Klempner packt aus: Darum sollten Sie niemals Fett in die Toilette werfen

Klempner packt aus: Darum sollten Sie niemals Fett in die Toilette werfen
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Der üble Geruch, das überlaufende Klo oder die teure Rechnung vom Handwerker — das alles kann aus einem einzigen, leichtsinnigen Moment entstehen: Sie kippen Fett in die Toilette. Lesen Sie das jetzt, bevor die Weihnachtsbraten-Saison und die Fettberge in Ihrer Küche anfangen.

Ich habe in meiner Praxis gesehen, wie kleine Fettmengen zu großen Schäden werden. In diesem Artikel erkläre ich kurz, warum das gefährlich ist, was genau passiert und wie Sie es in fünf Minuten besser entsorgen können.

Was wirklich passiert, wenn Fett in die Toilette kommt

Warm ist Fett flüssig und wirkt harmlos. Sobald es aber in den kalten Rohren abkühlt, verhärtet es — ähnlich wie Kerzenwachs, das an Gläsern kleben bleibt.

Das Fett legt sich an Rohrwände und verengt den Durchfluss, fängt Haarreste und Toilettenpapier ein und bildet mit der Zeit richtige Fettklumpen. Das Ergebnis: Verstopfung, Risse in den Rohren oder ein Rückstau in der Wohnung.

Kurz erklärt: Chemie und Mechanik

Fette sind hydrophob — sie mischen sich nicht mit Wasser. In Kanalnetzen verbinden sie sich mit anderen Stoffen (Schmutz, Seifenreste) und werden zu klebrigen Ablagerungen. Besonders in älteren Leitungen mit kleinen Durchmessern ist das eine Katastrophe.

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Die Folgen — nicht nur ein unangenehmer Geruch

  • Verstopfte Leitungen: kurzfristig das Klo, langfristig der Hausanschluss.
  • Rückstau und Wasserschäden in Wohnung oder Keller.
  • Hohe Reparaturkosten: von hundert bis mehrere hundert Euro, je nach Schaden und Einsatzzeit des Monteurs.
  • Belastung der kommunalen Kanalisation—in manchen Städten (auch hier in Deutschland) entstehen dadurch zusätzliche Kosten für die Kommune, die letztlich alle zahlen.
  • Geruchs- und Hygieneprobleme, die Wochen anhalten können.

Was ich als Klempner fast jeden Monat sehe

Viele übersehen die kleinen Gewohnheiten: Ölreste aus der Pfanne kurz runterspülen, Töpfe mit Bratfett in die Spüle schütten oder ein paar Esslöffel Öl „sind doch harmlos“.

Ich habe Fälle gesehen, da rückte ein kompletter Kanalspülwagen an, nur weil mehrere Haushalte in einer Straße dieselbe Gewohnheit hatten. Das ist kein Einzelfall.

Was du stattdessen tun solltest

Es ist einfacher als es klingt — und kostet fast nichts.

  • Fett aus der Pfanne vor dem Abwaschen mit Küchenpapier auswischen und im Restmüll entsorgen.
  • Große Mengen Öl in ein leeres Glas oder eine Dose schütten, abkühlen lassen, Deckel drauf und in den Restmüll oder zur kommunalen Sammelstelle bringen.
  • Reste in ein Schraubglas füllen, im Kühlschrank fest werden lassen und dann in den Müll geben.
  • Bei größeren Mengen: Lokaler Wertstoffhof (Viele Gemeinden in Deutschland nehmen Altfett oder informieren auf der Website des Bürgeramts).
  • Keine aggressive Rohrreiniger-Lösung: die kann Rohre und Dichtungen angreifen. Besser sind mechanische Methoden oder enzymatische Reiniger.

Konkreter Haushalts-Hack: Glas-Methode (mein Favorit)

  • Schritt 1: Öl oder Bratfett in ein altes Marmeladenglas gießen.
  • Schritt 2: Glas offen stehen lassen, bis das Fett fest wird (oder kurz in den Kühlschrank stellen).
  • Schritt 3: Deckel drauf und Glas in den Restmüll oder zur Sammelstelle geben.

Das spart Zeit, Nerven und häufig hunderte Euro für den Klempner.

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Wenn’s schon verstopft ist — was kurz hilft (und was nicht)

Bevor Sie zum Telefon greifen: Prüfen Sie diese einfachen Schritte.

  • Mechanisch mit Saugglocke (Pömpel) arbeiten — oft bringt das Bewegung in den verfilzten Fettklumpen.
  • Mehrere Male sehr heißes (nicht kochendes) Wasser mit etwas Spülmittel in kleinen Dosen nachspülen — das kann Fett aufweichen.
  • Keine ätzenden Chemiekeulen: die schaden Rohren und wenn es doch nicht klappt, bleibt die Rechnung beim Profi höher.
  • Bei hartnäckigen Fällen: Profi anrufen — oft sind Spezialwerkzeuge oder eine Kanalinspektion nötig.

Regionaler Tipp für Deutschland

Viele Gemeinden haben spezielle Sammelstellen für Altöl/Altfett oder geben Hinweise auf der Website des Bürgeramts. Man findet Infos oft im kommunalen Abfallkalender oder beim Wertstoffhof.

Supermärkte oder Discounter nehmen Fett selten zurück — also vor dem Griff zum Karton lieber beim Rathaus nachsehen.

By the way — ein Bild, das bleibt

Stellen Sie sich Fett in der Leitung vor wie Zigarettenpech in einer Lunge: Es verengt, verklebt und macht auf lange Sicht kaputt. Das ist kein Drama, wenn man es rechtzeitig stoppt.

Haben Sie schon mal einen Fett-Fail erlebt — ein verstopftes Klo, eine fette Rechnung oder eine clevere Entsorgungs-Idee? Schreiben Sie es in die Kommentare; ich antworte aus der Praxis.