Heizungstechniker verraten: Das eine Ventil, das Sie jede Stunde öffnen sollten

Heizungstechniker verraten: Das eine Ventil, das Sie jede Stunde öffnen sollten
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Ihr Heizkörper gluckst, oben ist kalt und die Rechnung klettert trotzdem? Das ist ein typisches Zeichen, das viele ignorieren – aber nicht mehr, wenn Sie das jetzt lesen. Ich habe in meiner Praxis gesehen, wie ein winziger Handgriff Häuser warm und die Kosten spürbar senkt. Lesen Sie kurz: es geht schnell, kostet fast nichts und kann sofort helfen.

Warum Ihr Heizkörper plötzlich stottert

Sie drehen auf, der Heizkörper bleibt lauwarm, oder er macht dieses nervige Gluckern. Das ist meistens Luft im System – und Luft blockiert Wärme wie ein Stopfen im Wasserkreislauf.

  • Oberkante des Heizkörpers bleibt kalt, unten warm.
  • Gurgel- oder Klopfgeräusche beim Heizen.
  • Heizung braucht länger, um Zimmer zu erwärmen.
  • Steigende Gas- oder Ölrechnung trotz gleicher Einstellung.

Das eine Ventil — welches und warum

Das Ventil heißt Entlüftungsventil (manchmal Entlüfter) und sitzt meist oben am Heizkörper. Es ist klein, hat oft einen Vierkant oder Schlitz und wird leicht übersehen.

In meiner Erfahrung ist es das erste Bauteil, das bei Luftproblemen hilft. Viele übersehen es, weil sie das Thermostatventil mit dem Entlüftungsventil verwechseln.

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Wann stündlich? — die Nuance

Der Klickerstern im Titel ist nicht völlig frei erfunden, aber es gibt eine wichtige Einschränkung: Sie müssen nicht dauerhaft jede Stunde öffnen. Stündlich kurz prüfen ist sinnvoll bei:

  • Neuer Befüllung des Systems (z. B. nach Entleeren wegen Wartung).
  • Direkt nach einer Heizungsreparatur oder nach dem Austausch eines Heizkörpers.
  • Wenn am Anfang der Heizsaison mehrere Heizkörper gleichzeitig gluckern.

Dann öffnen Sie das Entlüftungsventil stündlich für ein paar Sekunden, bis keine Luft mehr nachkommt und nur noch Wasser austritt. Danach reicht eine gelegentliche Kontrolle.

Praktischer Hack: So entlüften Sie richtig (Schritt für Schritt)

Ich habe das oft bei Mietern gezeigt — es ist simpel und effektiv. Werkzeuge gibt’s bei OBI, Hornbach oder Bauhaus für 2–6 €.

  • Benötigt: Entlüftungsschlüssel, kleine Schale/Tuch, eventuell Wasser für Nachfüllen.

Schritte:

  • Heizung einschalten, damit Wasser zirkuliert.
  • Thermostat aufdrehen, Heizkörper, den Sie entlüften, fühlen: oben kalt = Luft.
  • Schale unter Ventil stellen, Schlüssel ansetzen.
  • Ventil langsam aufdrehen (nur 1/4 bis 1/2 Umdrehung). Sie hören Luft entweichen.
  • Sobald Wasser gleichmäßig kommt, sofort wieder schließen.
  • Kesseldruck prüfen: unter 1 bar? Dann vorsichtig nachfüllen (wenn Sie den Hauptanschluss kennen) oder Hausmeister informieren.

Worauf Sie in Deutschland besonders achten sollten

In Mietwohnungen sollten Sie vor größeren Eingriffen den Hausmeister oder die Hausverwaltung informieren. Bei Fernwärme (Fernwärmeanschluss) ist Eigenentlüften oft unzulässig.

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  • Entlüftungsschlüssel: 2–6 € (Bauhaus, OBI).
  • Hausmeisterpflicht: Bei gemeinsamer Anlage zuerst Bescheid geben.
  • Hydraulischer Abgleich: Wenn mehrere Heizkörper im Haus Probleme haben, kann ein Abgleich nötig sein (Kosten: je nach Größe 200–600 €).

Wenn das Öffnen nichts hilft

Manchmal ist es nicht nur Luft. In meiner Praxis sind das die häufigsten Gründe, warum selbst regelmäßiges Entlüften nicht reicht:

  • Undichter Rücklauf oder defekte Pumpe.
  • Verkalkte oder klemende Thermostatventile.
  • Komplizierte Probleme mit dem Ausdehnungsgefäß oder dem Kesseldruck.

Dann hilft nur der Profi. Ein Techniker kann innerhalb einer Stunde oft die Ursache finden; rechnen Sie mit 50–150 € für den Einsatz, abhängig vom Anbieter.

Kurz zusammengefasst — was Sie jetzt tun können

Eine kleine, regelmäßige Kontrolle des Entlüftungsventils spart Nerven und Geld. Ich habe oft erlebt, wie Nachbarn nach zwei Tagen merklich weniger heizen mussten, weil jeder Heizkörper wieder richtig arbeitete.

  • Bei Gurgeln: Ventil öffnen, bis Wasser kommt.
  • Bei Druckverlust: nicht weiter entlüften, Hausmeister oder Heizungsfachmann informieren.
  • Bei Unsicherheit: ein Foto machen und in der WhatsApp-Gruppe der Hausverwaltung posten — funktioniert in vielen Berliner Mietshäusern.

Und jetzt für die praktische Frage an Sie: Haben Sie schon selbst Ihren Heizkörper entlüftet — und was ist dabei passiert? Erzählen Sie kurz Ihre Erfahrung.