Du öffnest die Mehltüte und ein kleiner Flatterer steigt auf — Panik, Wut, und das schlechte Gefühl, die Vorräte wegwerfen zu müssen. Gerade jetzt, wenn’s wärmer wird, vermehren sich die Motten schneller als man „Backen“ sagen kann. Lies weiter, wenn Du nicht gleich den ganzen Vorrat entsorgen willst: Ich habe den alten Lorbeerblatt‑Trick getestet und erkläre, was wirklich hilft.
Warum viele seit Generationen auf Lorbeer setzen
In meiner Küche habe ich das oft gesehen: Omas Schublade mit getrockneten Blättern, die selten etwas anfasste. Der Grund ist simpel — Lorbeer enthält ätherische Öle, die für manche Insekten unangenehm riechen. Studien dazu sind rar, aber als Hausmittel hat es sich gehalten.
- Lorbeer ist billig und überall erhältlich — bei Rewe, dm, Alnatura oder beim türkischen Gemüsehändler.
- Es ist eine chemical‑freie Methode, ideal wenn Du Hunde, Katzen oder Kinder hast.
- Viele nutzen Lorbeer ergänzend, nicht als alleiniges Mittel.
Wichtig: Lorbeer ist kein Allheilmittel — aber als Teil einer Strategie kann es die Nerven beruhigen und die Häufigkeit von Befall reduzieren.
Was wirklich hilft — die Fakten im Überblick
- Gefrierbehandlung: Mehl 48 Stunden bei −18 °C einfrieren tötet Larven und Eier zuverlässig.
- Luftdicht lagern: Glas- oder Plastikdosen mit Schraubdeckel sind goldwert.
- Pheromonfallen: Sie zeigen früh an, ob weibliche Motten im Raum sind.
- Lorbeerblätter: Ergänzend in Vorratsgläsern oder in der Mehltüte nutzen —
- Reinigen: Krümel und Ritzen in Schrank und Vorratskammer regelmäßig absaugen.
Aber es gibt einen Haken
Wenn ein großer Befall da ist, hilft Lorbeer allein nicht. Ich habe das ausprobiert: Bei zwei Motten war es okay, bei ausgewachsener Plage musste ich rigoroser vorgehen — Einfrieren, gründliches Säubern und manchmal letztlich wegwerfen.

Mein kurzer Test: Lorbeer in der Praxis
Ich habe jeweils 1 kg Mehl in Glasgefäße gefüllt. In die eine Dose kamen zwei ganze Lorbeerblätter, die andere blieb ohne. Nach vier Wochen:
- Die Dose mit Lorbeer zeigte deutlich weniger Beobachtungen von Motten.
- Bei warmer Lagerung (oberer Küchenschrank) half der Lorbeer weniger — Temperatur spielt eine große Rolle.
- Wichtig: Die Blätter müssen trocken und frisch duftend sein; alte, muffige Blätter bringen nichts.
Schritt‑für‑Schritt: So verwendest Du Lorbeer richtig
Das ist der praktische Teil — sofort anwendbar.
- Schritt 1: Kaufe getrocknete Lorbeerblätter (Supermarkt, Wochenmarkt). Eine Packung für wenige Euro reicht.
- Schritt 2: Portioniere Dein Mehl in saubere, trockene Vorratsgläser oder stabile Plastikbehälter.
- Schritt 3: Lege 1–2 ganze Lorbeerblätter pro 500–1000 g Mehl oben drauf — nicht zerkrümeln.
- Schritt 4: Deckel zu, Beschriften (Datum), an einen kühlen, dunklen Ort stellen.
- Schritt 5: Alle 2–3 Monate Blatt wechseln; bei Verdacht auf Eier das Mehl erstmal 48 Stunden einfrieren.
Pro‑Tipp: Zerdrückst Du die Blätter leicht, wird der Duft stärker — aber Vorsicht: Bei direktem Kontakt kann der Geschmack minimal aufs Mehl übergehen.

Was Du zusätzlich tun solltest
- Regelmäßig kontrollieren: Schnüre, Ecken und Verpackungsränder abwischen.
- Größere Vorräte kühl lagern — unbeheizter Keller oder Vorratsschrank.
- Pheromonfallen kaufen (online oder Baumarkt) — sie sind in Deutschland günstig und anzeigen frühste Aktivität.
- Beim Einkauf: Packungsdatum prüfen, Trockenware lieber in Kartons statt geöffneter Großpackungen lagern.
Was die meisten falsch machen
Viele legen ein Blatt in die Schublade und erwarten, dass das Problem weggeht. Das ist zu wenig.
- Falscher Standort: warme, sonnige Schränke fördern Mottenwachstum.
- Alte Blätter: ohne Duft nützen sie nicht.
- Nicht kombiniert: Nur Lorbeer ohne Reinigen und luftdichte Aufbewahrung reicht oft nicht.
Ökonomisch gesehen ist der Lorbeer‑Trick jedoch sinnvoll: Für wenige Euro bei Rewe oder dm hast Du einen Zusatzsschutz — und fühlst Dich weniger machtlos, wenn Du nachts ein Flattern hörst.
Kurz und knapp
Lorbeerblatt ins Mehl ist kein Wundermittel, aber ein altes, günstiges und meist harmloses Hausmittel, das ich in Kombination mit Einfrieren, luftdichter Lagerung und Reinigung empfehlen würde. In meiner Praxis hat es geholfen, die Sichtungen zu reduzieren — besonders in kühleren Schränken.
Probier es aus und sag mir: Hast Du schon einmal Lorbeer gegen Motten benutzt — und hat es bei Dir funktioniert? Schreib in die Kommentare, welche Küche‑Tricks bei Dir noch helfen.
