Streifen, die nach dem Putzen bleiben, und das teure Glas-Spray aus dem Drogerie-Regal wirkt wieder nicht? Ich kenne das: Du gibst Geld aus und die Fenster sehen trotzdem schlapp aus. Kartoffelschalen können hier helfen — ein Küchenrest, den viele in Deutschland wegwerfen, der aber überraschend oft für klarere Scheiben sorgt.
Warum Omas Trick heute noch Sinn macht
Ich habe es ausprobiert: Besonders an regnerischen Herbsttagen in Berlin und beim Pollenfrühling in München fallen Schmutz und Wasserfilme stärker auf.
Das Grundprinzip ist simpel und nachhaltig — ideal, wenn Du Müll reduzieren und Geld sparen willst.
Was in der Schale eigentlich wirkt
- Kartoffelschalen enthalten Stärke, die leicht entfettend wirkt und Schmutz bindet.
- Rohe Schalen geben beim Reiben eine feuchte Schicht ab, die Schmutz löst.
- Abgekochte Schalen hinterlassen eine starchaltige Lösung, die wie ein mildes Klarspülmittel wirkt.

Wie Du Kartoffelschalen richtig anwendest (3 Methoden)
Ich empfehle drei einfache Varianten — test sie an einem Fenstereck, bevor Du die ganze Wohnung putzt.
Methode A: Direkt reiben
- Rubbele eine frische Kartoffelschale mit der inneren, stärkehaltigen Seite über das Glas.
- Wische danach sofort mit Küchenrolle oder einem Mikrofasertuch nach, bis kein Film bleibt.
- Ideal für kleine Flecken oder schnelle Zwischenreinigung.
Methode B: Stärke-Wasser (mein Favorit für größere Flächen)
- Sammle Schalen von 3–4 Kartoffeln.
- Gib sie in 1 Liter Wasser, kurz aufkochen und 5–10 Minuten simmern lassen.
- Abseihen, Flüssigkeit abkühlen lassen — fertig ist das „Fensterwasser“.
- Fenster mit einem weichen Tuch einseifen, kurz einwirken lassen, mit klarem Wasser nachwischen und dann mit einer Gummilippe oder Zeitung abziehen.
Methode C: Kombi mit Essig (bei Kalkflecken)
- Zu 500 ml Stärke-Wasser 1–2 EL weißen Haushaltsessig (z. B. aus dem Supermarkt) geben.
- Gut gegen kalkige Ablagerungen, aber vorher an unauffälliger Stelle testen — Essig greift manche Dichtungen an.
Praktische Profi-Tipps, die kaum jemand kennt
- Für einen streifenfreien Abschluss: Mit zerknüllter Zeitung oder einem alten Baumwoll-T-Shirt nachpolieren.
- Wenn das Stärke-Wasser übrig bleibt: Nicht länger als 24 Stunden stehen lassen — sonst riecht es. Alternativ in Eiswürfelformen einfrieren und portionsweise verwenden.
- Bei beschichteten oder getönten Scheiben vorher auf Verträglichkeit prüfen.
- In deutschen Städten praktisch: Kaufe wenige Kartoffeln bei Aldi, Lidl oder auf dem Wochenmarkt — die Schalen hast Du sowieso.
Übrigens: In meiner Praxis als Hausmittel-Tester hat die Stärke-Methode Fenster in Mietwohnungen in Berlin und in einer Altbauwohnung in Köln oft sauberen Glanz gebracht — nicht perfekt wie Werkstatt-Glas, aber für den Alltag überraschend effektiv.

Wann Du lieber zum konventionellen Reiniger greifen solltest
- Starke Industrieverschmutzung, Spritzlack oder hartnäckige Öle — klassische Glasreiniger sind hier meist besser.
- Autofenster mit speziellen Beschichtungen: Nicht riskieren.
- Wenn Du sofort ein absolut streifenfreies Profi-Ergebnis brauchst (z. B. für Fotoshootings).
Kurzanleitung: Mein 6-Schritte-Hack für blitzblanke Fenster
- Schalen sammeln (3–4 Kartoffeln).
- 1 Liter Wasser aufkochen, Schalen 5–10 Minuten ziehen lassen.
- Flüssigkeit abseihen und abkühlen lassen.
- Fenster mit Mischung einreiben, kurz einwirken lassen.
- Mit klarem Wasser nachspülen und mit Gummilippe abziehen.
- Mit Zeitung oder Mikrofasertuch polieren.
Kleiner Hinweis: Kurz testbar, billig (ein paar Cent statt 3–5 € für ein Spray) und umweltfreundlich — genau das, was viele in deutschen Haushalten gerade schätzen.
Ende — und jetzt bist Du dran
Probier es bei Deinem nächsten Frühjahrsputz oder wenn die Regentropfen wieder alles verschmieren. Wenn es bei Dir nicht klappt, sag mir, was anders war — Fensterrahmen, starker Kalk oder vielleicht eine andere Kartoffelsorte?
Hast Du einen weiteren Großmutter-Trick, der bei Dir besser funktioniert als moderne Putzmittel? Teile ihn in den Kommentaren — ich sammle die besten für den nächsten Test.
