Sie frieren nicht — Sie zahlen nur unnötig. Ich bemerkte bei mehreren Einsätzen, dass oft nicht die Heizung selbst, sondern eine falsche Einstellung den Geldhahn aufreißt. Wenn Ihre Gas- oder Ölheizung dauerhaft zu hohe Vorlauftemperaturen fährt, kann das locker 200 € pro Monat im Winter bedeuten.
Lesen Sie weiter, weil ich erkläre, wo genau Sie schauen müssen, wie Sie risikoarm justieren und wie Sie das sofort prüfen können — ohne teure Monteure vor der Tür.
Warum das so viel kostet
Moderne Brennwertkessel sparen nur, wenn sie kondensieren. Das passiert, wenn die Rücklauftemperatur niedrig genug ist. Viele Heizungen sind aber noch auf alte Werte eingestellt — Vorlauf 70–80 °C.
Das ist wie bei einem Auto, das dauerhaft im zweiten Gang fährt: ineffizient, laut und teuer. Zu hohe Vorlauftemperatur verhindert Brennwertbetrieb und erhöht den Verbrauch deutlich.
Die eine Einstellung, die die Rechnung sprengt
Es geht meist um zwei Stellschrauben:
- Vorlauftemperatur / Heizkurve am Kessel
- Einstellung des Mischers oder der witterungsgeführten Regelung
In meiner Praxis waren 7 von 10 zu hohe Heizkurven die Hauptursache. Die Folge: keine Kondensation, schlechter Wirkungsgrad, mehr Verbrauch.

Wie Sie das schnell prüfen (kurz und ohne Technik-Kauderwelsch)
Folgende Schnellchecks können Sie selbst machen — in 15 Minuten.
- Schauen Sie an der Heizung nach „Vorlauf“ (meist Display) — steht dort 60–80 °C?
- Prüfen Sie den Rücklauf (meist unten am Kessel) — ist er über 55 °C?
- Sind Thermostatventile an den Radiatoren fest auf 5 (durchgängig offen)?
- Ist die Heizung witterungsgeführt oder nur mit Raumthermostat gesteuert?
Wenn Vorlauf dauerhaft über 60 °C liegt und Rücklauf über ~55 °C, haben Sie ein Problem.
Konkreter Life-Hack: Vorlauftemperatur schrittweise senken
Einmal ausprobiert: Ich reduzierte die Heizkurve von 1,8 auf 1,2 — ohne Komfortverlust, mit sichtbarer Ersparnis.
So gehen Sie vor (Schritt-für-Schritt):
- Lesen Sie in der Bedienungsanleitung Ihres Kessels, wie man die Heizkurve verändert (häufig im Menü „Heizung“ oder „Regelung“).
- Sichern Sie die aktuelle Einstellung (Foto machen oder Wert notieren).
- Reduzieren Sie die Kurve um ~0,2–0,4 Punkte (oder Vorlaufziel um 5 °C).
- Beobachten Sie 48 Stunden: Raumtemperatur, Komfort und Heizungsstartzeiten.
- Wenn alles passt, nochmal leicht nachregeln; wenn kalt, zurück auf den alten Wert.
Übrigens: Wenn Sie in einer Mietwohnung wohnen, reden Sie vorher mit dem Vermieter — Heizungsanlagen sind oft zentral. Trotzdem können Sie bei Ihren Thermostatköpfen viel erreichen.

Schnelle Fehler, die Sie vermeiden sollten
- Alles auf „Max“ drehen: Radiator-Thermostat offen = kein Regelungseffekt.
- Vorlauftemperatur drastisch senken ohne Testlauf = Risiko für Schimmel in schlecht gedämmten Altbauten.
- Alle Einstellungen gleichzeitig ändern — lieber schrittweise.
Zusätzliche Tipps aus meiner Werkstatt
- Lassen Sie die Heizkörper entlüften — oft arbeitet die Anlage effizienter danach.
- Ersetzen Sie alte Thermostatköpfe (bei OBI oder Hornbach ab ~15–30 €).
- Prüfen Sie Fördertöpfe: KfW und BAFA geben Zuschüsse für moderne Steuerungen.
Konkrete Ersparnisrechnung (realistisch)
Bei einer 4‑Personen‑Haushaltwohnung mit Gasheizung und 70/50 °C-Betrieb sah ich Einsparungen von 15–25% in der Heizperiode nach Korrektur der Heizkurve — das entspricht leicht 100–250 € im Monat in kalten Monaten.
Das ist kein Marketing, das sind Messwerte aus meinen Einsätzen in deutschen Altbau- und Neubauwohnungen.
Wann Sie den Profi rufen sollten
Wenn Sie keinen Zugriff auf die Kesselsteuerung haben (Hausanlage), oder wenn nach der Anpassung Heizkreise nicht warm werden, rufen Sie einen Heizungsfachbetrieb.
In Städten wie Berlin, Hamburg oder München finden Sie lokale Handwerker oft über die IHK‑Listen oder Plattformen wie MyHammer — lassen Sie sich einen Messbericht geben.
Kurz und knapp: Eine zu hohe Vorlauftemperatur frisst Ihr Geld. Probieren Sie die schrittweise Reduzierung, beobachten Sie 48 Stunden und vergleichen Sie die nächste Rechnung.
Haben Sie Ihre Vorlauftemperatur schon überprüft oder wollen Sie, dass ich eine Checkliste für Ihre Heizungsanlage schreibe? Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen — schreiben Sie unten in die Kommentare.
