Du denkst, ein bisschen Bratöl im Abfluss ist harmlos? Ich habe in meiner Praxis oft genau das Gegenteil gesehen: verstopfte Rohre, stinkende Fallen und Rechnungen, die im dreistelligen Bereich anfangen. Lies das jetzt — bevor dein nächster Sonntag mit Handwerkertelefonaten endet.
Viele übersehen, wie schnell flüssiges Öl zu einem festen Problem wird. Und ja: Die Folge ist nicht nur ein unangenehmer Geruch, sondern echte Kosten und Ärger im Alltag.
Warum das plötzlich nicht mehr funktioniert
Öl verhält sich in Rohren wie ein schlechter Freund, der bleibt, obwohl keiner es will. Direkt nach dem Abwaschen ist es flüssig, weiter unten kühlt es ab und wird fest.
- Fett lagert sich an Rohrwänden an und zieht Krümel, Haare und Seifenreste an — so wächst ein Fettpfropf.
- Bei kalten Temperaturen in deutschen Kellern und Leitungen verfestigt das Fett schneller.
- Einmal gebildet, lässt sich ein Fettberg kaum noch ohne professionelle Hilfe entfernen.
Was Klempner immer wieder sehen
In meiner Arbeit als Reparateur (ja, ich habe mehr als einmal Nachtschichten eingelegt) sah ich die gleichen Muster: Küche sauber, Abfluss zu. Oft war es ein Liter altes Frittieröl, das die Kette in Gang setzte.
Es ist nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit — es ist Umweltschutz und Haushaltsbudget.

Die 7 schnellen Gründe, warum du es lassen solltest
- Rohrverstopfungen entstehen schleichend — und teuer.
- Selbst flüssiges Öl verwandelt sich weiter unten in festen Belag.
- Hausrat- oder Mieterschäden: Feuchtigkeit und Geruch können zu Mietstreit führen.
- Nicht jede Kommune erlaubt Öl in der Biotonne — informiere dich bei deinem Wertstoffhof.
- Fett bildet mit Toilettenpapier & Co. klumpende Blockaden (ja, auch die Klospülung kann betroffen sein).
- In Städten wie Berlin oder Hamburg gibt es schon „Fett-Berge“ in Hauptkanälen — das kostet alle.
- Entsorgung über das Abwasser belastet Kläranlagen und die Umwelt.
Einfacher Life-Hack: So entsorgst du altes Öl richtig (und ohne Stress)
Ich habe das jahrelang falsch gemacht — bis ich eine Routine entwickelt habe, die funktioniert. Folge diesen Schritten:
- Abkühlen lassen: Öl darf nicht heiß in Plastik gießen.
- Absieben (optional): Küchenpapier oder ein Papierfilter entfernt Essensreste.
- In ein verschließbares Glas oder eine leere Konservendose füllen.
- Verschließen und in die Restmülltonne geben — oder
- Zurück zum Wertstoffhof oder zur kommunalen Sammelstelle bringen; manchen Städten nehmen alte Fette kostenlos an.
Noch ein Profi-Trick
Wenn du oft frittierst: Sammle Öl in einem großen Glasbehälter und bringe es alle paar Monate gesammelt zur Sammelstelle. Das spart Zeit und verhindert Einzelentsorgungen, die in den Abfluss führen.
Was du tun kannst, wenn es schon verstopft ist
Keine Panik — aber handle schnell. Ich habe oft so repariert:
- Unter dem Siphon einen Eimer platzieren und den Siphon öffnen (mit Handschuhen!).
- Fett mechanisch entfernen, nicht mit aggressiven Chemikalien mischen.
- Wenn das nicht reicht: Klempner rufen. Ein Fachmann löst hartnäckige Pfropfen mit Spezialwerkzeug.
Übrigens: Chemische Rohrreiniger können kurzfristig helfen, richten aber langfristig Schaden an Dichtungen und Umwelt an — nutze sie nur als letzte Option.

Lokale Hinweise für Deutschland
Jede Gemeinde handhabt das etwas anders. In vielen Städten (z. B. München, Köln) gibt es kommunale Sammelstellen oder Altöl-Sammelaktionen. Frag bei deinem örtlichen Wertstoffhof oder auf der Webseite deiner Stadt nach — meistens ist die Entsorgung kostengünstig oder kostenlos.
Im Supermarkt (REWE, Edeka, ALDI) findest du günstige Einmachgläser oder alte Flaschen, die sich perfekt zur Sammlung eignen.
Und jetzt zum spannendsten Teil
Wenn du künftig das nächste Mal eine Pfanne mit Bratfett sauber machst, denk an diesen einfachen Vergleich: Fett im Rohr verhält sich wie Kaugummi in einem Gebläse — je länger du wartest, desto schlimmer wird das Problem.
Ich hoffe, du probierst den Glas- oder Dose-Trick aus. Es kostet dich kaum Zeit und erspart dir vielleicht den nächsten teuren Klempnerbesuch.
Was hast du bisher mit altem Öl gemacht — in den Abfluss, die Tonne oder zum Wertstoffhof gebracht? Schreib kurz, wie du’s handhabst.
