Du entdeckst einen Kratzer im Eiche-Parkett und denkst: Zahnpasta drauf, Problem gelöst. Ich habe das selbst ausprobiert — in einer Berliner Altbauwohnung mit trocken-heizender Zentralheizung, wo Kratzer sofort auffallen. Lies weiter, wenn du jetzt nicht sofort zum Baumarkt rennen willst.
Warum das wichtig ist? Kleine Kratzer sehen harmlos aus, aber sie können sich bei falscher Behandlung vertiefen. Ich erkläre, wann Zahnpasta hilft, wann sie Schaden anrichtet und welche einfachen Alternativen du in deutschen Baumärkten (OBI, Hornbach, Bauhaus) findest.
Warum manche Menschen Zahnpasta benutzen — und warum das trügerisch ist
Viele übersehen, dass „Zahnpasta“ nicht gleich „Zahnpasta“ ist. In meinem Test merkte ich schnell: Gel‑Pasten wirken anders als weiße, leicht schleifende Pasten.
- Zahnpasta enthält oft Schleifpartikel, die feine Kratzer polieren können — ähnlich wie sehr feines Schmirgelpapier.
- Bei lackiertem Parkett kann das die Oberfläche kurz weich zeichnen und den Kratzer weniger sichtbar machen.
- Bei geöltem oder gewachstem Parkett kann Zahnpasta aber die Oberfläche mattieren oder das Öl abtragen.
Kurz gesagt: Für ganz feine, weiße Kratzer kann weiße Paste kurzfristig funktionieren. Bei tiefen Rillen ist Zahnpasta jedoch wie ein Pflaster auf einer klaffenden Wunde — kosmetisch, aber keine echte Reparatur.
Wie ich Zahnpasta an einem echten Kratzer getestet habe
Ich nahm ein altes Parkettbrett (Eiche, lackiert), einen feinen Haarkratzer und drei Produkte: weiße Zahncreme ohne Gel, Gel‑Zahnpasta und ein handelsübliches Parkett‑Reparaturset (von Bauhaus).

- Ergebnis mit weißer Paste: Kratzer weniger sichtbar, Glanz leicht gedämpft.
- Ergebnis mit Gel: praktisch keine Wirkung.
- Reparaturset: beste und dauerhafte Optik, kostet ~5–10 €.
Ich war überrascht, wie schnell die weiße Paste kurzfristig half — aber nach dem Putzen und neuer Beanspruchung war der Kratzer wieder sichtbar. Moral: Es ist ein Notbehelf, kein Ersatz.
Wann du es versuchen kannst
- Nur bei sehr feinen, oberflächlichen Kratzern.
- Nur auf lackiertem Parkett, nie auf rohem Holz oder geölter Oberfläche.
- Vorher immer an einer unauffälligen Stelle testen (z. B. unter dem Sofa).
Sichere Schritt-für-Schritt-Anleitung (Life‑Hack)
Wenn du es trotzdem ausprobieren willst, mach es so — ich nenne das meinen „5-Minuten-Check“, den ich in meiner Wohnung häufig nutze:
- Schritt 1: Reinigen — Fußboden mit Mikrofaser trocken wischen, Staub entfernen.
- Schritt 2: Testfläche — Zahnpasta auf ein kleines Baumwolltuch geben, zuerst unauffällige Stelle testen.
- Schritt 3: Auftragen — ganz wenig weiße Zahncreme (keine Gelpaste), mit kreisenden Bewegungen leicht polieren (max. 10–20 Sekunden).
- Schritt 4: Abwischen — mit feuchtem Tuch sauber entfernen, dann trocken wischen.
- Schritt 5: Nachpflege — bei lackiertem Parkett leichtes Pflegeöl oder Parkettpflegemittel auftragen (erhältlich bei dm oder im Baumarkt) für den Glanz.
Wichtig: Wenn sich die Oberfläche beim Test matt anfühlt oder sich der Lack löst, sofort aufhören. Das ist kein Job für rohe Gewalt.
Bessere und langlebigere Alternativen
Wenn du das Ergebnis dauerhaft willst, greif lieber zu diesen Lösungen — ich nutze sie regelmäßig und sie sind in jedem deutschen Baumarkt erhältlich.

- Parkett‑Reparatursets (Wachsstifte oder Füllmassen) — für kleine Rillen, kosten 5–15 €.
- Holz‑Marker oder Möbelstifte — schnell und farblich anpassbar.
- Feines Schleifpapier + Lackstift (nur für Lack‑Parkett) — für größere Schäden, erfordert Feingefühl.
- Profireparatur durch Parkettleger — bei großen Flächen oder bei geölten Böden unvermeidlich.
Ein schneller Vergleich
- Zahnpasta: Kostenlos, kurzfristig, riskant für geölte Böden.
- Wachsstift: Günstig, deckend, geeignet für tiefe Kratzer.
- Professionelle Reparatur: Teurer (ab etwa 30–50 € pro m² bei großflächigen Schäden), aber dauerhaft.
Lokale Tipps für Deutschland
In deutschen Haushalten fällt eines auf: Zentralheizung und trockenes Winterklima machen Kratzer sichtbarer. Hier zwei pragmatische Hinweise:
- Kauf Pflegeprodukte bei dm, Rossmann oder im Baumarkt — die Auswahl an Parkettpflege ist groß und oft günstiger als Online.
- Für Mietwohnungen: Kleinreparaturen fotografieren und mit dem Vermieter abklären, bevor du Schleifarbeiten machst — sonst droht Kautionsminderung.
Und noch ein Tipp: Walnuss hilft bei kleinen Kratzern (das Öl und die natürliche Farbe), aber erwarte keine Wunder — eher eine optische Verschleierung.
Fazit — wann du Zahnpasta riskieren kannst
Zahnpasta kann kurzfristig bei sehr feinen, oberflächlichen Kratzern auf lackiertem Parkett helfen. Ich habe es selber gesehen: Es ist praktisch, wenn du schnell etwas kaschieren willst, aber keine dauerhafte Lösung.
Wenn du Wert auf eine saubere, dauerhafte Reparatur legst — besonders bei geöltem Parkett — investiere lieber in ein Reparaturset oder ruf einen Profi. Du sparst später Zeit und Frust.
Wie hast du Kratzer in deinem Parkett bislang behandelt — Zahnpasta, Walnuss oder Profi? Verrate deinen Trick in den Kommentaren.
