Elektriker enthüllen: Darum sollte dein WLAN-Router nicht in der Ecke stehen

Elektriker enthüllen: Darum sollte dein WLAN-Router nicht in der Ecke stehen
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Du sitzt im Wohnzimmer, aber das WLAN ist lahm — obwohl dein Vertrag bei der Telekom oder Vodafone eigentlich genug verspricht. Ich habe das oft gesehen: Router in der Ecke, Kabel verknotet, Beschwerden beim Nachbarn. Lies das jetzt, denn mit ein paar Veränderungen sparst du Nerven und vielleicht sogar 30–50% deiner Ausfallzeiten.

Warum das Eckversteck mehr schadet, als es hilft

Viele vergraben den Router aus ästhetischen Gründen hinter der HiFi-Anlage oder in einem Regal. Das ist schlecht für das Signal.

  • Wände schlucken Funk: Beton, Ziegel und Fliesen dämpfen Empfang stark — das ist wie ein Kaffeefilter für Daten.
  • Reflexion = Chaos: In Ecken treffen Signale auf mehrere Flächen, sie prallen zurück und überlagern sich (Multipfad), was die Verbindung instabil macht.
  • Elektrische Störquellen: TV, Mikrowelle, Babyphone oder die dimmbare LED-Lampe neben dem Router stören das 2,4/5‑GHz-Band.
  • Wärme und Staub: Ein eingeengter Router heizt sich auf und drosselt Leistung — in manchen Altbau-Regalen sammeln sich außerdem Flusen und Katzenhaare.

Das Lokal-Problem: Warum deutsche Wohnungen es oft schlimmer machen

In Altbauwohnungen in Berlin oder München sind dicke Wände und viele Etagen normal. Neubauten mit Stahlbetondecken in Frankfurt? Ebenfalls schlecht für Funk. Ich habe bei Kunden gesehen, dass ein Router im Flur eines Mehrfamilienhauses fast immer schlechter funkt als derselbe Router zentral im Wohnzimmer.

  • Schmale Flure und viele Türen = Signalbrüche.
  • Gemeinsame Kabelverteilungen (z. B. von Unitymedia früher) erhöhen Nachbarschafts-Interferenzen.
  • Viele kaufen Router bei MediaMarkt oder Saturn und stellen sie sofort hinter den Fernseher — rein optisch perfekt, technisch katastrophal.

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Schnelle Tests, die du in 10 Minuten machen kannst

Bevor du etwas umstellst: messe. Ich habe mit einfachen Tests oft sofort gesehen, wo das Problem liegt.

  • Speedtest (speedtest.net) am Laptop und Handy — notiere DL/UL in der Ecke vs. zentral.
  • WiFi-Analyzer-App (Android) oder „NetSpot“ (Windows/Mac) nutzen, um Kanalüberlagerungen zu finden.
  • Router fünf Minuten frei auf einem Tisch platzieren — merkst du sofort den Unterschied?

Der 5‑Minuten Router-Shift — Schritt-für-Schritt (Lifehack)

Das ist mein Lieblingstrick: kleine Änderung, großer Effekt.

  • Schritt 1: Stelle den Router raus aus der Ecke — höhe ungefähr 1,2–1,5 m (z. B. Regaloberkante).
  • Schritt 2: Mindestens 30 cm Abstand zu Wänden und Metallgegenständen halten.
  • Schritt 3: Antennen senkrecht orientieren (bei mehreren: eine senkrecht, eine waagerecht für bessere Abdeckung).
  • Schritt 4: Kanal wechseln (2,4 GHz: 1, 6 oder 11; 5 GHz: Auto oder weniger belegter Kanal via Fritz!Box-Oberfläche).
  • Schritt 5: Firmware prüfen und ggf. aktualisieren — oft kleine, aber wichtige Stabilitätsfixes.

Pro-Tipp: Wenn dein Router im Wohnzimmer trotzdem schwach bleibt: Mesh-WLAN ist in Deutschland inzwischen erschwinglich. Für viele Altbauwohnungen ist eine kleine Mesh-Box (Netgear, AVM Fritz!Repeater oder Google Nest WiFi) die beste Lösung.

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Technik, die oft unterschätzt wird

  • Powerline-Adapter: Praktisch, wenn du statt Löcher bohren willst — bei gutem Stromnetz überraschend stabil.
  • Externe Antennen tauschen: Manche Fritz!Box-Modelle erlauben das — bringt bei gezielter Ausrichtung viel.
  • Quality of Service (QoS) im Router einstellen: Priorisiere Video-Calls oder Home-Office-Verkehr.

Was du vermeiden solltest (Fehler, die ich immer wieder sehe)

  • Router im Schrank verstecken — das killt Empfang.
  • Router auf dem Boden neben dem Kühlschrank — Metall & Kühlaggregat stören.
  • Beliebte Mythen wie „je höher, desto schlechter“ — falsch. Etwas Höhe hilft meistens.

Ich hab’s selbst erlebt: Ein Kollege stellte seinen Router vom Boden auf ein offenes Regal — plötzlich klagten die Kinder nicht mehr über Streaming‑Stops. Das ärgert dich zuerst wegen der verlorenen Zeit — aber dann freut es dich umso mehr.

Kurze Checkliste vor dem Umstellen

  • Router zentral platzieren, erhöht, frei von Metall.
  • Störquellen 1–2 m entfernen (Mikrowelle, Babyphone).
  • App zur Kanaldiagnose nutzen und freien Kanal wählen.
  • Bei schlechtem Ergebnis: Mesh- oder Powerline-Lösung testen.

Und jetzt das Wichtigste: probiere es aus. Ein Router, fünf Minuten verschoben — und du wirst den Unterschied oft sofort merken. Wenn du in Deutschland oft zwischen Home-Office und Uni pendelst oder regelmäßig Netflix auf mehreren Geräten nutzt, ist das keine Kleinigkeit.

Was meinst du — steht dein Router in der Ecke oder schon optimal? Erzähl kurz, welches Modell du hast (z. B. Fritz!Box, Telekom Speedport), dann gebe ich dir einen Tipp für die beste Position.