Ein frischer Kratzer im Laminat kann sich anfühlen wie ein kleines, aber ständiges Ärgernis – besonders wenn Gäste kommen oder du dein Zuhause verkaufen willst. Viele greifen reflexartig zur Zahnpasta, doch das ist nicht immer die beste Idee. Lies weiter, weil ich dir genau sage, wann Zahnpasta hilft, wann sie schadet und welche Alternativen in Deutschland wirklich funktionieren.
Warum Zahnpasta manchmal funktioniert (und warum du vorsichtig sein musst)
Ich habe beobachtet: Kleine, oberflächliche Kratzer verschwinden oft nach einer sanften Behandlung. Laminat hat eine versiegelte Oberfläche; winzige Kratzer füllt man nicht weg, man kaschiert sie.
- Zahnpasta wirkt wie ein sehr feines Poliermittel – aber nur, wenn sie nicht abrasive Gelpartikel oder Bleichstoffe enthält.
- Bei tiefen Kerben oder auf geölten Echtholzoberflächen kann Zahnpasta eher schaden.
- Viele in Deutschland probieren erst Hausmittel, statt direkt in einen Reparatur-Stift zu investieren – das ist verständlich, aber nicht immer klug.
Was du in deinem Haushalt findest (und was du besser kauft)
- Weiße, normale Zahnpasta (keine Gel-, Whitening- oder Abrasiv-Sportpasten)
- Mikrofaser- oder weiches Baumwolltuch
- Möbelstift / Lackstift (erhältlich bei Obi, Bauhaus, Hornbach oder Amazon)
- Walnuss oder Olivenöl als Farbauffrischer (nur für sehr leichte Farbunterschiede)
- Reparatursets für Laminat (~5–20 € bei Hornbach/Bauhaus)
Schnelle Anleitung: Zahnpasta-Methode, Schritt für Schritt
Ich habe das selbst ausprobiert – mit einem alten Laminatmuster, bevor ich es auf dem Wohnzimmerboden riskierte. So gehst du vor:

- 1) Teste zuerst an einer unauffälligen Stelle (z. B. hinter einer Tür).
- 2) Nimm nur eine kleine Menge weiße Zahnpasta auf ein weiches Tuch.
- 3) Reibe mit leichtem Druck in kreisenden Bewegungen über den Kratzer (20–30 Sekunden).
- 4) Wische Rückstände mit einem feuchten Tuch weg und trockne die Stelle sofort.
- 5) Beurteile das Ergebnis nach dem Trocknen – wiederholen nur einmal, sonst riskierst du Glanzunterschiede.
Übrigens: Wenn der Kratzer nach dem Trocknen dunkler aussieht, war die Zahnpasta zu aggressiv oder hat Schmutz ins Material gedrückt. Sofort mit klarem Wasser reinigen.
Wenn Zahnpasta nicht ausreicht: Bewährte Alternativen
Es gibt Fälle, in denen ich Zahnpasta nicht empfehlen würde. Für solche Situationen sind diese Methoden besser:
- Möbelstift: Wähle einen Farbton passend zu deinem Laminat. Einfach, schnell, kostet meist nur 3–8 €.
- Reparatur-Set für Laminat: Enthält oft Wachs oder Spachtelmasse – ideal für mittlere Schäden (5–20 € in Baumärkten).
- Walnuss-Trick: Reibe eine (geschälte) Walnuss über den Kratzer. Das Öl dunkelt die Stelle leicht und kaschiert feinere Schäden.
- Weiße Kerze oder Möbelwachs: Für sehr feine Kratzer kann Wachs die Oberfläche ebnen und optisch verschließen.
Was du niemals tun solltest
- Schruppen mit Scheuermitteln oder Stahlwolle – das zerstört die Versiegelung.
- Zu viel Wasser auf dem Laminat stehen lassen – das führt zu Aufquellen an den Kanten (gerade im deutschen Winter bei trockener Heizungsluft problematisch).
- Unbedingt Farbton testen: Möbelstifte und Wachse können bei falscher Farbe schlimmer aussehen als der Kratzer selbst.

Ein echter Lifehack, den wenige kennen
Viele übersehen die Kombination aus Möbelstift und leichtem Wachs-Polish: Erst den Kratzer mit dem passenden Stift einfärben, dann mit einem festen Möbelwachs (z. B. farbloses) darüber polieren. Das Ergebnis wirkt natürlicher und hält länger als nur Zahnpasta. Ich habe das auf Laminat in einer Mietwohnung getestet – fast unsichtbar und keine dauerhaften Schäden.
Wichtig: Kaufe Möbelstifte in Baumärkten wie Obi, Bauhaus oder Hornbach – dort kannst du Farbtöne vergleichen oder um Rat fragen.
Zum Schluss
Kratzer im Laminat sind nervig, aber nicht immer ein Drama. Für winzige, oberflächliche Schäden probiere die Zahnpasta-Methode zuerst – teste erst unsichtbar. Für tiefere Rillen greif zu Möbelstift oder Reparaturset. Ich würde lieber 10 Euro in ein Reparaturset investieren als riskante Experimente, die den Boden ruinieren.
Hast du schon Zahnpasta oder einen Möbelstift ausprobiert? Welche Methode hat bei dir am besten funktioniert — oder hast du ein eigenes Geheimrezept?
