Dein Abfluss staut sich wieder? Du bist nicht allein: Ich habe in meiner Praxis gesehen, wie banale Gewohnheiten zu Rechnungen von mehreren hundert Euro führen. Lies das jetzt, bevor der nächste Notdienst klingelt — im Winter verschlechtert sich das Problem oft noch schneller. Kleine Änderungen sparen Zeit, Nerven und Geld.
Warum ein kleiner Fehler so groß rauskommt
Ein verstopftes Rohr ist kein lästiges Kleinkapitel, sondern oft der Anfang längerer Feuchtigkeits- und Geruchsprobleme.
In deutschen Altbauten mit verzinkten Leitungen oder langen Fallrohren reicht ein Fettpfropf, um den Abfluss komplett zu blockieren. Einmal ausgehärtetes Fett bleibt dort Jahrzehnte.
Die 3 No‑Gos im Abfluss
1. Fett und heißes Öl
Ob Bratfett nach dem Weihnachtsbraten oder Speiseöle aus der Pfanne: Viele kippen das einfach in den Ausguss. Ich habe gesehen, wie Fette in kalten Rohren zu einem festen Klumpen werden — wie Beton.

- Warum gefährlich: Fett kühlt ab, haftet an Rohrwänden und fängt Schmutz an.
- Folge: Langsame Verstopfungen, schlechte Gerüche, teure Rohrreinigung.
- Alternative: Festes Fett in den Restmüll oder in leere Joghurtbecher — in vielen Städten (z. B. Berlin, München) akzeptiert die Biotonne Kaffeesatz, aber Fett gehört meist in den Restmüll.
2. Kaffeemehl und Essensreste
Kaffeemehl wirkt harmlos, verklumpt aber mit Fett. In meiner Arbeit habe ich oft gesehen, dass Kaffeesatz zusammen mit Essensresten Rohre wie ein Filter zusetzt.
- Warum gefährlich: Klumpenbildung und langsamer Rückstau.
- Folge: Muskel- und Handwerkerarbeit nötig, manchmal Ausbau von Siphon oder Spirale.
- Alternative: Kaffeesatz in die Biotonne oder auf den Kompost (wo erlaubt). Essensreste in den Biomüll oder Restmüll — nicht in den Ausguss.
3. Feuchttücher, Baumwollpads, Hygieneartikel
Feuchttücher sind das falsche Kissen fürs Rohr — sie zerfallen nicht wie Klopapier und verhaken sich in Bögen und Pumpen.
- Warum gefährlich: Fasern verklumpen und bilden dichte Netzwerke.
- Folge: Rückstau, Gerüche, oft teure Notdienste (Notdiensttarife in Städten können hoch sein).
- Alternative: Reste in den Restmüll; für empfindliche Fälle gibt es im Handel spezielle Toilettentücher, die wirklich wasserlöslich sind — aber vorsichtig sein.
Was Du sofort tun kannst — meine praktische 7‑Schritte-Anleitung
Wenn der Abfluss beginnt, langsam zu laufen, probiere zuerst diese schonenden Schritte. Ich nutze diese Reihenfolge täglich bei Kunden, bevor scharfe Chemie ins Spiel kommt.
- Schritt 1: Schutzbrille und Handschuhe anziehen. Stelle einen Eimer unter den Siphon.
- Schritt 2: Siphon abschrauben (meist per Hand oder mit Rohrzange). Schmutz entfernen und den Eimer leeren.
- Schritt 3: Sichtprüfung: Falls das Problem weiter unten sitzt, versuche eine Rohrreinigungsspirale (Handspirale) vorsichtig.
- Schritt 4: Natürlicher Reiniger: Eine halbe Tasse Natron in die Öffnung, dann eine halbe Tasse Essig. 15 Minuten warten, mit heißem Wasser nachspülen.
- Schritt 5: Bei Fett: sehr heißes Wasser plus Spülmittel durchlaufen lassen — das löst frische Fettfilme.
- Schritt 6: Kein Erfolg? Rufe einen lokalen Handwerksbetrieb (z. B. OBI-Servicevermittlung, regionale Klempner). Erwähne, dass Du den Siphon gereinigt hast — das spart Zeit.
- Schritt 7: Chemische Reiniger nur als letzte Option und sehr vorsichtig nutzen; in Kombination mit Metallwerkzeugen kann das gefährlich sein.
Vorbeugung: einfache Verhaltensregeln, die Du sofort umsetzen kannst
Kleine Rituale ändern oft alles. Ich habe Kunden, die seit Jahren keine Verstopfung mehr hatten — mit drei Gewohnheiten.

- Haarsieb im Bad installieren — kostet bei Bauhäusern wie Hornbach oder OBI kaum ein paar Euro.
- Kein Fett in den Ausguss: In leere Tüten oder Dosen schütten, trocknen lassen und in den Restmüll.
- Kaffeesatz und Essensreste in die Biotonne (wenn erlaubt) oder in den Restmüll entsorgen.
- Regelmäßig Siphon kontrollieren (alle 3–6 Monate) und reinigen.
Wann Du besser den Profi rufen solltest
Wenn nach Siphon‑Reinigung und Handspirale das Wasser weiterhin steht, ist oft tiefer in der Leitung ein Problem. Dann brauchst Du Spezialwerkzeug und Erfahrung.
Notdienste rechnen oft höher ab — ein kurzer Anruf bei mehreren regionalen Betrieben (Preisvergleich) lohnt sich. In Deutschland helfen zudem Nachbarschafts‑Apps und Google‑Rezensionen bei der Auswahl.
Fazit
Die meisten Verstopfungen entstehen durch Gewohnheiten — Fett, Kaffeesatz und Feuchttücher sind die drei größten Übeltäter. Mit ein paar Routinen und der richtigen Reihenfolge bei der Ersthilfe sparst Du dir oft teure Einsätze.
Welche von diesen Gewohnheiten warst Du bisher guilty of? Teile deine Erfahrung — vielleicht rette sie gerade den nächsten Nachbarn vor einer Rohrpanne.
