Ein verstopftes Klo ist mehr als nur ein unangenehmer Geruch: Es kann das Bad tage- oder wochenlang lahmlegen und richtig ins Geld gehen. Ich habe in meiner Praxis schon dutzende Male erlebt, wie eine winzige Nachlässigkeit einen Rohrbruch nach sich zog. Lies weiter — am besten jetzt, bevor Du beim nächsten Mal einfach „drüber spülst“.
Warum das Rohr langsam den Geist aufgibt
Rohre sind keine Mülleimer: Sie sind dünner als du denkst und spielen bei Frost in Deutschland oft noch schlechter mit. Kleine Dinge verklumpen, Fett härtet aus, und Haare bilden ein Netz — das Ergebnis ist ein sturer Rückstau.
Viele unterschätzen, dass moderne „spülbare“ Feuchttücher oft die Form behalten und sich in der Kanalisation zu richtigen Betonklumpen verbinden.

Diese 5 Dinge gehören NIE ins Klo
1. Feuchttücher (auch „flushable“)
Feuchttücher gehören nicht in die Toilette. Hersteller schreiben „spülbar“, aber in der Praxis lösen sie sich nicht wie Toilettenpapier.
- Problem: Sie verklumpen und verstopfen Pumpwerke und Sewer-Stationen.
- Wenn Du sie benutzt: ab in den Restmüll, nicht in die Toilette.
- Lifehack: Test im Glas — einen Lappen reinrühren: wenn er intakt bleibt, nicht spülen.
2. Tampons, Binden & Windeln
Diese Produkte saugen sich voll und quellen im Rohr auf. Selbst Kondome können verkeilen.
- Problem: Größere Blockaden, die oft nur mit professioneller Spirale entfernt werden können.
- Entsorgung: In die Restmüll-Tonne (bei Binden/Tampons) oder Windelservice/Restmüll.
3. Kochfett und Speiseöl
Fett ist der heimliche Feind: Es läuft flüssig runter, kühlt ab und wird hart wie Seife an den Rohrwänden — besonders fatal im Winter.
- Problem: Fett bildet Schichten, an denen Haare & Tücher haften bleiben.
- Alternative: Fett in ein Glas oder leere Dose gießen, auskühlen lassen und im Restmüll entsorgen. Größere Mengen zur Altölannahme bringen.
4. Medikamente/Tabletten
Tabletten gehören nicht ins Klo — sie belasten die Umwelt und verändern Mikroorganismen in Kläranlagen.
- Problem: Pharmastoffe landen in Gewässern; nicht spülbare Reste verstopfen Rohre nicht immer sofort, aber sie haben andere Folgen.
- Richtiger Weg: Apotheken in Deutschland nehmen viele Altmedikamente kostenfrei zurück.
5. Haare & Wattestäbchen
Haare sind der Klassiker für Badverstopfungen: Sie wickeln sich um jede kleine Kante und bilden ein Netz, das anderen Müll anhält.
- Problem: Flusen, Haare und Wattestäbchen sammeln sich vor dem Siphon und bilden einen Pfropf.
- Tipp: Abflusssiebe nutzen und regelmäßig reinigen — das ist billiger als der Anruf beim Installateur.

So stoppst Du den Stau jetzt — Schritt für Schritt (praktischer Notfall-Plan)
Ich habe das oft so gemacht: zuerst Ruhe bewahren, dann systematisch vorgehen.
- 1) Kein weiterer Spülgang! Dadurch wird das Problem nur größer.
- 2) Wasserstand prüfen: Mit Eimer etwas Wasser abtragen, um Überlaufen zu verhindern.
- 3) Pümpel (Gummisauger) einsetzen: feste Auflage, energische Pumpbewegungen.
- 4) Selbsthilfe-Haken: Mit einem gebogenen Kleiderbügel (metallisch) vorsichtig Haare/Watte herausfischen.
- 5) Handspirale (Rohrreinigungsspirale) verwenden: kaufe oder leihe bei Bauhaus, Obi oder Hornbach — kostet neu ca. 10–30 €.
- 6) Keine wilden Chemiekeulen: Abflussreiniger mit Natriumhydroxid können Rohre und Dichtungen angreifen — und sind in vielen Fällen wirkungslos.
- 7) Wenn das nichts bringt: Installateur rufen. In Deutschland solltest Du mit einer Anfahrt/Erststunde von etwa 80–150 € rechnen — je nach Region.
Gebrauchstipps & Dinge, die kaum jemand weiß
Übrigens: Manche Hausanschlüsse in Altbauwohnungen sind anfälliger — alte Leitungen mögen keine aggressiven Reiniger.
- Profi-Trick: Wenn Du oft Probleme hast, montiere einen feinen Haarsieb-Einsatz und überprüfe ihn wöchentlich.
- Für Öl: kleine Glasbehälter sammeln, dann in den Restmüll werfen oder zum Wertstoffhof bringen.
- Günstige Werkzeuge: Pümpel und Spirale gibt’s bei Obi, Hornbach oder Bauhaus; für einmalige Nutzung lohnt oft Mieten oder Leihen.
Du kannst viel Geld sparen, wenn Du die fünf Dinge meidest — und Deinem Installateur ein paar sonntägliche Notrufe ersparst.
Zum Schluss: Hast Du schon mal aus Verzweiflung etwas ins Klo gespült, das nicht reingehört — und wie hast Du es gelöst? Schreib es in die Kommentare, vielleicht rettest Du damit jemand anderem die Toilette.
