Du öffnest die Mehlpackung und findest kleine Falter oder winzige Larven. Das ist nicht nur eklig, das kann Wochen an Vorräten ruinieren. Lies das jetzt, bevor sich die Motten in der ganzen Küche ausbreiten — ich erkläre, was wirklich hilft und was nur Mythos ist.
Warum Großmutter immer ein Lorbeerblatt legte
Ich habe es zuerst bei meiner Großmutter gesehen: ein paar Lorbeerblätter im Mehlkasten und nie wieder Motten. Viele übersehen, dass alte Hausmittel oft aus Alltagserfahrung entstanden sind — nicht aus Werbung.
Der Grund ist simpel: Lorbeerblätter verströmen ätherische Öle, die Insekten stören. Bei uns in deutschen Küchen wirkt das wie ein unsichtbarer Zaun um Vorratsgläser.
Was drinsteckt
- Ätherische Öle wie 1,8‑Cineol und Linalool — Geruchsstoffe, die viele Insekten meiden.
- Getrocknete Blätter halten länger: frische rollen sich, trockene duften beständig.
- Keine Giftwirkung für Menschen in der üblichen Anwendung — aber in großen Mengen können Aromen ins Mehl gelangen.
Wie ich es getestet habe — und wo der Trick versagt
Ich habe in zwei Küchenexperimenten die Methode geprüft: einmal zur Prävention, einmal bei leichtem Befall. Ergebnis: Bei sauberem Vorrat wirkt das Lorbeerblatt gut als Abschreckung. Bei starkem Befall reicht es nicht aus.
Wichtig: Lorbeerblatt ersetzt nicht das Saubermachen. Wenn Eier oder Larven schon vorhanden sind, musst du anders handeln.

Konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung
Du willst es direkt ausprobieren? So habe ich es gemacht — pragmatisch und ohne Schnickschnack.
- Besorg dir getrocknete Lorbeerblätter (supermarkt: Rewe, Edeka, Lidl; Bio: Alnatura oder Drogerie wie dm).
- Gib pro Vorratsglas oder Mehlpackung ein ganzes Blatt hinein — nicht zerkleinern.
- Lege das Blatt oben auf das Mehl oder steck es in einen kleinen Stoffbeutel.
- Wechsle das Blatt alle 6–8 Wochen, besonders bei feuchter Sommerluft.
- Kontrolliere regelmäßig: Bei ersten Anzeichen von Motten sofort handeln (siehe weiter unten).
1 Blatt pro Vorratsglas ist oft genug — zu viele Blätter machen Mehl aromatischer, als nötig.
Was wirklich hilft, wenn du bereits Motten hast
Wenn du Motten siehst, handelt es sich meist um Speichermotten. Das Lorbeerblatt ist dann nur ein Teil der Lösung.
- Entsorge stark befallene Ware (vermeide es, die Eier weiter zu verteilen).
- Alles ausräumen, Regale aussaugen, Nischen mit Essigwasser abwischen.
- Reste in Gläser umfüllen: luftdichte Glas- oder Metallbehälter verhindern Neuinfektionen.
- Gefrier-Methode: Verdächtige Packungen 48–72 Stunden bei -18 °C einfrieren — das tötet Eier und Larven.
- Bei großem Befall: Pheromonfallen zur Kontrolle kaufen (gibt’s bei Obi, Bauhaus oder online).

Kleine Extras, die in deutschen Haushalten funktionieren
- Türkische oder orientalische Lebensmittelgeschäfte verkaufen frische Lorbeerblätter günstig — kostet oft unter 2 €.
- Statt direkt im Mehl: Lorbeerblatt in ein kleines Baumwollbeutelchen legen und damit das Glas verschließen.
- In der kalten Jahreszeit halten Vorratsbehälter länger trocken — kontrolliere trotzdem auf Motteneier entlang der Deckelränder.
Mythencheck
- Mythos: Lorbeerblätter töten Motten. Fakt: Sie vertreiben; bei starkem Befall töten sie nicht alle Stadien.
- Mythos: Motten werden durch Duftstoffe angelockt. Fakt: Sie suchen Nahrung; Gerüche können jedoch fehlleiten oder abstoßen.
Praktischer Life Hack — Minimalaufwand, maximale Wirkung
Wenn du wenig Zeit hast, probier das Kombi‑Setting, das ich in meiner Küche nutze:
- Mehl in saubere Schraubgläser umfüllen.
- Ein Lorbeerblatt obenauf, ein kleines Pheromonstreifen an der Innenseite des Schranks.
- Alle 6 Wochen Glas kurz kontrollieren und Blatt tauschen.
Das ist wie ein Dreifach-Schutz: mechanisch (Glas), chemisch/natürlich (Lorbeer) und visuell (Falle).
Übrigens: Wenn du regional einkaufst, zahlst du für ein Päckchen getrocknete Lorbeerblätter meistens zwischen 0,99 € und 2,50 € — günstiger als der Verlust einer Mehlkiste.
Zum Schluss
Der Lorbeerblatt-Trick ist kein Wundermittel, aber eine günstige, einfache Prävention, die gut funktioniert, wenn du sauber arbeitest und Vorräte luftdicht lagerst. Ich habe ihn in meiner Praxis als Hausmittel oft kombiniert mit gründlichem Reinigen und Lagerung in Gläsern — und das hat viele Küchenmotten gestoppt.
Hast du Lorbeerblätter schon ausprobiert — oder einen anderen Hausmittel-Trick? Schreib unten, welche Methode bei dir geholfen hat.
