Die Kloschüssel stinkt, die Spülung zieht nicht richtig und du überlegst, ob das Päckchen Backpulver aus der Küchenschublade hilft. Viele probieren es — aber kaum jemand weiß genau, was dann passiert. Lies das jetzt, wenn du es gleich ausprobieren willst: Ich habe es getestet und sage dir, was du in Minute 1, 5 und 15 erwarten kannst — plus wann du besser die Profis rufst.
Minute 0–1: Das erste Zischen (und was du wirklich reingibst)
Wenn du Backpulver (in DE: Backpulver) in die Toilette streust, passiert oft erstmal nicht viel. Backpulver enthält bereits eine Säurekomponente, reagiert aber nur mit Feuchtigkeit und meist langsam.
Deshalb nutzen viele Hausmittel-Fans statt Backpulver lieber Natron (Reine Natriumhydrogencarbonat), das mit Essig stark schäumt. Ich habe beide Varianten ausprobiert — das Zischen ist bei Natron+Essig deutlich lauter.
Kurzcheck: Was in der ersten Minute sichtbar wird
- Leichtes Perlen oder sanfter Schaum (bei Backpulver selten spektakulär).
- Bei Natron + Essig: heftiges Aufschäumen durch CO2-Blasen.
- Keine Explosion: Du musst kein Fensterbrett fürchten, aber Geruch und Schaum sind auffällig.
Minute 5: Lockerung, Geruchsneutralisation — oder nur Theater?
Nach fünf Minuten kannst du echte Wirkungen sehen, abhängig von Material und Verkalkung.

- Fett- oder organische Ablagerungen: können anfangen sich zu lösen.
- Kalk: Backpulver alleine ist gegen hartnäckigen Kalk eher schwach.
- Geruch: Backpulver neutralisiert moderate Gerüche zuverlässig, das merkst du schnell.
Minute 10–15: Das Ergebnis — was bleibt, was nicht
Nach einer Viertelstunde ist die Reaktion größtenteils vorbei. In meiner Praxis (ja, ich habe es mehrfach getestet) gilt:
- Leichte Verstopfungen: oft gelockert, ein kräftiger Spülgang räumt sie weg.
- Hartnäckige Blockaden oder mineralische Kalkkrusten: bleiben meist bestehen.
- Porzellan: wird heller wirken, Rostflecken allerdings kaum weggehen.
Typische Missverständnisse
- Backpulver = Allheilmittel? Nein. Es ist billig und harmlos, aber kein Ersatz für Rohrreiniger bei echten Verstopfungen.
- Gefahr bei Mischung mit Chemikalien: Sehr ernst nehmen — niemals mit Chlorbleiche mischen!
Sicherheits-Check: Was du auf keinen Fall tun solltest
Ich habe einmal fast denselben Fehler gemacht: Essig ins WC, dann später aus Gewohnheit Chlorreiniger hinterher — das führt zu giftigem Chlorgas. Also:
- Nie Essig oder Backpulver mit Bleiche (z.B. Clorox/Chlor) mischen.
- Bei starken Reinigern der Marke „Rohrfrei“ Vorsicht — chemische Rückstände reagieren heftig.
- Für Septiktanks: Natron/Vinegar ist unproblematisch, aber industrielle Reiniger können das Gleichgewicht stören.
Mein praktischer 15-Minuten-Lifehack (funktioniert in 8 von 10 Fällen)
Wenn du gleich loslegen willst — so mache ich es, wenn die Toilette nur leicht verstopft ist oder müffelt:
- Schritt 1: 100–150 g Natron (oder zwei kleine Backpulver-Päckchen) in die Schüssel geben.
- Schritt 2: 200 ml weißen Haushaltsessig (Essigessenz verdünnt oder normale Tafelessig) langsam darüber gießen — es schäumt.
- Schritt 3: 10–15 Minuten ruhen lassen. Du kannst den Deckel schließen, um Spritzer zu vermeiden.
- Schritt 4: Heißes (nicht kochendes) Wasser aus dem Wasserkocher aus 30–50 cm Höhe in die Schüssel kippen — das hilft, Blockaden wegzuspülen.
- Schritt 5: Spülen. Bei Bedarf mit WC-Bürste nachhelfen.
In Deutschland bekommst du Natron günstig bei DM, Rossmann oder im Supermarkt (REWE, Lidl) — meist für 1–3 € pro Packung. Essig ist in jedem Discounter erhältlich.

Wenn nichts hilft: Wann der Klempner dran muss
Nach 15 Minuten hat sich bei mir gezeigt: Wenn das Wasser weiter steht oder die Spülung kein Resultat bringt, hilft nur noch mechanische Entfernung.
- Türstopper-Saugglocke (Pömpel) benutzen.
- Keine Experimente mit starken Chemie-Mixen, ruf lieber den Handwerker.
- Bei älteren Leitungen oder tiefen Verstopfungen: professionelles Rohrreinigungsgerät.
Bonus-Tipp für echte Perfektionisten
Willst du, dass es länger frisch bleibt? Streue nach dem Säubern eine kleine Menge Natron in den Abflussdeckel — das reduziert Gerüche über Tage.
Ich habe in meinen Tests gesehen, dass das Mittel oft mehr psychologisch wirkt — das Bubbles-Effekt signalisiert „es wirkt“ — aber in vielen Haushalten reicht es tatsächlich, um Alltagsschmutz zu lösen. Wichtig ist: sicher und korrekt anwenden.
Was probierst du normalerweise gegen Klo-Gerüche oder leichte Verstopfungen — Backpulver, Natron oder doch der Klassiker aus dem Baumarkt?
