Ein verstopftes Klo kann deinen Vormittag ruinieren — und richtig teuer werden. Ich bemerkte in meiner Praxis immer wieder die gleichen Schuldigen: Dinge, die du für harmlos hältst, zerstören Rohre und Abwasseranlagen. Wenn du das jetzt liest, kannst du dir einen teuren Anruf beim Installateur sparen.
Warum das plötzlich nicht mehr funktioniert
Dein Abfluss ist kein Mülleimer. In deutschen Altbauten sind Rohre oft älter, in Neubauten sitzen größere Anlagen — aber beide leiden unter denselben Fehlern. Viele glauben, „klospülfreundlich“ heißt auf Nimmerwiedersehen — das stimmt nicht.
- Verstopfungen kosten Zeit, Nerven und oft mehrere hundert Euro — Monteurpauschalen liegen schnell bei 80–150 € plus Material.
- Fette sammeln sich zu sogenannten „Fatbergs“; das passiert nicht nur in London, sondern lokal in Kanalnetzen auch hierzulande.
- Feuchte Tücher und Hygieneartikel zerreißen nicht wie Toilettenpapier; sie verketten sich in Rohrbögen.
Die Sache mit alten Rohren und kommunalen Regeln
In vielen deutschen Gemeinden kannst du kleinere Mengen Fett nicht einfach in die Kanalisation kippen. Die Wertstoffhöfe (Wertstoffhof) nehmen oft Speiseöle, und Drogeriemärkte wie dm oder Rossmann verkaufen spezielle Sammelbehälter.
Was passiert technisch?
Fett härtet teilweise aus und haftet an Rohrwänden wie Leim. Feuchttücher und Damenhygiene bilden dichte Packungen. Windeln sind ein Volumenproblem — sie saugen Wasser, quellen auf und blockieren ganze Leitungsstränge.

Die 3 Dinge, die niemals ins Klo gehören
1. Feuchttücher (auch „toilettenpapiergeeignet“)
Ich sehe sie täglich. Die Verpackung lügt: Viele Feuchttücher lösen sich nicht auf. In meiner Arbeit reißen sie Abflussrohre zu Fäden und verfangen sich an Pumpen.
- Werfe Feuchttücher in den Restmüll — niemals in die Toilette.
- Auch Babytücher, Abschminktücher und WC-Reinigungstücher gehören nicht ins Klo.
2. Küchenfett und Öl
Ein Löffel Bratfett? Harmlos gedacht. In Realität setzt sich Fett in kühlen Rohren ab und wird hart wie Seife. Im Winter, wenn das Abwasser kälter ist, passiert das noch schneller.
- Sammle Öl in einem Glas oder einer Altglas-Flasche und bring es zum Wertstoffhof.
- In manchen Gemeinden darfst du kleine Mengen getrockneten Fettes in den Restmüll geben — checke deine kommunalen Regeln.
3. Binden, Tampons, Windeln
Die feinen Fäden und saugfähigen Materialien sind praktisch, zerstören aber Abflusssysteme. Ich habe Fälle gesehen, in denen ein Block aus Windeln ganze Hausanschlüsse verstopfte.
- Wickel ab, verpacke und entsorge hygienisch im Restmüll.
- In Mehrparteienhäusern: stelle einen kleinen, verschließbaren Mülleimer im Bad auf.
Schnelle Hilfe: So befreist du das Klo selbst (5 Schritte)
Wenn’s schon klemmt, probiere das zuerst — es hat mir oft einen teuren Einsatz erspart.

- 1) Handschuhe anziehen und sichtbare Fremdkörper mit einer Zange entfernen.
- 2) Gummisauger (richtiger Pümpel) bereitstellen — kein Plastikaufsatz, sondern ein guter Gummisauger.
- 3) Einen Schuss Spülmittel oder ein paar Esslöffel Spülmittel ins Wasser geben; 10–15 Minuten einwirken lassen (lösen Fett).
- 4) Starke, aber kontrollierte Pumpbewegungen mit dem Pümpel — nicht mit Gewalt, sonst spritzt es dir ins Gesicht.
- 5) Wenn das nicht hilft: Rohrreinigungsspirale (ca. 10–20 € bei Obi/Hornbach) vorsichtig einsetzen oder den Hausmeister/Installateur anrufen.
Wichtig: Niemals chemische Rohrreiniger in Kombination mit einer Spirale oder wenn du kürzlich mit einem Handwerker gearbeitet hast verwenden — gefährliche Dämpfe oder Reaktionen möglich.
Praktische Alltags-Regeln, die wirklich helfen
- Halte einen kleinen, blickdichten Mülleimer im Bad — viele trauen sich nicht, aber das ist die beste Prävention.
- Für Speiseöl: Glas sammeln, an Wertstoffhof bringen oder in speziellen Rücknahmeaktionen abgeben.
- Erkläre Mitbewohnern und Kindern kurz, was ins Klo darf — ein Schild kann Wunder wirken.
Übrigens: In Städten wie Berlin oder München sind teure Rohrsanierungen keine Seltenheit — oft zahlt die Hausgemeinschaft, nicht nur der Verursacher. Das kann richtig Ärger geben.
Letzte Worte
Die drei Dinge sind keine Mythen, sondern tägliche Praxis‑Probleme. Ich habe Haushalte gesehen, die mit einem simplen Mülleimer und etwas Vorsicht nie wieder den Klempner brauchten.
Was war das Merkwürdigste, das du oder dein Hausmeister jemals in einem Abfluss gefunden haben? Schreib es unten — ich bin gespannt (und ein bisschen erschrocken).
