Wenn dein Spülbecken langsam läuft oder ganz verstopft, ist das ärgerlich — und oft vermeidbar. Ich habe mit mehreren Klempnern in Berlin und München gesprochen und in meiner Recherche gesehen, wie ein Glas Öl eine komplette Rohrroutine lahmlegt. Lies das jetzt: Es kostet dich sonst Zeit, Nerven und schnell mal mehrere hundert Euro.
Warum dünnes Öl zum Rohr-Albtraum wird
Viele denken: „Es ist nur ein bisschen Öl, das löst sich im Wasser.“ Falsch. Besonders bei kühleren Temperaturen verfestigt sich Öl und klebt an Rohrwänden.
Das Fett wirkt wie Leim: Es sammelt Essensreste, Haare und Kalkpartikel, bis ein harter Pfropf entsteht — der berühmte Fettberg.
Was Klempner wirklich sehen
- Rohre mit mehreren Schichten verfestigtem Fett, teils fingerdick.
- Hauptkanalverstopfungen, die kostspielige Aushubarbeiten oder Spezialgeräte erfordern.
- Wasser, das zurück ins Waschbecken oder die Spülmaschine fließt — unangenehm und unhygienisch.
In meiner Praxis als Reporter, der oft Baustellen und Werkstätten besucht, habe ich gesehen, wie einfache Fehler zu stundenlangen Einsätzen führen. Ein Berliner Klempner erzählte mir von einem Fall: Ein Haushalt sparte die paar Cent, entsorgte Öl im Abfluss — die Rechnung: ~€420 für einen Notdienst am Wochenende.
Was gerade in deutschen Städten passiert
Kommunen in Deutschland kämpfen mit Fettbergen in den Kanälen. In kalten Monaten verfestigt sich das Fett schneller — typisch für unsere Winter in Bayern oder Nordrhein-Westfalen.

- Entsorgungsbetriebe zahlen hohe Summen für die Reinigung.
- Manche Städte haben bereits Info-Kampagnen gestartet (z. B. lokale Wertstoffhöfe und Stadtreinigungen).
- Viele Supermärkte wie Edeka/REWE oder lokale Wertstoffhöfe bieten Hinweise oder Sammelstellen für Altöl an.
Direkte Gefahren für dich als Haushalt
- Verstopfte Rohre = teurer Klempner (oft €80–€200, bei Notfällen deutlich mehr).
- Schimmel und Gerüche durch stehendes Wasser.
- Haushaltsgeräte wie Geschirrspüler oder Waschmaschine können Schaden nehmen.
Das kannst du sofort tun — Praktischer Life-Hack
Wenn du Öl aus der Pfanne hast, mach das nicht kompliziert. Probier meinen einfachen, getesteten Trick:
- Gib das heiße Fett in einen stabilen Behälter (leeres Glas, alte Konservendose) — ich benutze ein altes Marmeladenglas.
- Warte, bis das Fett abkühlt und fest wird. Bei Raps- oder Sonnenblumenöl dauert das ein paar Stunden oder ab ins Gefrierfach für 30–60 Minuten.
- Deckel drauf und ab in den Restmüll (Restmülltonne). Oder: Bringe größere Mengen zum Wertstoffhof — dort gibt es Sammelstellen.
Bonus-Trick: Wisch die Pfanne vorher mit Küchenpapier aus. Das spart Reinigungsmittel und verhindert, dass Öl überhaupt in den Ausguss kommt.
Wenn’s schon verstopft ist — schnelle Erste-Hilfe (ohne Chemiekeule)
Bevor du teure Rohrreiniger kaufst, probier das Schritt-für-Schritt-Verfahren, das mir ein erfahrener Klempner in Köln gezeigt hat:

- Schütte einen kräftigen Schuss Spülmittel in den Abfluss.
- Gieße kochendes Wasser langsam nach — wiederhole das 2–3 Mal. Spülmittel emulgiert Fett, heißes Wasser spült es ab.
- Wenn es nicht reicht: Benutze einen Saugglocken-Plunger (gibt’s bei Bauhaus oder OBI für ~€10–€15).
- Bei anhaltender Blockade: Siphon unter dem Waschbecken abschrauben (Handschuhe + Eimer), reinigen und wieder montieren. Foto machen, bevor du ihn abschraubst.
Aber Achtung: Chemische Abflussreiniger (mit starken Laugen) können Dichtungen angreifen und sind giftig — das meinten mir mehrere Profis. Und: Motoröl gehört niemals in die Kanalisation, das ist gefährlicher und gehört zum Schadstoffhof.
Langfristig: So verhindert du Probleme dauerhaft
- Nutze ein Sieb im Abfluss, um Essensreste aufzufangen.
- Gewöhne dir an, Pfannen mit Küchenpapier vorzuwischen.
- Sammle gebrauchtes Speiseöl in einem Behälter und gib größere Mengen zum Wertstoffhof oder in die Altöl-Sammelstelle.
- Wenn du öfter frittierst: Investiere in einen kleinen Fettfilter oder eine Leichtöl-Sammelkanne.
Was es kostet, wenn du es ignorierst
Ein einfacher Notdiensttermin in einer Großstadt kann schnell über €150 liegen. Kommt ein Kanalreinigungswagen, sind es mehrere hundert bis tausend Euro — das zahlt niemand gern.
By the way — noch ein überraschender Fakt
In manchen Gegenden sammeln Nachbarn ihr Altfett und geben es an lokale Biogasanlagen — ja, Fett kann Energie werden. Frag bei deiner Kommune oder dem Wertstoffhof nach, bevor du es einfach wegwirfst.
Ich habe in meiner Berichterstattung erlebt, wie ein simples Umdenken — Pfanne auswischen statt ausspülen — Haushalte beruhigt und Stadtrechnungen senkt. Es fühlt sich gut an, nicht nur weil man Geld spart, sondern weil man etwas für die Umwelt tut.
Was ist dein Tipp gegen Fett im Abfluss? Hattest du schon einmal einen verstopften Ablauf — und wie hast du ihn gelöst? Schreib’s unten.
