Klempner warnen: Diese drei Dinge gehören niemals in den Abfluss

Klempner warnen: Diese drei Dinge gehören niemals in den Abfluss
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Du stehst wieder mit einem langsam ablaufenden Waschbecken oder siehst Wasser in der Dusche stehen? Das kann teuer werden — und meistens vermeidbar. Ich habe in Gesprächen mit Klempnern und bei Einsätzen oft gesehen, wie genau diese drei Dinge die Rohre ruinieren.

Warum dein Abfluss plötzlich nicht mehr funktioniert

Ein verstopfter Abfluss fängt harmlos an: ein bisschen Rückstau, unangenehme Gerüche. Dann werden aus 30 Minuten Arbeit schnell mehrere hundert Euro für den Notdienst.

In meiner Praxis als Redakteur, der regelmäßig mit Installateuren spricht, fiel mir auf: Viele Fehler entstehen durch Gewohnheiten in deutschen Haushalten — vom Sonntagsbraten bis zur „schnellen“ Entsorgung im WC.

Die drei No‑Go‑Sünden

1) Fett, Öl und Bratreste (Küchenfett)

Fett fließt anfangs wie Wasser, kühlt aber ab und wird hart — genau wie Wachs. Das bildet im Rohr einen klebrigen Panzer, der weiteren Schmutz auffängt.

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  • Warum es gefährlich ist: Fett verbindet sich mit anderen Rückständen und verstopft P‑Traps und Abflussrohre.
  • Was Klempner sagen: Viele Blockaden entstehen in der Verbindung von Fett und Küchenpapier, das sich zusammenballt.

Nie Öl oder Fett in den Abfluss kippen — das kostet sonst schnell 100–300 € pro Einsatz.

Was du stattdessen tun kannst

  • Restfett in ein Einmachglas abkühlen lassen und im Hausmüll entsorgen.
  • Kleine Mengen Pflanzenöl mit Küchenpapier auswischen und in den Restmüll geben.
  • Größere Mengen: Zum Wertstoffhof (gelbe Säcke sind keine Option) — viele Kommunen in Deutschland akzeptieren Altfett.

2) Feuchttücher & Hygienetücher

Feuchttücher fühlen sich weich an, lösen sich aber nicht auf wie Toilettenpapier. Sie verklumpen in Rohren und Pumpwerken.

  • Warum es gefährlich ist: Sie bilden Netzwerke aus Fasern, die sich an Fett und Haaren festhaken.
  • Besonders kritisch: In Mehrfamilienhäusern führen sie zu teuren Blockaden der Abwasserhebeanlagen.

By the way: Auch „biologisch abbaubare“ Feuchttücher sind oft ein Risiko — sie brauchen Zeit und die Bedingungen im Abfluss sind nicht dieselben wie im Klärwerk.

Alternativen und Tipp

  • Stelle einen kleinen Mülleimer neben Toilette und Dusche.
  • Beschrifte ihn sichtbar (z. B. „Nur Feuchttücher“) — das vermeidet Ausreden beim Besuch.
  • Für Babys: Nutze Baumwolltücher oder die normale Windelentsorgung.

3) Kaffeesatz und stärkehaltige Reste (Reis, Nudeln)

Kaffeesatz scheint harmlos — aber er bindet Fett und verklumpt, ähnlich wie Leim. Reis und Nudeln quellen im Rohr und verstopfen den Durchfluss.

  • Warum es gefährlich ist: Diese Rückstände setzen sich in Siphons fest und sind schwierig herauszubekommen.
  • Was ich oft beobachte: Leute spülen Reste nach dem Kaffeekochen oder Abgießen der Pasta schnell weg — das ist genau das Problem.

Besser entsorgen

  • Kaffeesatz gehört in die Biotonne oder auf den Kompost (in vielen deutschen Städten erlaubt).
  • Reste von Reis und Pasta in den Restmüll — niemals in den Ausguss.
  • Nutze ein Spülbecken-Sieb: günstig bei OBI oder Hornbach und in Drogerien.

Konkreter Life‑Hack: So verhinderst du Verstopfungen (Schritt für Schritt)

Das funktioniert in jeder Küche und kostet kaum Zeit oder Geld:

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  • Schritt 1: Stelle ein kleines Einmachglas bereit für Fettreste.
  • Schritt 2: Nach dem Kochen das Öl in das Glas kippen, abkühlen lassen, Deckel drauf — ab in den Hausmüll.
  • Schritt 3: Kaffeesatz in den Kompost oder Biotonne leeren (oder auf den Balkonkasten streuen).
  • Schritt 4: Nutze ein feines Sieb im Spülbecken — täglich kurz ausleeren und in den Müll werfen.
  • Schritt 5: Einmal im Monat heißes Wasser (kein kochendes bei Kunststoffrohren) durchlaufen lassen, um Ablagerungen zu lösen.

Wenn es doch verstopft ist: Schnell helfen ohne teuren Notdienst

Wenn Wasser steht, probiere das zuerst:

  • Siphon unter dem Spülbecken abschrauben (Eimer darunter). Viele Verstopfungen sitzen dort.
  • Benutze eine Saugglocke (Pömpel) für Waschbecken oder Dusche — oft reicht das.
  • Biologische Enzymreiniger aus dem Baumarkt (Hornbach, OBI) abbauen organische Rückstände ohne Rohre zu schädigen.

Und noch ein Tipp aus der Praxis: Wenn du in einer deutschen Altbauwohnung mit älteren Leitungen wohnst, zahlt sich Vorsorge mehr aus als Reparaturkosten. Kleine Gewohnheitsänderungen sparen Zeit und Geld.

Kurzes Fazit

Fett, Feuchttücher und Kaffeesatz — das ist die Dreifaltigkeit, die Abflüsse in Deutschland am häufigsten ruiniert. Mit wenigen Handgriffen und einem Glas für Öl vermeidest du die meisten Probleme.

Was nervt dich am meisten am Abfluss — Fett, Haare oder etwas anderes? Schreib’s in die Kommentare.