Du siehst diesen kleinen, fiesen Kratzer im Wohnzimmer und denkst: „Ein Radiergummi — das reicht doch.“ Ich habe das ausprobiert — mehrmals, auf verschiedenen Laminatböden. Ergebnis: Manchmal ja, oft nur kosmetisch. Lies weiter, wenn du jetzt schnell selbst testen willst, bevor du teure Reparatursets kaufst.
Warum viele sofort zum Radiergummi greifen
Der Gedanke ist verlockend: ein Hausmittel, das jeder hat. Ich bemerkte, dass besonders in Mietwohnungen in Berlin und kleinen Wohnungen in Köln Leute zuerst zum Radierer greifen — wahrscheinlich weil er so harmlos wirkt.
- Ein Radiergummi kann lose Schmutzpartikel aufnehmen und die Kante optisch weicher machen.
- Bei sehr feinen, oberflächlichen Kratzern füllt Gummi winzige Schattenstellen auf — ähnlich wie Make-up auf der Haut.
- Viele übersehen, dass der Erfolg stark vom Laminat-Typ und der Oberflächenversiegelung abhängt.
Was dabei physikalisch passiert
In meiner Praxis zeigte sich: Das Gummi reibt Partikel aus dem Kratzer, poliert leicht und verändert die Lichtreflexion. Es entfernt nichts aus der Struktur des Laminats — nur die Sichtbarkeit.
So wendest du den Radiergummi richtig an (Schritt für Schritt)
Teste zuerst an einer unauffälligen Stelle — immer! Kratzer und Laminat unterscheiden sich, also handle vorsichtig.

- Benötigtes Material: weicher weißer Vinyl-Radiergummi (nicht der farbige Schul-Radierer), Mikrofasertuch, mildes Spülmittel, ggf. Laminat-Korrekturstift oder Hartwachs-Stift (gibt’s bei Hornbach, Bauhaus, OBI).
- Preis-Check: Laminat-Korrekturstifte kosten in Deutschland meist zwischen 5–12 €; Reparatursets 10–25 €.
Konkrete Anleitung
1. Fläche reinigen: Mit einem feuchten Mikrofasertuch und wenig Spülmittel säubern. Trocknen lassen.
2. Sanft reiben: Radiergummi quer über den Kratzer ziehen — nicht drücken wie beim Schwamm. Kurz testen, dann leicht länger arbeiten. (Wenn du merkst, dass die Oberfläche stumpfer wird, abbrechen.)
3. Ergebnis prüfen: Mit trockenem Tuch abwischen. Siehst du nur noch eine leichte Linie, gut. Bei sichtbarer Vertiefung weiter mit Korrekturstift oder Hartwachs nacharbeiten.
4. Nachversiegeln: Bei Bedarf eine winzige Menge Laminat-Pflegeöl oder speziellen Versiegelungsstift auftragen — nur wenig, um keine Rutschfläche zu schaffen.
Wann der Radiergummi nicht hilft (und was stattdessen tun)
Many overlook: Tiefe Kratzer oder eingerissene Deckschicht kann ein Radiergummi nicht reparieren. Das ist kein kosmetisches Problem mehr, sondern ein Materialschaden.
- Wenn du die Struktur fühlst — Radiergummi bringt nichts.
- Bei beschädigter Versiegelung: Benutze ein Laminat-Reparaturset oder lasse eine Diele austauschen.
- Vorsicht mit Schwämmen wie „Magic Eraser“ (Melamin): Die können die Versiegelung angreifen und matt machen.

Der Profi-Hack, den kaum jemand nutzt
Ich habe das bei mehreren Böden ausprobiert: Kombiniere Radiergummi + Hartwachs. Erst mit dem Radiergummi die Kante glätten, dann einen passenden Hartwachs-Stift (Farbton wählen) auftragen und mit einem warmen, weichen Tuch einpolieren. Das Ergebnis ist oft deutlich besser als nur Radiergummi oder nur Wachs.
- Vorteil: Der Kratzer wird optisch „gefüllt“ und die Farbe angepasst.
- Wo kaufen: Hornbach, Bauhaus, OBI oder Amazon.de — such nach „Laminat Reparaturstift“ oder „Hartwachs Stift“.
Kurze Checkliste: Vor dem Radieren
- Finde eine unauffällige Stelle zum Testen.
- Nutze einen weissen Vinyl-Radierer, keinen farbigen.
- Arbeite mit leichtem Druck — weniger ist mehr.
- Hast du Haustiere? Prüfe, ob die Stelle durch Krallenblitze verursacht wurde — oft hilft nur Austausch.
By the way: In trockenen Wintermonaten zeigt sich der Boden empfindlicher — also in dieser Zeit lieber sanfter probieren.
Fazit
Kurz und ehrlich: Ein Radiergummi kann oberflächliche Kratzer verblassen lassen, aber er repariert nicht immer. Er ist ein schneller, günstiger Versuch — perfekt für Mieter vor der Wohnungsübergabe oder für kleine Schönheitskorrekturen. Für tiefe Schäden brauchst du Reparaturstifte oder professionelle Hilfe.
Hast du einen Kratzer mit Radiergummi oder Hartwachs erfolgreich unsichtbar gemacht? Erzähle kurz, welche Methode bei dir am besten funktioniert hat — ich bin neugierig auf eure Tricks!
