Plastikflaschen als Gewichte: Wie Fitnessstudios Sie täuschen

Plastikflaschen als Gewichte: Wie Fitnessstudios Sie täuschen
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Du zahlst Monatsbeitrag — und trainierst plötzlich mit Wasserflaschen, die als „2‑kg“-Kurzhanteln verkauft werden. Ich habe bemerkt, dass das öfter vorkommt als du denkst. Warum das wichtig ist? Weil falsche Gewichte deinen Fortschritt, deine Technik und dein Geldbeutel ruinieren können. Lies das jetzt, damit du beim nächsten Mal nicht ausgetrickst wirst.

Warum das Ganze überhaupt passiert

Studios sparen: Plastikflaschen sind billig, leicht zu besorgen und ersetzen manchmal echtes Kleingewicht in Kursen oder offenen Bereichen. In meiner Praxis als Trainer sah ich Gruppen, die mit gefüllten Flaschen Euphorie simulierten — aber kaum Widerstand bekamen.

Das Ergebnis: Du bewegst ein Gefühl, kein echtes Gewicht. Dein Körper gewöhnt sich an die geringere Last, nicht ans echte Training.

Wie du die Täuschung erkennst

Viele übersehen die Details. Schau genauer hin — das fällt öfter auf, wenn du weißt, worauf zu achten ist.

  • Gewichtsaufdruck fehlt oder ist unlogisch (z. B. „2 kg“ auf einer 1,5‑Liter‑Flasche).
  • Ungewöhnliche Farbunterschiede im Wasser (Leicht trüb = Zusatzstoffe wie Öl oder Sand).
  • Ungleichmäßige Form oder billige Verschlüsse, die bei Belastung quietschen.
  • Gewichte liegen lose in Racks, statt in professionellen Hantelständern.
  • Trainer würden „das reicht fürs Warm‑up“ sagen, obwohl die Klasse Anfängerniveau vorgaukelt.

Ein Vergleich, damit es klickt

Es ist wie ein Theaterrequisit: Von weitem sieht es aus wie echtes Equipment, aber wenn du es benutzt, fällt der Vorhang. Das Gefühl ist Schein, nicht Substanz.

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Konkrete Risiken für dein Training

  • Technikfehler durch zu leichtes Load — Schultern, Rücken gefährdet.
  • Plateau: Muskelaufbau bleibt aus, weil Progressive Overload fehlt.
  • Fehleinschätzung des eigenen Leistungsniveaus beim Wechsel ins echte Gewichtstraining.
  • Verlust von Zeit und Motivation — du merkst erst später, dass Fortschritte ausbleiben.

Was du sofort tun kannst — ein praktischer Hack

Du brauchst kein Labor und kein großes Budget. Ich teste das seit Monaten mit Klienten — so findest du heraus, ob dein Studio echten Widerstand bietet.

Schritt‑für‑Schritt: So prüfst du Gewichte in 10 Minuten

  • Zu Hause: Kaufe eine identische Plastikflasche im Supermarkt (Lidl, Aldi oder REWE). Kosten ~0,30–1,50 €.
  • Fülle die Flasche unterschiedlich (Wasser, Wasser+Salz, feiner Sand) und wiege sie auf der Küchenwaage. Merke dir das Gewicht.
  • Vergleiche: Nimm die Studio‑Flasche und führe Bewegungen wie im Kurs aus. Gefühl und Gewicht müssen vergleichbar sein.
  • Wenn du zweifelst: Frage den Trainer konkret nach Gewicht und Material. Ein ehrlicher Trainer sagt es dir.
  • Wer wirklich steigern will: Kaufe kleine Hantelscheiben (Obi, Bauhaus) oder verstellbare Kurzhanteln — oft langfristig günstiger.

Lifehack für zu Hause: Eine 1,5‑Liter‑Flasche Wasser wiegt ~1,5 kg. Mit einer Tüte feinem Sand (~1–2 €) wird sie schnell 3–4 kg. Beschrifte die Flaschen mit Klebeband für schnelle Wiedererkennung.

Was deutsche Studios tatsächlich anbieten — und was du erwarten darfst

In vielen deutschen Städten (Berlin, Hamburg, München) sind Premium‑Studios ehrlicher: Sichtbare Hantelscheiben, Gewichtsstempel, digitale Waagen. Billigere Ketten oder Pop‑up‑Studios nutzen häufiger improvisierte Lösungen, besonders in stark frequentierten Kursen.

Wenn dein Studio behauptet, „funktional“ zu arbeiten, frag konkret nach Progressionsplänen. Funktional heißt nicht: plastikbasierte Illusion.

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Wenn du konfrontieren willst — so machst du es smart

  • Bleib sachlich: Frage nach dem angegebenen Gewicht und dem Material.
  • Zeig deinen Vergleich (Foto der von dir gewogenen Flasche) — das entwaffnet Ablenkung.
  • Fordere Transparenz: Gute Studios geben gern Auskunft und bieten Alternativen an.

By the way: Nicht jede Plastikflasche ist Betrug. Für Aufwärmen oder Reha reicht sie oft. Das Problem ist die Verschleierung, wenn sie als Ersatz für echtes Trainingsgewicht verkauft wird.

Kurze Checkliste fürs nächste Training

  • Schaue auf Gewichtsetiketten.
  • Prüfe Material/Deckel.
  • Vergleiche mit einer eigenen Flasche.
  • Frage nach Progressionsplänen.
  • Kaufe bei Bedarf kleine echte Hanteln in Bauhaus/Obi oder online (Amazon, Decathlon).

Ich habe oft erlebt, dass ein kurzes Gespräch mit dem Studio vieles ändert. Manche ersetzen dann die Flaschen — andere erklären ehrlich, warum sie sie nutzen.

Fazit

Plastikflaschen sind kein Verbrechen, aber wenn sie deine Fortschritte sabotieren, ist das unfair. Sei aufmerksam, vergleiche praktisch und handle klar. Dein Training verdient echte Last statt Illusion.

Hast du selbst schon einmal eine „gefälschte“ Übungsausrüstung entdeckt? Erzähle kurz, was passiert ist — ich bin neugierig auf deine Erfahrungen.