Die Nebenkostenabrechnung hat Sie wieder kalt erwischt? Wenn die Gasrechnung steigt, merkt man jeden Fehler sofort im Portemonnaie. Lesen Sie das jetzt — kleine Einstellungen und drei typische Fehltritte können Ihre Heizkosten massiv nach oben treiben.
Warum Ihre Heizung heimlich Geld frisst
Mir ist aufgefallen: Viele Haushalte in Deutschland glauben, die Heizung sei Schuld der Energiepreise – dabei sind oft Bedienfehler oder veraltete Einstellungen die wahren Geldfresser.
- 1 °C weniger Raumtemperatur spart etwa 6 % Energie – das summiert sich.
- Undichte Ventile, Luft im System oder falscher Pumpenbetrieb können die Kosten ohne sichtbaren Grund erhöhen.
- Kleine Fehler addieren sich schnell — und können bei hohen Gaspreisen echte 3-stellige Beträge pro Monat bringen.
Fehler 1: Thermostatventile falsch genutzt
Viele drehen die Ventile ständig voll auf oder schließen Räume komplett ab. Das klingt logisch, ist aber oft kontraproduktiv.
Was passiert
- Bei vollständig geöffnetem Ventil regelt das System nicht mehr effizient.
- Wenn Sie Zimmer komplett abdrehen, fließt das Wasser trotzdem durch und die Umwälzpumpe arbeitet ineffizienter.
Schnelle Korrektur
- Stellen Sie Wohnräume auf 20–21 °C, Schlafzimmer 16–18 °C.
- Installieren Sie preiswerte neue Thermostatköpfe (z. B. bei OBI oder Hornbach ab ~15 €).
- Bei offener Tür Raumtemperatur per Thermostat anpassen statt Ventile extrem zu schließen.

Fehler 2: Kein hydraulischer Abgleich
In meiner Recherche mit Monteuren hörte ich oft: „Der Abgleich wird unterschätzt.“ Das ist kein Luxus, das ist Effizienz.
Warum das wichtig ist
- Ohne Abgleich bekommt nicht jeder Heizkörper die richtige Wassermenge.
- Das führt zu langen Laufzeiten, hohen Vorlauftemperaturen und zusätzlichem Brennstoffverbrauch.
Erkennen & handeln
- Check: Fühlt ein Heizkörper oben heiß, unten kalt? Dann stimmt etwas nicht.
- Lassen Sie einen Monteur prüfen – Kosten ~200–600 €, Ersparnis oft 10–15 % Heizenergie.
- Zwischenrechnung: Bei hohen Gaspreisen und mehreren falsch eingestellten Heizkörpern können sich die Einsparungen schnell zu mehreren 100 € pro Monat addieren.
Fehler 3: Boiler- und Pumpensteuerung falsch eingestellt
Viele lassen die Heizung auf „Dauervollgas“ laufen oder haben den Raumthermostat an der falschen Stelle montiert — zum Beispiel im Flur.
Typische Folgen
- Zu hohe Vorlauftemperaturen, unnötig lange Laufzeiten.
- Smart-Thermostat installiert, aber durch falsche Platzierung kein Nutzen.
Was Sie sofort tun können
- Senken Sie die Vorlauftemperatur um 5 °C, wenn Sie eine Gastherme haben — testen Sie Komfort und Verbrauch.
- Platzieren Sie den Haupt-Raumthermostat in einem repräsentativen Raum, nicht im Flur.
- Nutzen Sie Zeitprogramme: kein Grund, tagsüber 22 °C zu heizen, wenn Sie außer Haus sind.
Praktischer Life-Hack: Mein 7-Minuten-Check, der echtes Geld spart
So entlüften Sie den Heizkörper in 3 Schritten:
- Werkzeug: Entlüftungsschlüssel, kleiner Lappen — Dauer: 2–3 Minuten pro Heizkörper.
- 1) Thermostat voll aufdrehen, Handtuch unter Ventil legen.
- 2) Entlüftungsventil mit Schlüssel langsam öffnen, Luft zischend entweichen lassen.
- 3) Sobald Wasser kommt, Ventil schließen — fertig.
Noch ein paar Quick-Wins:

- Isolieren Sie Heizungsrohre im Keller: Schaumstoffhüllen bei Hornbach ab wenige Euro pro Meter.
- Tauschen Sie alte Thermostatköpfe — das kostet wenig und erhöht die Regelgenauigkeit.
- Beim ersten Verdacht auf falschen Abgleich: Timer anlegen, Daten (Heizzeiten, Temperatur) aufschreiben und dem Monteur zeigen.
Was Sie beim Monteur-Besuch erwarten sollten
Wenn ein Heizungsmonteur kommt, fragen Sie konkret:
- Wurde ein hydraulischer Abgleich gemacht?
- Welche Vorlauftemperatur ist eingestellt — lässt sie sich senken?
- Können Sie die Pumpe drosseln oder auf automatische Regelung umstellen?
Ein guter Monteur zeigt Ihnen auch kleine Sofortmaßnahmen — das spart Zeit und am Ende Geld.
Übrigens: In deutschen Mehrparteienhäusern lohnt sich oft ein Blick in die Nebenkostenabrechnung—manchmal zahlt die Gemeinschaft, manchmal sind es nur Ihre eigenen Einstellungen.
Fazit: Kleine Nachlässigkeiten und veraltete Einstellungen können in Kombination schnell hunderte Euro pro Monat kosten, besonders bei hohen Gaspreisen. Prüfen, entlüften, abgleichen — und notfalls einen Fachmann holen.
Was war Ihr größter Heiz-Fehler — und haben Sie ihn schon behoben?
