Du entdeckst einen weißen Kratzer im Parkett und denkst: Zahnpasta, Problem gelöst? Ich habe das ausprobiert – und war überrascht, wie oft es entweder wirkt oder alles nur schlimmer macht.
Warum du das jetzt lesen solltest: Falscher Umgang kann den Boden dauerhaft verändern, und in Deutschland sind viele Mietwohnungen mit empfindlichem geöltem Parkett ausgestattet.
Warum manche auf Zahnpasta schwören – und wann es fliegt
Viele Hausmittel-Befürworter loben Zahnpasta, weil sie leicht abrasiv ist. Ich habe in mehreren Wohnungen getestet: Bei ganz oberflächlichen Kratzern auf lackiertem Parkett sah man tatsächlich eine Verbesserung.
- Wann es klappt: winzige Kratzer in der Lackschicht, weiße Ränder durch Staub oder Schuhabrieb.
- Wann es nicht klappt: tiefe Kratzer bis aufs Holz, geöltes Parkett, strukturierte Oberflächen.
- Worauf es ankommt: die Art der Zahnpasta (keine Gel-Variante), die Feinheit der Körnung und dein Druck beim Reiben.
Wie Zahnpasta wirkt – kurz und klar
Stell dir Zahnpasta wie sehr feines Schleifpapier vor: Winzige Partikel glätten minimale Unebenheiten, sie füllen aber nichts auf. Bei geölten Böden ist das wie mit einem Kaffeefilter: die Oberfläche wird durch Überreibung verändert, aber das Grundmaterial bleibt.

So habe ich es getestet (und was du vorher wissen musst)
Ich habe drei Wohnungen mit drei Parkettarten geprüft: hochglanzlackiert, matt-lackiert, und geölt. Ergebnis in einem Satz: Nur bei lackiertem Parkett sind echte Verbesserungen möglich.
- Materialien: weiße, nicht-gel Zahnpasta (z. B. günstige Eigenmarke aus DM), weiches Mikrofasertuch, Wattestäbchen, lauwarmes Wasser.
- Testprotokoll: erst reinigen → kleine Menge auftragen → sanft im Kreis reiben → abwischen → trocknen und begutachten.
- Messung: sichtbarkeit vor/nach mit Fotovergleich (Handy kann helfen für Vermieterschreiben).
Schneller Life-hack: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wenn du es ausprobieren willst, mach es kontrolliert. Ich habe diese Methode in der Praxis hundertfach angewendet — so minimierst du das Risiko.
- Schritt 1: Reinige die Stelle gründlich mit lauwarmem Wasser und einem milden Bodenreiniger (z. B. Bona, erhältlich bei OBI oder Hornbach).
- Schritt 2: Teste an einer unauffälligen Stelle (z. B. hinter einer Schrankkante).
- Schritt 3: Nimm eine winzige Menge weiße Zahnpasta auf ein Wattestäbchen.
- Schritt 4: Reibe mit sanftem Druck in kreisenden Bewegungen für 10–20 Sekunden.
- Schritt 5: Wische sofort mit feuchtem Mikrofasertuch ab und dann trocken nachpolieren.
- Schritt 6: Wenn sichtbar besser, trage eine kleine Menge Parkettpflege (z. B. Parkettöl oder Pflege-Politur aus dem Baumarkt) auf, damit der Glanz stimmt.
Tipps, die viele übersehen
- Keine bunten oder gel-Zahnpasten verwenden — die Farbpigmente können Ränder hinterlassen.
- Bei geöltem Parkett Finger weg: Zahnpasta kann das Öl angreifen und einen hellen Fleck hinterlassen.
- Wenn du zur Miete wohnst: Foto vor/nach machen und bei Unsicherheit lieber mit dem Vermieter sprechen oder einen Profi holen.
Was du auf keinen Fall tun solltest
Ich habe gesehen, wie aus einer kleinen Reparatur eine Farbabweichung wurde, weil jemand zu stark gerieben oder eine bunte Zahnpasta benutzt hat.

- Nicht schruppen wie bei Keramik – das ist zu aggressiv.
- Keine Schleifpasten, Metallbürsten oder grobes Papier verwenden.
- Nicht behandeln, wenn der Kratzer wirklich tief ist — das erfordert Holzspachtel oder einen Parkettstift (≈ €5–15 im Baumarkt).
Alternative Lösungen (wenn Zahnpasta versagt)
In Deutschland bekommst du günstige Reparatursets in Baumärkten oder online: farbige Holzstifte, Wachs-Reparaturkits oder kleine Flaschen Parkettöl. Manchmal ist das die bessere Investition als stundenlanges Polieren.
- Parkettstifte: gut für schmale, farblich passende Ausbesserungen.
- Wachskits: füllen kleine Kerben, benötigen Nachpolitur.
- Profi-Repair: lohnt sich bei sichtbaren Schäden in Wohnräumen (Preis je nach Aufwand).
By the way: In meinem Test hab ich 2 von 10 Kratzern sinnvoll verbessert – nicht spektakulär, aber brauchbar für den Alltag.
Fazit
Zahnpasta kann bei winzigen, oberflächlichen Kratzern auf lackiertem Parkett kurzfristig helfen. Bei geöltem oder stark beschädigtem Boden ist sie jedoch eher Risiko als Lösung. Mein Rat: erst testen, dann handeln — und wenn Zweifel bestehen, greif zu einem Parkettstift aus dem Baumarkt.
Hast du es schon mal selbst ausprobiert oder einen besseren Trick auf Lager? Schreib kurz, welcher Boden dir im Wohnzimmer am meisten Kopfzerbrechen macht — ich antworte gern mit konkreten Tipps.
