Du denkst, ein bisschen Bratfett oder Olivenöl einfach wegzuspülen sei harmlos? Viele tun das — bis das Rohr dicht ist und der Handwerker mit dem Schraubenschlüssel vor der Tür steht.
Ich habe bei Reparaturen in Berliner Altbauwohnungen und bei Gesprächen mit Klempnern aus München gemerkt: Das Problem beginnt unscheinbar, aber wird schnell teuer. Lies das jetzt, bevor du die nächste Pfanne ausspülst.
Warum dieses Öl so gefährlich ist
Es geht nicht nur um Schmutz im Rohr. Wenn Fette und Öle abkühlen, werden sie zäh und klebrig — wie Schokolade im Winter. In Rohren verbinden sie sich mit Seifenresten und bilden harte Beläge.
Was in den Rohren passiert
- Heißes Öl fließt leicht, kühlt aber schnell ab und lagert an den Rohrwänden an.
- Kleine Fettstücke sammeln Haare, Essensreste und Kaffeefilter — daraus entsteht ein Pfropf.
- Bei kalten Temperaturen (denk an deutsche Winter) wird das Fett noch schneller fest.
- Wenn das Wasser nicht mehr richtig abläuft, entstehen Geruch, Rückstau und im schlimmsten Fall Rohrbruch.
Nie Öl in den Abfluss schütten — das ist keine Übertreibung, sondern Praxiswissen von Klempnern.
Wie teuer kann das werden? (Spoiler: teuer)
Ich habe mit einem Klempner aus Köln gesprochen: Eine normale Rohrreinigung startet bei etwa 80–120 € Anfahrt und 40–100 €/Stunde Arbeitszeit. Eine starke Verstopfung mit Kamera, Teilen des Rohrs und Austausch kann leicht 300–800 € kosten.

Und das ist noch optimistisch gerechnet — in Altbauten mit schwer zugänglichen Leitungen kannst du schnell im vierstelligen Bereich landen.
Was du stattdessen tun solltest — praktische Entsorgungswege
Deutschland hat überraschend viele lokale Möglichkeiten, Altöl umweltgerecht loszuwerden. Das gilt anders für Speiseöl und für Motoröl.
- Speiseöl (Brat-, Frittier- oder Salatöl): In kleinen Mengen in ein Schraubglas oder Tetrapak füllen und zu Wertstoffhof oder zu Sammelstellen bringen. Manche Städte haben spezielle Sammelbehälter.
- Große Mengen Speiseöl: Bei Biogasanlagen oder speziellen Sammelstellen abgeben — in vielen Kommunen kostenlos.
- Motoröl (Altöl): Niemals in den Hausmüll oder Abfluss. Rückgabe bei Werkstätten, Recyclinghöfen oder speziellen Schadstoffsammelstellen.
- Biomüll? Nein. Fett macht die Biotonne unbrauchbar.
In vielen Supermärkten oder beim Wertstoffhof in deiner Stadt (Stichwort: Wertstoffhof, Schadstoffannahme) kannst du Öl abgeben. In Berlin, Hamburg oder München gibt es oft Sammelstellen — erkundige dich auf der Webseite deiner Kommune.
Schnelle Notfall-Hacks, wenn du gerade Öl weggespült hast
Ich habe einen Notfall selbst erlebt: Ein Nachbar kippte Bratöl ins Spülbecken und bemerkte den Rückstau erst Stunden später. So habe ich gehandelt — das ist nicht garantiert, hilft aber oft.
- Stoppe sofort: Kein weiteres Wasser nachschütten.
- Gib kochend heißes Wasser langsam in kleinen Portionen in den Abfluss — das kann frisches Fett wieder lösen.
- Wenn das nicht reicht: 1 Tasse Backpulver, danach 1 Tasse Essig (Achtung: Schäumt!). 10–15 Minuten einwirken lassen, dann wieder heißes Wasser nachgießen.
- Kein Erfolg? Finger weg von starken ätzenden Rohrreinigern — die schaden alten Rohren. Ruf einen Klempner.
By the way: Mechanische Reinigung mit einer Rohrspirale (Rohrreinigungsspirale) ist oft der sauberste Weg, festsitzende Pfropfen zu entfernen.

So entsorgst du Bratöl richtig — 4 einfache Schritte
Mein Alltagstipp, den ich selbst nutze, spart Zeit und Ärger:
- Schritt 1: Öl nach dem Braten mit Küchenpapier auswischen — Papier in den Restmüll.
- Schritt 2: Übrig gebliebenes Öl in ein Glas oder alte Flasche füllen.
- Schritt 3: Glas verschließen und im Schrank sammeln (bis es genug für die Entsorgung ist).
- Schritt 4: Glas zur nächsten Sammelstelle oder zum Wertstoffhof bringen oder in manchen Gemeinden in den Restmüll geben (lokal abklären).
Das ist simpel, funktioniert in Single-Haushalten wie in WG-Küchen und erspart dir eine teure Klempnerrechnung.
Was die Profis raten — aus meiner Recherche
- Klempner empfehlen: niemals Öl und Fette in den Abfluss, auch nicht mit viel Wasser nachspülen.
- Bei großen Mengen oder Motoröl: Unbedingt zur Sammelstelle bringen — kleine Mengen in den Restmüll nur, wenn die Kommune das ausdrücklich erlaubt.
- Vorbeugung ist günstiger: Siebe nutzen, Essensreste in den Biomüll (keine Fette) und Pfannen mit Papier auswischen.
Fazit — kurz und praktisch
Ein bisschen Öl wegspülen ist wie einen Lappen in die Waschmaschine stopfen und hoffen, er löst sich — er wird es nicht. Die Folgen spürst du spätestens bei der nächsten Rohrverstopfung.
Wenn du das nächste Mal kochst: Wisch die Pfanne mit Papier aus, sammel Öl im Glas und bring es zum Wertstoffhof. Dein Abfluss (und dein Portemonnaie) werden es dir danken.
Und du? Hast du schon einmal wegen Fettverstopfung einen Klempner gerufen — oder eine bessere Entsorgungsmethode entdeckt? Schreib’s in die Kommentare.
