Kratzer im Laminat sind ein kleiner Horror: sichtbar, ständig im Blick und teuer in der Reparatur. Viele probieren Zahnpasta als günstigen Fix – und manchmal klappt es tatsächlich. Lies das jetzt, bevor du schrubbst: ich erkläre dir, wann es hilft, wann es schadet und wie du den Trick richtig anwendest.
Warum das Ganze überhaupt funktioniert
Ich habe bemerkt, dass viele Oberflächenschrammen durch mechanisches Polieren verschwinden können. Zahnpasta enthält feine Schleifkörper (bei klassischen weißen Pasten) und kann winzige Kratzer glätten oder optisch auffüllen.
Die Wissenschaft dahinter
Die feinen Partikel wirken wie sehr feines Schleifpapier: sie tragen minimal Material von der versiegelten Oberfläche ab und polieren so die Kanten kleiner Kratzer. Das hilft nur, wenn die Schutzschicht noch intakt ist.
Wann Zahnpasta nichts bringt
- Tiefer Kratzer bis aufs Dekorpapier oder Trägerholz
- Offene Risse durch Feuchtigkeit oder Schüsselung
- Abgenutzte, matt gewordene Versiegelung (kein Glanz mehr)
- Hochglanz-Laminat mit spezieller Lackschicht – Risiko von Hologrammen
Viele übersehen, dass der Unterschied zwischen „funktioniert“ und „ruiniert“ oft winzig ist: Tiefe prüfen, bevor du schrubbst.

Typische Fehler, die ich in meiner Praxis sehe
- Gel-Zahncreme verwenden (keine Schleifpartikel)
- Mit zu viel Druck arbeiten – dann schleift du die Schutzschicht weg
- Keine Probe an einer unauffälligen Stelle
- Direkt Öl oder Lack auftragen, ohne zu reinigen
So machst du den Zahnpasta-Test richtig (Step-by-step-Hack)
Anders als bei YouTube-Shorts: ruhig, gezielt und mit Hausverstand testen.
- Materialien: klassische weiße Zahnpasta (keine Gelpaste), weiches Mikrofaser-Tuch, Wattestäbchen, Wasser, Küchenpapier.
- Schritt 1: Fläche reinigen – Staub und Sand entfernen, sonst kratzt du mehr.
- Schritt 2: Testen – an einer unauffälligen Stelle einen kleinen Punkt probieren.
- Schritt 3: Eine erbsengroße Menge Zahnpasta auftragen, mit dem Tuch in kreisenden Bewegungen 30–60 Sekunden polieren.
- Schritt 4: Mit leicht feuchtem Tuch abwischen, trocknen lassen und Ergebnis prüfen.
- Schritt 5: Wenn okay, maximal 2 Wiederholungen. Danach aufhören und ggf. mit Möbelpolitur oder einem Reparaturstift nacharbeiten.
Wichtig: Testen, testen, testen. In deutschen Wohnungen, besonders bei trockener Heizungsluft im Winter, sind Laminat-Fehler oft tiefer als sie aussehen.
Bessere Alternativen aus dem Baumarkt
Wenn Zahnpasta nicht hilft, sind diese Lösungen in Deutschland schnell verfügbar und oft für 3–15 € zu haben:

- Möbelstifte / Reparaturstifte (z. B. Obi, Hornbach, Bauhaus)
- Wachspastillen oder Reparaturwachs für Laminat
- Polierpasten speziell für Laminat
Ein Reparaturstift kostet meist nur ein paar Euro und ist deutlich verlässlicher als Experimente mit Hausmitteln.
Wann du einen Profi brauchst
- Wenn das Laminat aufgequollen ist oder große Flächen betroffen sind
- Bei strukturellen Schäden entlang der Fugen
- Wenn du das Muster exakt nachbilden musst (z. B. bei edlen Dekoren)
In meiner Praxis sehe ich oft, dass Leute zuerst sparen und dann teurer reparieren lassen müssen. Für ganze Dielen kann Austausch die bessere Wahl sein – rechnungstechnisch oft 20–40 € pro m² plus Einbau.
Praktische Zusatztipps (die kaum jemand nennt)
- Hast du nur eine leichte Aufrauung? Reibe danach feines Möbelwachs ein – das kaschiert und schützt.
- Für sehr kleine Punkte eignen sich auch Buntstift-Farbkorrekturen (Holzton) – günstiger als Kits.
- Bei hochglänzenden Böden: lieber ein kleiner Reparaturstift als Zahnpasta testen.
Vergleich: Zahnpasta ist wie ein Bleistift-Radierer für winzige Kratzer – nützlich, aber nicht für ausradiertes Papier.
Kurz gesagt: Zahnpasta kann ein schneller, kostenloser Erste-Hilfe-Trick sein, aber nur bei oberflächlichen Kratzern. Wenn der Lack fehlt oder das Laminat wellig ist, brauchst du andere Methoden.
Hast du es schon ausprobiert? Welche Methode hat bei dir am besten funktioniert — Zahnpasta, Reparaturstift oder gleich Profi? Schreib’s in die Kommentare.
