Ziehst du morgens an den Fenstern vorbei und frierst, obwohl die Heizung läuft? Hohe Heizkosten und undichte Fenster sind in diesem Winter wieder ein echtes Problem — gerade für Altbauwohnungen in Berlin, Hamburg oder Leipzig. Ich habe das Zeitungspapier-Trick in mehreren Haushalten getestet und erkläre dir, wann er hilft, wann er schadet und wie du ihn sicher anwendest.
Warum Zeitungspapier manchmal wirkt
Fensterrahmen leiten warme Luft nach außen — besonders bei Einfachverglasung oder alten Holzrahmen. Zeitungspapier kann die Zugluft mechanisch dämmen, weil die Papierlage Lücken auffüllt und die Strömung verlangsamt.
Stell es dir so vor: das Papier ist kein Wundermittel, aber oft wie ein provisorischer Stopfen — billig, schnell und sofort spürbar.
Was ich in meiner Praxis beobachtet habe
- In Altbauwohnungen merkte man oft eine spürbare Verringerung der Zugluft direkt am Fenster.
- Bei modernen, dicht abschließenden Fenstern brachte Papier praktisch nichts.
- Feuchtigkeit und Schimmel bilden sich eher, wenn das Papier dauerhaft feucht bleibt — das habe ich öfter gesehen.
Wie du es richtig machst — Schritt für Schritt
Wenn du es versuchen willst, geh so vor, wie ich es in mehreren Haushalten getestet habe:

- Materialien: alte Tageszeitungen (trocken), eine Schere, Isolierband oder Malerkrepp (rückstandsfrei), evtl. eine Schicht Frischhaltefolie.
- 1. Fensterrahmen säubern: Staub und losen Dreck entfernen.
- 2. Zeitung falten/rollen: Je nach Spalt 2–5 Lagen, nicht zu dick, damit das Fenster noch schließt.
- 3. Papier hinter den Rahmen schieben: Nicht zwischen Scheibe und Falz quetschen, sondern hinter den Rahmen in den Spalt.
- 4. Mit Malerkrepp fixieren: Klebeband so anbringen, dass es wieder rückstandsfrei entfernt werden kann.
- 5. Kontrolle: Nach 2–3 Tagen auf Kondenswasser oder Geruch prüfen.
Wichtig: Das ist nur eine kurzfristige Lösung für die kalte Jahreszeit — kein Ersatz für richtiges Abdichten oder neue Fenster.
Wann du es lieber lassen solltest
- Wenn hinter dem Rahmen bereits Feuchtigkeit, Abblätterungen oder Schimmel sichtbar sind.
- Bei Holzrahmen, die anfällig für Feuchtigkeitsschäden sind.
- Wenn das Fenster in kürzester Zeit geöffnet werden muss (z. B. Lüften): Papier kann Schimmel fördern.
Gefahren und Nebenwirkungen
- Feuchtigkeit kann sich zwischen Papier und Rahmen stauen und Schimmel fördern.
- In der Nähe von Heizquellen oder offenem Feuer: Papier ist brennbar.
- Bei Mietwohnungen: keine Spuren oder Beschädigungen hinterlassen — sprich im Zweifel mit dem Vermieter.
Bessere Alternativen aus dem Baumarkt (kurz und praxisnah)
Wenn du bereit bist, ein paar Euro zu investieren, sind diese Lösungen deutlich sicherer und dauerhafter:

- Selbstklebendes Dichtungsband (Schaumstoff) — 3–10 € bei OBI, Hornbach oder Bauhaus.
- Wärmeisolierfolie für Fenster (ebenfalls günstig, 5–15 €) — reduziert Kondens und Kälte.
- Thermovorhänge oder Rollos — kosten mehr, wirken aber dauerhaft.
Praktischer Life-Hack, den kaum jemand nutzt
Wenn du Zeitungspapier willst, kombiniere es mit einer dünnen Lage Frischhaltefolie vor dem Papier (auf der Raumseite). Die Folie reduziert Feuchtetransport und verlängert die Lebensdauer der Papierdichtung. Ich habe das in einer Berliner WG getestet — deutlich weniger Kondenswasser.
Schneller Entscheidungs-Check
- Altbau mit Einfachverglasung oder sichtbar kalter Fensterbank → Versuch lohnt sich kurzzeitig.
- Moderne Doppel-/Dreifachverglasung → Finger weg, bringt kaum Effekte.
- Feuchtigkeit/Schimmel vorhanden → zuerst Fachmann, dann handeln.
By the way: In deutschen Haushalten spart das Zeitungspapier-Trick selten mehr als ein paar Euro pro Monat — aber es erhöht kurzfristig den Komfort, bis du eine dauerhafte Lösung umsetzt.
Fazit
Ich nutze und empfehle Zeitungspapier hinter dem Fensterrahmen nur als kurzfristige, kostengünstige Notlösung — sinnvoll bei alten Fenstern, riskant bei Feuchtigkeit. Für nachhaltige Einsparungen sind Dichtungsbänder, Folien oder neue Fenster die bessere Wahl.
Hast du den Trick schon ausprobiert? Schreib, was bei dir geholfen oder Probleme gemacht hat — deine Erfahrung interessiert andere Leser.
