Dein Wasserkocher pfeift, riecht leicht metallisch und sieht innen aus wie eine Kalkhöhle? Das ist nicht nur unappetitlich — es kostet dich Energie und Lebenszeit des Geräts.
Ich habe das selbst getestet: Mit dem falschen Essig hast du am Ende mehr Arbeit als Nutzen. Lies das jetzt, sonst landet der nächste Billigkocher im Müll — und das ist unnötig.
Warum Essig oft funktioniert — und wann er scheitert
Kalk besteht aus Calciumsalzen, die sich bei hartem Leitungswasser ablagern. In vielen Regionen Deutschlands (vor allem in Bayern und Teilen NRWs) ist das Wasser so hart, dass sich Kalk schnell bildet.
Essig löst Kalk durch Säure. Das klingt simpel — und meistens ist es das auch. Aber es gibt Stolperfallen: falsche Dosierung, zu lange Einwirken oder unsachgemäße Anwendung können Dichtungen angreifen.
Was du zuerst checken solltest
- Prüf den Härtegrad deines Leitungswassers auf der Website deines Versorgers — das sagt dir, wie schnell Kalk zurückkommt.
- Sieh in der Bedienungsanleitung deines Wasserkochers nach. Marken wie WMF, Bosch oder Severin warnen manchmal vor Essig bei beschichteten Heizelementen.
- Viele übersehen: Dichtungen und Kunststoffteile reagieren empfindlicher als Edelstahl.
Welche Essigsorten? Haushaltsessig vs. Essigessenz
In deutschen Supermärkten findest du zwei typische Optionen: Haushaltsessig (ca. 5–6%) und Essigessenz (meist ~25%).

Nie Essigessenz pur verwenden. Zu konzentriert greift sie Dichtungen und Plastik an — das habe ich selbst nach einem Versuch in einem günstigen Kocher gesehen.
- Haushaltsessig (5%): sicher, wird in Haushalten am meisten genutzt.
- Essigessenz (25%): effektiv, aber nur verdünnt (Formel weiter unten).
- Zitronensäure ist eine milde Alternative — in Apotheken oder Drogerien (DM, Rossmann) erhältlich.
Schnell-Anleitung: Entkalken mit Essig (sicher und effektiv)
Das ist mein erprobter Ablauf, den ich in mehreren Haushalten getestet habe — funktioniert bei Edelstahl- und einfachen Plastik-Kochern.
- Füllmenge: Gib genug Wasser rein, um die kalkbedeckten Stellen zu bedecken.
- Dosierung Standard (Haushaltsessig 5%): 1 Teil Essig + 1 Teil Wasser.
- Dosierung Essigessenz (25%): 1 Teil Essigessenz + 4 Teile Wasser (ergibt ~5% Endkonzentration).
- Erhitzen: Einmal aufkochen lassen, dann abschalten.
- Einwirken: 15–30 Minuten — bei sehr starkem Kalk bis zu 1 Stunde, aber nicht länger.
- Auskippen & gründlich spülen: Mindestens 2× mit klarem Wasser aufkochen und wegschütten.
Extra-Tipp (gegen hartnäckige Stellen)
Ich habe hartnäckige Ringe mit einem alten Zahn- oder Spülbürstchen vorsichtig entfernt, nachdem die Säure den Kalk aufgeweicht hat. Keine kratzenden Metalldinger benutzen — das ruiniert die Oberfläche.
Fehler, die viele machen (und wie du sie vermeidest)
- Essig pur ins Gerät kippen — Risiko für Dichtungen. Immer verdünnen.
- Zu lange einwirken lassen — besonders bei Essigessenz. Folge: poröse Gummis.
- Nur Geruch checken: Nach dem Entkalken sollte man immer noch einmal richtig auskochen — Essiggeruch verschwindet so.
- Herstellerhinweise ignorieren — Garantieverlust möglich.
Wie oft solltest du entkalken?
Das hängt vom Wasserhärtebereich ab. Kurz gefasst:

- Weich (Härtebereich 1): alle 3–6 Monate.
- Mittlere Härte (Bereich 2): alle 1–2 Monate.
- Hart (Bereich 3): alle 2–4 Wochen oder sichtbare Ablagerung entfernen.
Viele in Deutschland unterschätzen, wie sehr Kalk die Heizleistung verschlechtert — ein verkalkter Kocher verbraucht deutlich mehr Strom.
Was, wenn du Essig nicht magst?
In deutschen Drogerien und Supermärkten bekommst du Zitronensäurepulver. Mein Rat: Für empfindliche Geräte ist das oft die bessere Wahl — gleiche Wirkung, weniger Geruch.
Letzte Warnung vor Experimenten
Ich habe einen Testkocher zerstört, als ich Essigessenz pur verwendete. Seitdem gilt folgende Regel: Lieber eine milde Lösung und öfter entkalken, als stark und riskant.
Zum Schluss — kurze Checkliste für deinen nächsten Entkalk-Versuch
- Bedienungsanleitung prüfen
- Härtegrad des Wassers wissen
- Essig richtig verdünnen (oder Zitronensäure nutzen)
- Einwirken lassen, dann gründlich auskochen
Ich würde gern wissen: Hast du Essig schon im Wasserkocher probiert — und welches Mischungsverhältnis hat bei dir am besten funktioniert?
