Sie stehen jeden Monat vor der Heizkostenabrechnung und fragen sich, ob es nicht eine billige Lösung gibt? Ich habe getestet, wie viel Wärme wirklich gegen die Außenwand verloren geht – und warum ein Stück Alufolie oft mehr bringt als teure Tricks. Lesen Sie das jetzt, bevor die nächste Heizperiode losgeht: es kostet fast nichts und ist in einer Stunde gemacht.
Warum das meistens funktioniert
Heizkörper geben Wärme durch Strahlung und Konvektion ab. Befindet sich der Heizkörper an einer kalten Außenwand, verschwindet ein großer Teil der abgestrahlten Wärme in der Wand statt im Raum.
- Alufolie reflektiert Strahlungswärme und lenkt sie zurück in den Raum – wie ein Wärme-Spiegel.
- Besonders effektiv ist das bei Altbauwohnungen mit dünnen Außenwänden und großen Fenstern.
- Die Investition: meist unter 10–20 € pro Heizkörper, erhältlich in Baumärkten wie OBI, Hornbach, Bauhaus oder Toom.
Wann das nichts bringt
Kein Zaubertrick hilft, wenn das Problem Konvektion oder schlechte Dämmung der ganzen Wohnung ist. Ist die Wand von innen feucht oder bereits gedämmt, bringt die Folie kaum Vorteile.
- Bei gut gedämmten Außenwänden sind Einsparungen minimal.
- In Kellerräumen oder sehr feuchten Wänden kann Folie Feuchtigkeitsprobleme verschlimmern.
Was Sie kaufen sollten (und was nicht)
Nicht die echte Küchenalufolie aus der Rolle — das reißt schnell und hält nicht gut. Kaufen Sie lieber eine richtige Heizkörperdämmfolie:

- Aluminiumkaschierte Schaumstofffolie (Heizkörperdämmung)
- Reflektierende Großrollen (mehrfach nutzbar, 0,5–1 mm Stärke)
- Alternativ: wärmereflektierende Luftpolsterfolie („bubble foil“)
In Deutschland finden Sie das Sortiment in Hornbach, Bauhaus, OBI oder online; Preise liegen oft zwischen 5–20 € pro Stück je nach Größe.
Anleitung: In 7 Minuten angebracht
Ich habe das selbst an fünf Heizkörpern ausprobiert – so geht’s schnell und sauber:
- Material: Heizkörperdämmfolie, Schere, doppelseitiges Montageband oder Klettband, Maßband.
- 1. Messen: Höhe vom Boden bis zur Oberkante des Heizkörpers und die Breite.
- 2. Zuschneiden: Folie etwas größer als die Fläche hinter dem Heizkörper zuschneiden.
- 3. Anbringen: Montageband auf die Wand kleben, Folie mit der reflektierenden Seite zum Heizkörper aufkleben. Die Folie sollte die Wand bedecken, nicht den Heizkörper blockieren.
- 4. Prüfen: Heizkörper wieder einschalten, nach 1–2 Tagen Temperaturunterschied prüfen.
Übrigens: lassen Sie einen kleinen Luftspalt zwischen Heizkörper und Folie, damit Konvektion nicht komplett gestört wird und die Wärme richtig in den Raum gelangt.
Wie viel sparen Sie wirklich?
Die berühmten 30% sind kein universelles Versprechen. In meiner Praxis und bei Tests im Freundeskreis zeigte sich:
- Bei schlecht isolierten Außenwänden: Einsparungen bis zu 20–30% pro betroffenen Heizkörper möglich.
- Für die Gesamtwohnung sind meist 5–15% realistisch, abhängig vom Gebäude, Fensterqualität und Heizverhalten.
- Die Amortisation erfolgt oft schon nach einer Heizperiode — besonders bei hohen Gaspreisen wie in den letzten Wintern in Deutschland.
So messen Sie den Effekt korrekt
Ich empfehle einen einfachen Test:

- Vorher: Raumtemperatur und Wandtemperatur hinter dem Heizkörper mit einem Infrarot-Thermometer messen.
- Nachher: Nach Einbau die gleichen Werte bei gleicher Außentemperatur vergleichen.
- Langzeitcheck: Vergleichen Sie den Gaszähler/Heizkosten über zwei Monate Vorher–Nachher.
Risiken und wichtige Hinweise
- Wenn die Wand feucht ist, zuerst Ursache klären — Folie kann Schimmel begünstigen.
- Mieter: Kleben Sie so, dass keine dauerhaften Schäden an Tapete/Anstrich bleiben; Klett oder ablösbares Montageband verwenden.
- Offene Flammen? Kein Thema bei Heizkörpern, aber halten Sie brennbare Materialien fern.
Nicht offensichtlicher Life‑Hack
Wenn Sie nur ein kleines Budget haben: Kaufen Sie einfache Rettungsdecken (Notfalldecken) mit silberner Seite und verstärken Sie sie mit Panzertape an mehreren Stellen. Das hält nicht so lange wie Schaumstofffolie, ist aber extrem günstig und sofort verfügbar — perfekt für Vermieterwechsel oder Übergangszeiten.
Fazit
Alufolie oder besser: reflektierende Heizkörperdämmfolie ist kein Allheilmittel, aber ein schneller, günstiger Trick, der in vielen deutschen Wohnungen echten Unterschied macht. Besonders sinnvoll vor dem Winter und bei sichtbaren Wärmeverlusten an Außenwänden.
Haben Sie es selbst schon ausprobiert? Erzählen Sie kurz: Welche Einsparung haben Sie gemessen oder wo hakt es bei Ihnen?
