Du hast dich sicher schon gefragt, warum beim Handwerker auf der Baustelle plötzlich ein Kamm aus der Geldbörse springt — und nicht etwa ein Multitool. Das ist kein Hipster-Gag: Viele Elektriker tragen so ein kleines Hilfsmittel aus einem einfachen Grund. Lies das jetzt, denn der nächste Stromausfall oder eine chaotische Verteilung im Sicherungskasten kommt schneller als du denkst.
Warum das Kamm-Prinzip so praktisch ist
Ich habe bemerkt, dass ein kleiner Kunststoffkamm oft mehr Ordnung schafft als eine teuere Spezialzange. In meiner Praxis bei Einsätzen in Wohnhäusern und in Schaltschrank-Montagen hat sich dieser simple Gegenstand immer wieder bewährt.
- Nicht leitend – Viele dieser Kämme sind aus Kunststoff; das reduziert Risiko beim Sortieren von Drähten (aber Achtung: niemals an spannungsführenden Teilen arbeiten).
- Passt ins Portemonnaie – flach, leicht, immer dabei, gerade in Deutschland, wo Monteure viel mit Bahn/ÖPNV unterwegs sind.
- Günstig – im Baumarkt (Hornbach, OBI) oder bei Conrad kostet ein kleiner Kabelkamm meist nur 1–5 €.
Typische Situationen, in denen der Kamm hilft
Im Schaltschrank: Ordnung statt Kabelsalat
Wenn mehrere Adern zu Klemmleisten oder Schutzschaltern geführt werden, hilft der Kamm, Leitungen parallel zu halten. Das spart Zeit beim Einführen und sorgt für ordentlich dokumentierte Reihen.
Auf der Baustelle: Schnelles Sortieren
Bei Staub und engen Platzverhältnissen sortiert der Kamm Litzen und einzelne Adern, ohne dass du eine Zange ziehen musst. Viele übersehen, wie viel Zeit das spart — besonders bei engen Unterverteilungen in Altbauwohnungen.

Als „Notfall“-Werkzeug
Manchmal ist es das Kleingedruckte: Entfernen von Kabelbinderresten, Herausfischen eingeklemmter Isolierstücke, oder das Ausrichten von Aderfarben vor dem Abisolieren.
- Kabel richtig ausrichten vor der Klemme
- Isolierreste entfernen, ohne Metallwerkzeug zu verwenden
- Provisorischer Abstandshalter beim Einführen mehrerer Adern
Wie du dir selbst einen einfachen Kabelkamm bastelst (sicher und praktisch)
Viele Elektriker tragen kein teures Profi-Tool, sondern eine selbstgebaute Variante. Das geht schnell und kostet fast nichts.
Wichtig: Nie an spannungsführenden Teilen arbeiten. Alle Schritte nur an spannungsfreien Leitungen anwenden.
Du brauchst:
- Alte Kunststoffkarte (z. B. ausrangierte Bonuskarte)
- Feile oder scharfes Teppichmesser
- Schleifpapier
- Isolierband (optional)
So geht’s — Schritt für Schritt
- Markiere auf der Karte gleichmäßige Striche im Abstand von 3–6 mm (je nach Kabelstärke).
- Schneide mit dem Messer vorsichtig kleine Schlitze ein — nicht zu tief, damit die Karte stabil bleibt.
- Entferne scharfe Kanten mit Schleifpapier, um die Isolierung der Leiter nicht zu beschädigen.
- Optional: Kanten mit Isolierband schützen oder die Rückseite für besseren Griff bekleben.
- Verwende den Kamm nur an spannungsfreien Leitungen und nie als Hebelwerkzeug.
Warum das in Deutschland so beliebt ist
Viele Elektriker in Deutschland fahren mit Regionalbahn oder tram zum Einsatz. Eine leichte, flache Lösung, die in der Geldbörse bleibt, macht Sinn: keine extra Tasche, keine scharfen Werkzeuge, die im Handgepäck auffallen würden.

Außerdem achten deutsche Betriebe sehr auf saubere Dokumentation und Reihenfolge in Verteilerkästen. Ein Kabelkamm ist quasi der „Ordnungspinsel“ — funktioniert wie ein kleiner Lineal, das alles geradezieht.
Was du vermeiden solltest
- Keinen Metallkamm verwenden — das kann kurzschließen.
- Nie an Live-Schaltungen arbeiten — VDE-Vorschriften beachten.
- Keine improvisierten Messerklingen aus der Geldbörse ziehen — das ist weder sicher noch hygienisch.
By the way: Wenn du etwas Gutes kaufen willst, such bei Conrad, Reichelt oder direkt im Baumarkt nach „Kabelkamm“ oder „Verdrahtungskamm“ — das spart Zeit gegenüber Zufalls-Lösungen.
Fazit
Ein Kamm in der Geldbörse ist kein Gimmick, sondern ein kleines Alltagswerkzeug: günstig, praktisch und überraschend effektiv, wenn man weiß, wie man ihn sicher einsetzt. Viele übersehen, wie oft ein solcher Trick den Tag rettet — ich selbst habe schon mehrmals damit kleine Katastrophen im Schaltschrank abgewendet.
Und jetzt interessiert mich: Hast du schon einmal so einen Kamm gesehen oder benutzt? Welches ungewöhnliche Tool trägst du immer bei dir?
