Backpulver und Essig im Abfluss: Warum Klempner das jeden Monat selbst machen

Backpulver und Essig im Abfluss: Warum Klempner das jeden Monat selbst machen
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Dein Abfluss tröpfelt langsam, riecht nach faulem Wasser und du überlegst bereits, den Monteur anzurufen, der schnell 80–150 € kostet? Stopp — bevor du das Telefon wählst: Klempner haben einen einfachen Trick, den sie selbst jeden Monat anwenden. Wenn du es richtig machst, sparst du Geld, schlechte Gerüche und einen feuchten Ärger in der Küche.

Warum das bei Profis so beliebt ist

Mir ist aufgefallen, dass viele Hausbesitzer den chemischen Rohrreiniger als Lösung wählen — teurer und aggressiver. In meiner Praxis sehe ich: die einfache Mischung aus Natron und Essig ist oft genug, um leichte Ablagerungen zu lösen und Gerüche zu beseitigen.

  • Vorbeugung statt Brandbekämpfung: Ein kleiner monatlicher Eingriff verhindert größere Verstopfungen später.
  • Kosteneffektiv: Natron und Essig kosten in Deutschland meist zusammen weniger als 2–3 € pro Anwendung.
  • Schonender für Rohre: Anders als ätzende Laugen greifen sie Dichtungen und PVC nicht im gleichen Maße an.

Was wirklich passiert — kurz und verständlich

Essig (säurehaltig) trifft auf Natron (basisch) und reagiert heftig: es schäumt, CO2-Bläschen entstehen und mechanisch werden Ablagerungen gelockert. Stell dir das vor wie einen kleinen Blasenstrahl, der festsitzenden Schmutz vom Rohrrand abträgt — ähnlich wie Zahnbürste für deine Rohre.

Wie du es richtig machst (mein bewährter Ablauf)

Viele übersehen kleine Details: die richtige Substanz (in Deutschland ist der Unterschied wichtig), die Reihenfolge und das Nachspülen. So mache ich es — Schritt für Schritt, exakt und ohne Show.

Backpulver und Essig im Abfluss: Warum Klempner das jeden Monat selbst machen - image 1

  • Zutaten: 50 g Natron (kein Backpulver! — Backpulver enthält andere Zusatzstoffe), 150–200 ml Haushaltsessig (5 %), heißes Wasser bzw. frisch abgekochtes Wasser.
  • Schritt 1: Gieße das Natron direkt in den Abfluss.
  • Schritt 2: Gieße den Essig langsam nach. Es schäumt — keine Panik, das ist normal.
  • Schritt 3: Warte 10–15 Minuten. Für stärkere Ablagerungen bis zu 30 Minuten warten.
  • Schritt 4: Spüle mit heißem Wasser (kein kochendes Wasser bei Kunststoffrohren) nach, damit gelöste Rückstände weggespült werden.

Mein Tipp: Mach das monatlich, am besten nach dem letzten Abwasch des Tages — dann sammeln sich nicht sofort wieder Fette an.

Praktische Feinheiten, die oft übersehen werden

  • Backpulver ≠ Natron: In deutschen Küchen sagt man oft „Backpulver“, aber Klempner nutzen Natron (Natriumbicarbonat) — das ist stärker für diesen Zweck.
  • Bei Fettablagerungen vorher mit heißem Wasser vorquellen lassen — dann reagiert die Mischung besser.
  • Wenn du bereits einen ätzenden Rohrreiniger (Lauge) benutzt hast: warte mindestens 24 Stunden und spüle gründlich, bevor du Essig benutzt.
  • Für verstopfte Waschbecken oder Badewannen: zusätzlich eine Rohrspirale (10–30 € bei OBI, Hornbach, Bauhaus) verwenden.

Wann du besser den Profi rufst

Übrigens: Dieser Trick ist kein Allheilmittel. Wenn das Wasser gar nicht mehr abläuft oder es nach faulen Eiern riecht (Gasgeruch nur in sehr seltenen Fällen), ist Zeit fürs Telefon.

  • Starker, anhaltender Rückstau → Klempner mit Spirale oder Kamera.
  • Alte, korrodierte Metallrohre → keine Selbstversuche, das kann Schäden verschlimmern.
  • Wenn du unsicher bist, ob vorher aggressive Reiniger verwendet wurden — ruf kurz an oder warte.

Lokale Einkaufstipps in Deutschland

Du findest Natron und Essig günstig im Drogeriemarkt oder Supermarkt:

  • Natron: DM, Rossmann, Rewe, Edeka, oftmals in der Back- oder Hausmittel-Abteilung.
  • Essig/Essigessenz: Lidl, Aldi, Kaufland, oder als „Reinigungsessig“ bei DM — 1 Liter kostet meist unter 2 €.
  • Rohrspirale: Obi, Hornbach, Bauhaus — ein günstiges Modell reicht für die meisten Haushaltsfälle.

Und jetzt für den praktischsten Part — ein kleiner Lifehack

Wenn du hartnäckige Gerüche loswerden willst, kombiniere die Reinigung mit einem kurzen mechanischen Trick, den ich in der Praxis oft anwende:

Backpulver und Essig im Abfluss: Warum Klempner das jeden Monat selbst machen - image 2

  • Gib zuerst heißes Wasser in den Abfluss.
  • Schütte Natron nach und dann Essig wie oben beschrieben.
  • Nach dem Nachspülen lege einen zusammengerollten Lappen über den Überlauf (z. B. Badewanne) und drücke mit kräftigen Pumpbewegungen Wasser nach unten — das verstärkt den Spüleffekt.

Das hat bei mir oft hartnäckige Gerüche in einem Durchgang eliminiert.

Risiken kurz und knapp

  • Keine Mischung mit Chlorbleiche! Giftige Gase entstehen.
  • Bei sehr alten Rohren oder Undichtigkeiten Profi einschalten.
  • Zu häufige Anwendung sehr heißer Flüssigkeiten kann Kunststoff langfristig belasten — also heiß, aber nicht kochend bei PVC.

Aber es gibt einen Haken: Wenn du monatelang alles ignorierst und nur einmal ein „Wundermittel“ kippen willst, hilft auch Natron nicht mehr zuverlässig. Das ist keine Sofortlösung für jahrelange Vernachlässigung.

Fazit

Kurz gesagt: Klempner nutzen Natron und Essig als günstige, schonende Prävention. In meiner Erfahrung reicht eine monatliche Anwendung oft aus, um Gerüche zu unterbinden und kleine Ablagerungen zu verhindern — und das für wenige Euro. Wenn es richtig scharf wird, kommen sie mit Spirale oder Kamera, aber die meisten Haushaltsprobleme lassen sich so vermeiden.

Wie gehst du mit deinem Abfluss um — monatliche Pflege oder erst, wenn es brennt? Teile deine Erfahrungen unten.