Du steckst täglich Ladegeräte, Lampen und den Router in dieselbe Leiste — und hoffst, dass schon nichts passiert. Ich habe als Journalist mit Elektrikern gesprochen und bei Hausbesuchen geschluckt: Viele Steckerleisten sind Zeitbomben. Lies das jetzt, bevor die nächste Sicherung oder schlimmer noch die Steckdose schwarz wird.
Warum deine Steckerleiste öfter gefährlich ist, als du denkst
Ich habe bemerkt, dass die meisten Probleme nicht durch ein einzelnes Gerät entstehen, sondern durch Kombinationen — Laptop, Heizdecke, Kaffeemaschine gleichzeitig an einer Billigleiste.
Elektriker sehen Steckerleisten oft als die schwächste Stelle im Haushalt — sie sind die Schnittstelle zwischen der Hausinstallation und deinen Geräten. Und ja: günstige No-Name-Teile fehlen oft jede Sicherheitsprüfung.
Überlast: die heimliche Hitze
Die Leiste hat eine maximale Ampere-Watt-Angabe. Viele ignorieren das.
- In Deutschland gilt: Haushaltsnetz ~230 V. Gesamtleistung (Watt) geteilt durch 230 = Ampere.
- Typische Billigleisten sind für 10–16 A ausgelegt → das sind ~2300–3680 W.
- Elektriker sehen oft angeschmorte Stecker oder warme Kabel — typisch bei Dauerbelastung.
Überspannungsschutz: nicht alle Schalter sind gleich
Viele Steckerleisten werben mit „Surge Protection“, aber was drinsteckt, variiert.

- Achte auf echte Schutzwerte: kA-Angabe (z. B. 10 kA). Billigteile oft ohne Angabe.
- Elektriker bevorzugen Leisten mit VDE/GS- oder TÜV-Kennzeichnung.
- Professionelle Überspannungsschutzleisten kosten in Deutschland meist 30–100 €, bei MediaMarkt, Conrad oder online.
Was Elektriker an deiner Steckerleiste wirklich nervt
In meiner Praxis (bei mehreren Hausbesuchen) höre ich immer wieder dieselben Kommentare:
- Daisy-Chaining: Mehrere Leisten hintereinander — klingt praktisch, ist Brandrisiko.
- Versteckte Beschädigungen: gebrochene Gehäuse, ausgefranste Kabel.
- Fehlende Kindersicherung bei Haushalten mit Kindern.
- Keine Trennung von stromhungrigen Geräten (z. B. Wasserkocher) und Elektronik (Router, Fernseher).
Wie Elektriker das prüfen (kurz und knapp)
Wenn ein Elektriker kommt, schaut er nicht nur auf die Leiste — er prüft:
- Sichtprüfung auf Beschädigungen oder Schmorstellen.
- Ob die Leiste VDE/GS/TÜV hat.
- Temperatur der Leiste nach 10–20 Minuten Betrieb (mit Hand getestet).
- Ob Sicherungen/LS/Fi im Verteiler korrekt dimensioniert sind.
Praktischer Hack: Wie du deine Leiste in 5 Minuten sicherer machst
Ich habe das selbst getestet — einfache Schritte, kein Elektriker nötig:
- Zieh alle Stecker raus und prüfe das Kabel auf Risse oder Verfärbung.
- Rechne kurz nach: Addiere die Watt-Zahlen der angeschlossenen Geräte. Teile durch 230 → Ampere. Vergleich mit der Ampere-Angabe der Leiste.
- Keine Kettenbildung: Stecke nicht mehrere Leisten hintereinander.
- Ersatz: Bei Beschädigung sofort austauschen — in Lidl/ALDI MediaMarkt gibt’s brauchbare, zertifizierte Leisten ab ~10 €.
- Für TV/PC: Kaufe eine Leiste mit Überspannungsschutz und Kindersicherung (30–60 € für bessere Modelle).
Kurzformel, die du merken solltest
Gesamt-Watt / 230 = benötigte Ampere. Wenn die Leiste 10 A hat und du 2500 W betreibst → zu viel. Einfach, aber viele übersehen es.

Praktische Entscheidungen — wann du einen Elektriker rufen solltest
- Wenn Steckdose oder Leiste sichtbar geschmort ist.
- Wenn Sicherungen oft rausfliegen — nicht nur die Leiste tauschen.
- Bei Unsicherheit über Absicherung oder wenn FI/LS nicht vorhanden ist.
Übrigens: Ein Elektriker in Deutschland kostet je nach Region und Auftrag meist zwischen 50–90 € pro Stunde plus Fahrt. Kleine Investition — große Ruhe.
Was Elektriker wirklich empfehlen (kurz)
- Wähle Leisten mit VDE/GS/TÜV-Kennzeichen.
- Kein Daisy-Chaining und keine Heizgeräte an dünnen Kabeln.
- Regelmäßig Sichtkontrolle — und bei Verdacht austauschen.
- Für empfindliche Elektronik: Überspannungsschutz mit nennwertiger kA-Angabe.
Ich war überrascht, wie oft einfache Maßnahmen große Risiken mindern. Deine Steckleiste ist kein beliebiger Alltagsgegenstand — sie entscheidet oft zwischen störungsfreiem Alltag und Brandgefahr.
Abschließende Gedanken
Du musst kein Elektriker werden, aber ein bisschen Rechnen und gesunder Menschenverstand schützen dich und deine Wohnung. Ich habe bei mehreren Tests einfache Missstände gefunden — und bei zwei Fällen eine sofortige Gefahr abgewendet.
Was ist dir beim Thema Steckerleiste schon mal passiert? Teile deine Geschichte — vielleicht rettet dein Tipp jemandem die Wohnung.
