Deine Heizkosten steigen, die Wohnung fühlt sich trotzdem kalt an — und Du fragst Dich, ob eine einfache Rolle Alufolie helfen kann. Viele Häuser in Deutschland verlieren Wärme durch dünne Außenwände direkt hinter dem Heizkörper. Lies das jetzt: mit wenigen Euro und 30 Minuten Arbeit kannst Du spürbar etwas ändern.
Ich habe das selbst getestet und in Mietwohnung sowie Altbau ausprobiert — das Ergebnis war überraschend. Warum es lohnt, erfährst Du hier Schritt für Schritt.
Warum so viel Wärme verloren geht
Heizkörper geben Wärme auf zwei Arten ab: durch Konvektion (warme Luft) und durch Strahlung (Infrarot). Wenn Dein Heizkörper an einer Außenwand hängt, strahlt ein Teil der Wärme direkt in die Wand und geht verloren.
Stell Dir das vor wie ein offenes Fenster im Rücken des Heizkörpers — da verschwindet Wärme, bevor sie den Raum heizt.
Strahlung versus Konvektion — kurz erklärt
- Konvektion: warme Luft steigt auf, verteilt sich im Raum.
- Strahlung: Wärme trifft Möbel und Wände — diese speichern oder leiten sie weg.
- Reflektierende Folie reduziert die abgestrahlte Wärme in die Wand und schickt sie zurück in den Raum.

Wie Alufolie hilft (und wo sie versagt)
Es gibt zwei Varianten: normale Haushalts-Alufolie und spezielle Heizkörper-Reflektorfolie (mit Schaumstoff oder Vlies). Die Spezialprodukte sind robuster und einfacher zu montieren.
- Herstellerangaben und Studien sprechen von bis zu 30% weniger Wärmeverlust an schlecht gedämmten Außenwänden — abhängig von Wandaufbau und Heizkörpergröße.
- In gut gedämmten Neubauten ist der Effekt deutlich geringer.
- Alufolie allein ersetzt keine Fassadendämmung — aber sie ist eine preiswerte Zwischenlösung.
Praxis: So montierst Du die Folie richtig (schrittweise)
Ich setze das so um, wenn ich bei Freunden oder in der eigenen Wohnung schnellen Effekt erzielen will:
- Schritt 1: Kaufe Heizkörper-Reflektorfolie (z. B. bei Bauhaus, Hornbach, OBI oder Amazon). Preis: ~5–20 € je nach Größe.
- Schritt 2: Messen — Breite des Heizkörpers plus ~5 cm Rand, Höhe mindestens so hoch wie der Heizkörper.
- Schritt 3: Schneiden — Folie mit der reflektierenden Seite zum Heizkörper ausrichten.
- Schritt 4: Befestigen — klebe die Folie plan an die Wand hinter dem Heizkörper (doppelseitiges Montageband oder Montageclips). Folge der Anleitung des Produkts.
- Schritt 5: Testen — miss vor/nach mit einem IR-Thermometer oder achte auf den Unterschied der Raumtemperatur und Heizzyklen.
By the way: Die reflektierende Seite muss zum Heizkörper zeigen — sonst geht der Trick verloren.
Non-obvious Tipps, die ich gern teile
- Benutze ein kleines IR-Thermometer (gibt’s für ~20–40 €) und miss die Wandtemperatur vor und nach Montage.
- Wenn Du in einer Mietwohnung wohnst: dokumentiere vorher den Zustand der Wand mit Fotos, damit der Vermieter nichts nachher reklamiert.
- Bei alten Gussheizkörpern: montiere Halterungen, damit die Folie nicht direkt am warmen Metall klebt — das erhöht die Lebensdauer.
Worauf Du unbedingt achten musst
- Keine normale Haushalt-Alufolie dauerhaft verwenden — sie reißt, knittert und isoliert schlecht.
- Vermeide das komplette Abdecken der Luftströmung unter dem Heizkörper. Konvektion darf nicht blockiert werden, sonst verliert die Heizung Effizienz und Geräusche/Trockenheit können entstehen.
- Achte auf Feuchtigkeit: Bei sehr kalten Außenwänden steigt das Kondensationsrisiko — kontrolliere nach einigen Wochen auf Feuchte oder Schimmel.
- Elektrische Heizkörper oder Fußbodenheizungen: nicht geeignet.

Was Du realistisch erwarten kannst
Erfahrung aus Altbauwohnungen: spürbar wärmere Raumkante, der Thermostat schaltet etwas seltener. In Zahlen: bei sehr schlecht gedämmten Außenwänden geben Hersteller und Untersuchungen Verbesserung bis zu 30% an — in typischen Fällen sind 5–15% Energieeinsparung realistischer.
Das ist nicht die komplette Lösung, aber ein kostengünstiger Hebel in einer Zeit, in der jeder Euro Heizkosten zählt. In Deutschland, wo Gaspreise und Nebenkosten saisonal stark schwanken, kann das schnell spürbar werden.
Kurze Checkliste vor dem Kauf
- Ist die Wand eine Außenwand? → ja: lohnt sich.
- Ist der Heizkörper frei zugänglich? → wichtig für Montage.
- Mietwohnung? → Vermieter informieren.
- IR-Thermometer oder Thermostat-Statistiken bereitstellen — sonst lässt sich die Wirkung schwer nachweisen.
Ich habe das in drei Wohnungen ausprobiert: Mal war es ein kleiner, aber störender Unterschied — mal ein echter Spar-Effekt. Es kostet wenig, bringt oft etwas — und manchmal überrascht es.
Fazit: Einfache Heizkörper-Reflektorfolie ist kein Wundermittel, aber ein smarter, günstiger Schritt, um Wärmeverluste an Außenwänden zu reduzieren. Probier es an einer Stelle, messe vorher/nachher und entscheide dann, ob Du die ganze Wohnung optimierst.
Hast Du das schon mal ausprobiert — oder planst Du es jetzt? Teile Deine Erfahrung oder Fragen unten.
