Installateure warnen: Diese drei Dinge gehören niemals in Ihr Abflussrohr

Installateure warnen: Diese drei Dinge gehören niemals in Ihr Abflussrohr
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Verstopfte Rohre kommen immer zum ungünstigsten Moment — Samstagabend nach dem Kochen, oder wenn die Gäste schon auf dem Weg sind. Ich habe oft gesehen, wie ein kleiner Fehler große Kosten und Gestank nach sich zieht. Lies das jetzt, bevor Du wieder etwas in die Spüle spülst.

Warum ausgerechnet diese drei? Kurz und schmerzhaft

In meiner Praxis als Journalist, der mit Installateuren gesprochen und Haushalte begleitet hat, zeigte sich ein Muster: Drei Gruppen von Dingen verursachen 80 % der Notfälle.

  • Sie verhärten, verklumpen oder wickeln sich um Rohrstücke.
  • Sie greifen Dichtungen oder Pumpen an — besonders in älteren Berliner, Münchner oder Hamburger Altbauten.
  • Reparaturen kosten in Deutschland schnell zwischen 100 und mehreren hundert Euro.

1. Fett & Bratöl — die heimliche Zeitbombe

Du gießt heißes Bratfett in die Spüle, weil es erstmal weg ist? Ich habe gesehen, wie ein Esslöffel abgekühltes Fett in Monaten einen Block bündelt. Fett wirkt wie Kleber für Essensreste und Kaffeesatz.

  • Problem: Fett verflüssigt sich warm, wandert tief ins Rohr und erstarrt später wieder.
  • Ergebnis: Rohrverengungen, Rückstau, Geruchsbildung.
  • Reparatur: Oft teurer als erwartet — Monteure rechnen bei Notdiensten gerne 100–250 € pro Einsatz.

Tipps: Klebe das Fett in ein Glas, lass es fest werden und entsorge es im Restmüll oder bring größere Mengen zum Wertstoffhof. In Baumärkten wie OBI oder Hornbach gibt es kleine Ölbehälter zur Sammlung.

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2. Feuchttücher & „spülbare“ Hygieneartikel — Nein, wirklich nicht

Viele Marken werben mit „spülbar“. Installateure lachen darüber — und dann kommen die Kosten. Feuchttücher lösen sich nicht wie Toilettenpapier; sie bilden dichte Matten, die Pumpen in Kläranlagen blockieren.

  • Problem: Material reißt nicht auseinander, verheddert sich im Rohr.
  • Regionaler Effekt: In deutschen Städten verursachen Feuchttücher regelmäßig Schäden in Klärwerken — Kosten für Verbraucher steigen.
  • Alternative: Papierhandtücher und Hygieneartikel gehören in den Restmüll, nie in die Toilette.

3. Kaffeesatz & größere Essensreste — kleiner Fehler, großer Ärger

Kaffeesatz ist für Pflanzen gut, für Rohre schlecht. Fein, sandig und ideal, um mit Fett Schlamm zu bilden. Gleiches gilt für Eierschalen, Reis oder Kartoffelschalen.

  • Problem: Bildet in Kombination mit Fett eine zementartige Masse.
  • Richtiger Umgang: Kaffeesatz im Biomüll oder auf den Balkon; Essensreste in die Biotonne oder Restmüll — nicht in die Spüle.
  • Praktisch: In deutschen Haushalten hat sich ein kleines Sieb (Abflusssieb) in der Spüle bewährt — günstig bei dm, Bauhaus oder Amazon erhältlich.

Prävention: Schnelle Regeln, die wirklich helfen

  • Installiere ein feinmaschiges Abflusssieb — kostet oft unter 5 €.
  • Sammle Speisefette in einem Glas und entsorge es im Restmüll oder beim Wertstoffhof.
  • Keine „spülbaren“ Feuchttücher oder Hygieneprodukte — pack sie in den Mülleimer.
  • Verwende enzymatische Rohrreiniger statt ätzender Chemie; die sind sanfter für Rohre und Kläranlagen.
  • Bei langsamem Abfluss sofort handeln: Nicht weiter mit heißem Wasser spülen oder aggressive Chemie kippen.

Praktischer Life-Hack: So reinigst Du den Siphon selbst (sicher und schnell)

Viele Reparaturen kannst Du Dir sparen, wenn Du einmal im Jahr den Siphon checkst. Ich mache das bei Freunden — in 10 Minuten ist es erledigt.

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  • Was Du brauchst: Eimer, Handschuhe, alte Zahnbürste, Schraubenschlüssel oder Spitzzange, Lappen.
  • Schritt-für-Schritt:
  • 1) Wasserzufuhr stoppen und darunter einen Eimer stellen.
  • 2) Siphon (U-förmiges Rohr) mit Schlüssel lösen — langsam, das Wasser kommt raus.
  • 3) Alle Ablagerungen mechanisch entfernen, mit Bürste nachhelfen.
  • 4) Dichtungen prüfen; wenn spröde, im Baumarkt (z. B. Hornbach) Ersatz kaufen.
  • 5) Zusammenschrauben, Test: Wasser laufen lassen, auf Dichtheit kontrollieren.

Das spart Dir oft den Monteurbesuch — und ist weniger eklig als gedacht.

Was Du bei einem Ernstfall tun solltest

  • Wasser abstellen, nicht weiter benutzen.
  • Keine chemischen Rohrreiniger mehr kippen — sie erschweren die Arbeit später und sind gefährlich.
  • Fotos machen (für die Versicherung oder den Monteur) und Notdienst kontaktieren.

By the way: Viele Städte in Deutschland bieten Infos zum richtigen Fett- und Abfallentsorgen auf den Webseiten der Stadtreinigung — ein kurzer Blick kann viel sparen.

Zum Schluss: Verstopfungen sind kein Schicksal — oft reicht ein bisschen Gewohnheitsänderung, ein Sieb und der Wille, Fett nicht in die Leitung zu kippen. In meiner Erfahrung sind das die effektivsten Maßnahmen, die Du heute umsetzen kannst.

Hast Du schon einmal einen Abfluss-Desaster erlebt? Was war das Auslöser — und wie hast Du es gelöst?