Der Abfluss läuft wieder langsam — und plötzlich steht das Wochenende auf dem Spiel. Wenn Deine Küche oder das Bad zäh abläuft, willst Du jetzt eine schnelle Lösung, keine Reparaturanleitung für Profis.
Mir ist aufgefallen, dass viele Haushalte in Deutschland genau das eine Hausmittel im Schrank haben, das oft hilft: Essig und Natron. Die chemische Reaktion beginnt in Sekunden — das Eingreifen dauert oft nur 10 Sekunden, aber das Ergebnis kann Minuten später sichtbar werden.
Warum dieser Mix überhaupt funktioniert
Essig (Haushaltsessig ~5%) trifft auf Natron (Natriumbikarbonat) und es sprudelt — CO2 bildet kleine Bläschen, die Fett-, Seifen- und Haarreste mechanisch lösen können.
In meiner Praxis als Journalist und Heimwerker habe ich diesen Trick dutzende Male ausprobiert — in Mietwohnungen, Einfamilienhäusern und Studentenküchen. Oft reicht das schon, um den Abfluss wieder frei zu bekommen.
Was genau passiert (kurz)
- Natron neutralisiert Säuren und reagiert mit Essig heftig und schnell.
- Die Bläschen bewegen sich wie winzige Bürsten entlang der Rohrwand.
- Gleichzeitig löst heißes Wasser gerade sitzendes Fett.

Wann das Mittel wirkt — und wann nicht
Viele übersehen, dass es Grenzen gibt. Dieser Trick ist großartig bei langsamer Ablaufrate und fetthaltigen Verstopfungen, aber nicht bei Metall- oder Plastikverstopfungen durch feste Gegenstände.
- Hilft oft: Haare, Seifenreste, Fettfilm, kleine Ablagerungen.
- Hilft kaum: komplette Blockaden, Spielzeug, starke Kalkverkrustung, tiefe Rohrschäden.
- Vorsicht: Nicht kombinieren mit Bleichmitteln (Chlor) oder aggressiven Abflussreinigern — das kann gefährliche Gase freisetzen.
Die 10‑Sekunden‑Anwendung — so mache ich es
Du brauchst wenig: Natron, Haushaltsessig, einen Wasserkocher mit heißem Wasser, eventuell einen Trichter und ein Tuch.
- Schritt 1: Gieße eine Kanne heißes Wasser (kein sprudelnd kochendes Wasser bei Kunststoffrohren) in den Abfluss, um Fett anzulösen.
- Schritt 2: 3–4 Esslöffel Natron direkt in den Abfluss geben (ja, nur ein paar Sekunden Arbeit).
- Schritt 3: 150–200 ml Haushaltsessig langsam nachgießen — jetzt setzt die Reaktion ein (das Einschenken dauert meist 10 Sekunden).
- Schritt 4: Den Abfluss mit einem feuchten Tuch verschließen oder den Stopfen auflegen, damit der Druck innen wirkt. 15–30 Minuten warten.
- Schritt 5: Mit heißem Wasser nachspülen. Falls nötig, Vorgang wiederholen oder kurz mit einer Saugglocke (Pümpel) arbeiten.
Dieser Ablauf ist in deutschen Küchen und Bädern praktisch — Natron und Essig bekommst Du für 1–4 € bei DM, Rossmann, Aldi oder Lidl; beides ist in jedem Baumarkt wie Obi oder Hornbach erhältlich.

Meine besten Profi‑Tricks (die kaum jemand kennt)
- Vorher Siphon abschrauben — oft sitzt das Problem direkt dort und nicht im Rohr. Ein paar Minuten Arbeit, die viel Zeit sparen kann.
- Wenn Du einen Haarfänger hast: raus damit und mit der Hand (Handschuhe!) grob reinigen, bevor Du Essig/Natron anwendest.
- Bei Fettablagerungen: zuerst sehr heißes Wasser, dann Natron, dann Essig — so löst sich das Fett besser.
- In Altbauten: bei sichtbarem Rost oder brüchigen Rohren lieber Installateur anrufen — dieses Hausmittel kann Risse nicht beheben.
Sicherheits‑ und Umweltcheck
- Mische niemals Essig mit Chlorbleiche. Das erzeugt giftige Gase.
- Natron und Essig belasten die Umwelt kaum — im Unterschied zu vielen chemischen Rohrreinigern.
- Für Kläranlagen und Septik‑Systeme ist Natron unproblematisch; bei Unsicherheit Rücksprache mit dem örtlichen Installateur halten.
Wenn es nicht klappt
By the way: Wenn nach zwei Durchgängen alles noch langsam ist, hilft oft ein Kurzbesuch beim Baumarkt: Heute gibt es günstige Rohrspiralen (Kleinschnecke) ab ein paar Euro.
- Platz 1: Pümpel nutzen — oft reicht der Druck.
- Platz 2: Rohrspirale (Kleinschnecke) — für Haare und Textilreste.
- Platz 3: Installateur rufen — bei kompletter Verstopfung oder wenn Wasser zurückläuft.
Meine kurze Schlussbemerkung
Der Essig‑und‑Natron‑Trick ist kein Wundermittel, aber in vielen Fällen ein schneller, günstiger erster Schritt. Ich habe es in Mietwohnungen in Berlin genauso benutzt wie im Wochenendhaus an der Ostsee — die Methode spart oft einen teuren Klempnertermin.
Und jetzt Du: Hast Du das schon ausprobiert — und hat es bei Dir funktioniert oder war der Kellner (Installateur) doch schneller? Schreib’s in die Kommentare.
