Backpulver im Abfluss: Warum Klempner diesen Hack lieben (und Chemikalien hassen)

Backpulver im Abfluss: Warum Klempner diesen Hack lieben (und Chemikalien hassen)
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Dein Waschbecken staut sich wieder, es riecht muffig, und der Supermarkt-Regal mit Rohrfrei lacht dich an. Ich bemerkte, dass die meisten schnell zu starken Chemikalien greifen — und später den Klempner anrufen.

Warum das jetzt wichtig ist: Mit einem einfachen Natron‑&‑Essig‑Trick sparst du Zeit, Geld und schützt Rohre, Dichtungen und die Hände. Lies weiter, bevor du die nächste aggressive Flasche kaufst.

Warum dieser Trick so beliebt — und was Klempner wirklich denken

In meiner Praxis als Reporterin, die Installateure begleitet hat, hörte ich oft denselben Satz: „Chemie macht kurzfristig sauber, langfristig kaputt.“ Profi‑Klempner schätzen mechanische Lösungen und sanfte Hausmittel.

  • Chemische Rohrreiniger sind stark ätzend — sie können Rohre, Dichtungen und sogar Werkzeuge angreifen.
  • Viele aggressive Reiniger verflüssigen Fett, aber das kann weiter unten in der Leitung wieder erstarren und größere Blockaden bilden.
  • Konzentrationen schneller Mittel gefährden auch dich: Spritzer, Dämpfe, falsches Mischen sind riskant.

Der emotionale Teil

Es ist frustrierend: Du zahlst 15 € für ein Produkt, das den Geruch kurz stoppt — und dann 100–200 € für den Klempner, wenn die Dichtung durch Korrosion und Hitze leidet. Ich habe das selbst erlebt bei einer Altbau‑Badrenovierung in Berlin — der Monteur war sauer über die Rückstände.

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Backpulver vs. Natron — diese Verwechslung kostet Nerven

Viele sagen „Backpulver“, meinen aber „Natron“ (Natriumbikarbonat). Das ist wichtig. Backpulver enthält oft Säuren und Stärkezusätze und reagiert schwächer.

  • Natron (baking soda) ist das, was du für den Abfluss willst.
  • Backpulver funktioniert manchmal, ist aber weniger zuverlässig.
  • Beide bekommst du günstig bei DM, Rossmann, REWE oder Edeka — meist unter 2 € für kleine Packungen.

So funktioniert’s (kurz, praktisch, überprüfbar)

Der Trick: Natron löst Fettpartikel nur bedingt, aber es lockert organische Ablagerungen — zusammen mit Essig entsteht Kohlensäure (CO2), die aufwirbelt und mechanisch reinigt.

Schritt‑für‑Schritt‑Anleitung

  • Gib etwa 3 Esslöffel Natron direkt in den Abfluss.
  • Gieße 100–150 ml (ca. ½ Tasse) weißen Essig langsam hinterher.
  • Decke den Abfluss kurz mit einem Stopfen oder Tuch ab — die Schaumbildung erhöht den Druck.
  • Warte 15–30 Minuten (bei starken Verstopfungen bis zu 1 Stunde).
  • Schütte abschließend 1–2 Liter heißes, aber nicht kochendes Wasser hinterher.

Bei hartnäckigen Fällen: Wiederhole den Vorgang oder kombiniere ihn mit einer Saugglocke (Plunger). Oft reicht das schon.

Wann der Hack nicht hilft — und warum Chemikalien trotzdem nicht die Antwort sind

Der Trick ist kein Allheilmittel. Ich habe erlebt, wie verrostete Rohre oder feste Fremdkörper (Spielzeug, Haarbälle) nicht verschwinden.

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  • Wenn Wasser gar nicht mehr abläuft oder Rückstau aus der Toilette kommt: Klempner rufen.
  • Bei sichtbaren Lecks, lauten Strömungsgeräuschen und stinkendem Abwasser: Profi nötig.
  • Niemand sollte Natron mit Chlorbleiche oder anderen starken Reinigern mischen — gefährliche Gase entstehen.

Warum Klempner Chemikalien hassen

Viele Installateure in Deutschland sehen nach Chemikalieneinsätzen oft:

  • Chemische Rückstände, die Verbindungen und Dichtungen angreifen.
  • Verklebte Rückstände weiter unten, die nur mechanisch entfernt werden können.
  • Gefährliche Arbeitsbedingungen bei der Notöffnung von Leitungen.

Bonus‑Hacks: Mehr als nur Natron

Diese kleinen Gewohnheiten verhindern Verstopfungen langfristig.

  • Feinmaschiger Haarsieb in Dusche/Waschbecken — kostet wenige Euro, bei DM oder Bauhaus.
  • Kein Fett in den Abfluss kippen; in Tupper sammeln und Restmüll entsorgen.
  • Monatliche Routine: 1 EL Natron + heißes Wasser durchlaufen lassen.
  • Bei kaltem Wetter: Lass selten benutzte Leitungen ab und an laufen — in Altbauten setzen sich Ablagerungen schneller fest.

Praktische Warnhinweise

  • Nie Natron und Bleichmittel mischen.
  • Bei Mischinstallation mit Metallrohren und alten Dichtungen vorsichtig sein — lieber wiederholen als mehr Chemie kippen.
  • Wenn du eine biologische Klärgrube (Septic) hast: Kurzfristig ok, aber übertreibe es nicht.

Mein Fazit nach vielen Tests und Gesprächen mit Klempnern: Natron + Essig ist kein Zauber, aber ein cleverer Erstschritt — sicher, günstig und oft effektiver als aggressive Fertigchemie.

Zum Schluss: Hast du es schon ausprobiert — und was war dein hartnäckigster Abfluss‑Albtraum? Teile deine Story unten.