Installateur warnt: Diese drei Dinge gehören niemals in die Toilette

Installateur warnt: Diese drei Dinge gehören niemals in die Toilette
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Verstopfte Toilette, übler Geruch und plötzlich ruft der Klempner – das kann schnell teuer werden. Ich habe in meiner Praxis gesehen, wie aus einem kleinen Knäuel Feuchttücher ein ganzer Rohrbruch entstand. Lies das jetzt, denn ein paar einfache Gewohnheiten sparen dir in Deutschland oft hundert Euro und viel Ärger.

Warum das auf einmal nicht mehr spült

Rohrverstopfungen fangen klein an, gehen aber schnell in die Hose: Wasser steht, Geruch kommt hoch, und der Notdienst ruft nach dir. Das Problem betrifft nicht nur Altbauten – auch moderne Leitungen stecken voll Fremdmaterial.

  • Verstopfung: Wasser kann nicht mehr ablaufen.
  • Geruchsbildung: Fäulnis in stehenden Resten.
  • Teure Reparaturen: Ein Notdiensttermin kostet in Deutschland oft schnell über 100 €.
  • Umwelt: Fett und Feuchttücher belasten Kläranlagen und Kanalnetz.

Die 3 No‑Go‑Sachen

1. Feuchttücher (auch „toilette‑geeignet“ gekennzeichnet)

In meiner Praxis sind Feuchttücher die Nummer eins. Sie zerfallen nicht wie Klopapier – sie quellen und verfilzen sich im Rohr wie ein kleiner Teppich.

  • Feuchttücher sind der häufigste Grund für Rohrverstopfungen.
  • Sie verfangen Haare und Fett und bilden so stabile Pfropfen.
  • Entsorgung: Ab in den Restmüll, nicht ins Klo.
  • Tipp: Stell ein kleines, verschließbares Behältnis ins Badezimmer – Diskretion & Sauberkeit.

2. Speiseöl und Fett

Gießst du Bratfett oder Öl ins Klo? Viele tun das aus Bequemlichkeit. Ich habe Rohre gesehen, die innen aussahen wie gebackene Margarine‑Schichten.

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  • Fett verfestigt sich beim Abkühlen und klebt wie Klebstoff an Rohren.
  • In der Kanalisation verbindet sich Fett mit anderen Stoffen – das Ergebnis: massive Blockaden.
  • Entsorgung: In ein altes Schraubglas füllen, abkühlen lassen und dann in den Restmüll.
  • Lifehack: Kleine Mengen mit Küchenpapier aufsaugen oder in leere Tetra Pak sammeln (bei Hornbach/OBI/Bauhaus findest du günstige Sammelbehälter).

3. Tampons, Binden & Wattestäbchen

Hygieneartikel sind so konzipiert, Flüssigkeit aufzunehmen – das macht sie im Rohr zum Problem. In meiner Arbeit musste ich schon komplette Rohrstücke freilegen, weil Tampons „aufgegangen“ waren.

  • Sie quellen auf und blockieren Siphons und Abwasserrohre.
  • Entsorgung: Wickeln, verschließen, Restmüll. Kein generelles Spülen, auch wenn es verlockend scheint.
  • Praktischer Tipp: Benutze einen kleinen Deckeleimer mit Duftbeutel – die wenigsten merken den Unterschied.

Wie du schnell prüfst, ob etwas flusbar ist

Viele denken: „Wenn’s klein genug ist, geht’s runter.“ Ich teste das anders – ein einfacher Glas‑Test:

  • Stück des Materials in ein Glas mit Wasser legen.
  • Rühren und 1–2 Minuten warten.
  • Wenn es sich sofort auflöst/zerfällt: eher flushbar. Bleibt es intakt oder schwimmt es oben: Finger weg.

So entfernst du eine kleine Verstopfung selbst (Schritt‑für‑Schritt)

Bevor du den Notdienst rufst, probier diese Reihenfolge — das hat mir oft geholfen.

  • 1) Handschuhe anziehen, sichtbare Fremdkörper manuell entfernen.
  • 2) Saugglocke (Plunger): festen Sitz erzeugen, 10–15 kräftige Stöße.
  • 3) Heißes (nicht kochendes) Wasser in Etappen gießen – nicht zuviel auf einmal.
  • 4) Backpulver + Essig: 2 EL Backpulver, dann 100 ml Essig, 15–30 Minuten warten, heißes Wasser nachspülen.
  • 5) Wenn nichts hilft: Rohrspirale (Klempnerspirale) aus Baumarkt verwenden oder Profi rufen.

Warnung: Chemische Rohrreiniger wirken aggressiv auf Gummi und alte Leitungen – ich rate meist davon ab.

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Wann du sofort den Profi anrufst

  • Wasser steigt in mehreren Abflüssen gleichzeitig auf.
  • Starke Geruchsbelästigung oder Abwasser kommt hoch.
  • Kein Durchkommen nach Plunger & Spirale.

In Deutschland findest du 24‑h Klempner, aber das zahlt sich nur bei echten Notfällen aus – für kleinere Fälle reicht oft ein Termin am nächsten Tag.

Kurze Checkliste für den Alltag

  • Kein Fett ins Klo: Altglas oder Restmüll statt Spülung.
  • Feuchttücher & Hygieneartikel: Restmüll, nicht Klo.
  • Mini‑Eimer mit Deckel im Bad für Entsorgung.
  • Plunger und Spirale aus dem Baumarkt griffbereit halten (OBI, Hornbach, Bauhaus).
  • Glas‑Test vor unsicherem Spülen.

By the way: Denk an die Kanalisation deiner Stadt. Das, was du heute runterschickst, landet nicht nur in deinem Rohr, sondern belastet auch die Kläranlage — und am Ende auch den Geldbeutel der Kommune.

Fazit: Drei banale Dinge (Feuchttücher, Fett, Hygieneartikel) sorgen für die meisten Notrufe. Ein bisschen Vorsorge und die Glas‑Probe sparen dir Zeit, Geruch und oft teure Handwerkerrechnungen.

Was war deine schlimmste Verstopfungserfahrung — und welcher Trick hat bei dir am besten geholfen?