionieren
Übrigens: Kleinvieh macht auch Mist. Schon kleine Gewohnheitsänderungen verhindern teure Rohrarbeiten.
- Öl abkühlen lassen, in einen verschließbaren Behälter füllen.
- Behälter im Restmüll entsorgen oder zur Altölannahme beim Wertstoffhof bringen.
- Pfannen mit Küchenpapier auswischen, statt mit heißem Wasser zu spülen.

Life‑Hack: So entsorgst du Bratöl richtig in 3 einfachen Schritten
- Abkühlen lassen: Lass das Fett komplett abkühlen, es darf nicht flüssig sein.
- Umfüllen: Gieße das abgekühlte Öl in eine alte PET‑Flasche oder Einmachglas. Ein Trichter hilft. Gut verschließen und beschriften.
- Entsorgen: Bring die Flasche zum nächsten Wertstoffhof (in den meisten Städten kostenlos) oder gib sie in die Restmülltonne, wenn das lokale Regelwerk das erlaubt.
Extra‑Tipp: Wenn du häufig frittierst, sammel das Öl in einer großen Flasche. Viele Kommunen bieten kostenlose Altöl‑Sammelstellen an — einfach bei deiner Stadtverwaltung oder im Bürgerportal nach „Altölannahme + Stadtname“ suchen. In manchen REWE‑ oder Baumarkt‑Filialen gibt es ebenfalls Hinweise zu Sammelaktionen.
Wie du verstopfte Rohre vermeidest — clevere Gewohnheiten
- Vor dem Abwaschen grobe Reste in den Biomüll oder die Restmülltonne.
- Fett mit einem Stück Küchenpapier aufnehmen und in den Restmüll geben.
- Keinen heißen Wasserstrahl als „Lösung” verwenden — das verlagert das Problem nur weiter.
- Regelmäßig (einmal im Monat) heißes Wasser mit Spülmittel durchlaufen lassen, aber nicht als Freibrief für Öl.
In meiner Praxis habe ich Rohre gesehen, die aussahen, als hätten sie eine zweite Haut aus altem Bratenfett bekommen — teuer, ekelhaft und vermeidbar. Stell dir vor, das wäre dein Keller.
Und jetzt zum Interessantesten: Wenn es doch verstopft ist
Wenn es schon läuft: Versuche zuerst mechanische Methoden (Pömpel, Rohrspirale). Chemische Abflussreiniger lösen zwar Fett, greifen aber Rohre an und sind schlecht für die Umwelt. Ruf lieber einen Klempner, bevor ein Schaden an der Hauptleitung entsteht — besonders in Altbauwohnungen mit Holz- oder Gussleitungen.
Zum Schluss: Reste in einen verschließbaren Behälter und ab zum Wertstoffhof. Das ist die einfachste und sauberste Lösung.
Was ist deine Strategie gegen fettige Abflüsse? Hast du schon einmal eine fette Verstopfung erlebt — und wie hast du sie gelöst? Schreib es unten in die Kommentare.
