Du kennst das: zuhause Pommes gemacht, nach fünf Minuten labbrig — und die Tiefkühl-Packung vom Discounter ist wieder die einzige Rettung. Ich habe bemerkt, dass nicht fehlendes Salz schuld ist, sondern eine einzelne Technik die ganze Sache entscheidet.
Lesen lohnt sich jetzt, weil du die Pommes noch heute Abend besser hinbekommst — mit Zutaten aus Rewe, Aldi oder vom Wochenmarkt. Kurz, praktisch und ehrlich: Keine Profi-Ausrüstung nötig.
Warum viele Pommes niemals knusprig werden
Ich sehe das ständig: Menschen würzen, erhitzen das Öl und werfen alles hinein. Das Ergebnis? Ölgesättigte, traurige Stangen.
- Zu viel Stärke auf der Oberfläche — sie bindet das Öl.
- Zu geringe Öltemperatur — die Pommes saugen Fett statt zu karamellisieren.
- Zu enge Pfanne oder Fritteuse — die Temperatur fällt, Pommes dämpfen statt braten.
Das eine Geheimnis — kurz und schmerzfrei
Doppelfrittieren ist kein Mythos, sondern die Methode, die Profiköche weltweit nutzen. Ich habe in meiner Praxis gesehen, wie sogar einfache Stäbchen dadurch wie aus dem Imbiss schmecken.

Erster Durchgang: kartoffelweich, aber blass. Zweiter Durchgang: heiß und goldbraun. Fertig.
Warum das so funktioniert
- Beim ersten Frittieren gart die Kartoffel gleichmäßig, die Stärke wandelt sich.
- Nach dem Abkühlen bildet sich eine trockene Außenhaut.
- Beim zweiten, heißeren Frittieren entsteht sofort eine knusprige Kruste — das Öl dringt nicht mehr ein.
Praxis-Hack: Schritt-für-Schritt perfekte Pommes (für 2–3 Personen)
Ich empfehle: Agria- oder vorwiegend festkochende Kartoffeln (gibt’s z.B. bei Edeka oder auf dem Bauernmarkt).
- Schritt 1 — Schneiden: Kartoffeln in gleich dicke Stifte schneiden (etwa 1 cm).
- Schritt 2 — Waschen: In kaltem Wasser 20–30 Minuten einweichen, um überschüssige Stärke zu entfernen.
- Schritt 3 — Trocknen: Mit einem sauberen Tuch oder Küchenpapier sehr gründlich abtupfen.
- Schritt 4 — Erstes Frittieren: Öl (Raps- oder Erdnussöl) auf 160 °C erhitzen, Pommes 3–5 Minuten frittieren, bis sie weich sind, aber noch nicht braun. Herausnehmen und auf Küchenpapier legen.
- Schritt 5 — Abkühlen: Kurz 10–15 Minuten stehenlassen. Du kannst sie sogar 20 Minuten in den Kühlschrank stellen — das sorgt für extra Knusprigkeit.
- Schritt 6 — Zweites Frittieren: Öl auf 180–190 °C bringen, Pommes 2–3 Minuten frittieren, bis golden und knusprig. Salzen direkt nach dem Herausnehmen.
Tipp aus der Küche: Nicht mehr als zwei Handvoll Pommes gleichzeitig frittieren — weniger entsteht mehr Knusprigkeit.
Fehler, die du sofort stoppen musst
- Pommes direkt nach dem Schneiden frittieren — zu viel Stärke bleibt dran.
- Mit kaltem Öl beginnen — das führt zu fetttriefenden Ergebnissen.
- Pommes schichten oder in einer Schüssel stapeln — die Luftzufuhr fehlt und die Kruste wird weich.

Kleine Extras, die den Unterschied machen
- Eine Prise Maisstärke oder Kartoffelstärke leicht über die trockenen Stäbchen streuen — extra Crunch.
- Rapsöl aus dem Supermarkt (Aldi/Lidl/Rewe) ist günstig und hat einen hohen Rauchpunkt.
- Für die letzten Sekunden: ein Spritzer Essig im Kochwasser (0,5 TL) kann die Farbe und Textur positiv beeinflussen — aber nicht zu viel.
- Für echten Imbiss-Charakter: grobes Meersalz und eine Prise Maltodextrin-Ø Geschmack (optional).
Und jetzt das Interessanteste — wie du das in Berlin oder München sofort verbessern kannst
Wenn du in Berlin auf dem Markt frische Agria-Kartoffeln holst, tachtest du die Textur schon beim Schneiden. In südlicheren Regionen wie Bayern funktionieren ebenfalls die gleichen Schritte — nur das Öl kann regional anders schmecken (Rapsöl in Norddeutschland, Olivenöl ist ungeeignet wegen des niedrigen Rauchpunkts).
Übrigens: An kalten, feuchten Tagen (typisch deutscher Herbst) dauert das Abkühlen der Pommes länger — plane das ein, sonst wirst du enttäuscht.
Kurze Checkliste vor dem Frittieren
- Gleichmäßige Stifte schneiden
- Stärke auswaschen und vollständig trocknen
- Nicht zu viele Pommes auf einmal
- Erst bei 160 °C vorfrittieren, dann bei 180–190 °C fertig braten
Ich war überrascht, wie oft dieser einfache Ablauf missachtet wird — und wie groß der Unterschied wirklich ist. Probiere es aus: Du wirst Pommes essen, die knistern, statt zu schmachten.
Welche Methode nutzt du zuhause — schon Doppelfrittieren ausprobiert oder bist du Team Tiefkühl? Schreib’s in die Kommentare.
